Messenger-Integration

Facebook plant Zugriff auf WhatsApp
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Die Anbindung des beliebten WhatApp-Messengers an Facebook befindet sich offenbar bereits in der Testphase. Was geschieht mit den Daten, was wird sich für die App-User ändern?

WhatsApp-Link führt zu Facebook

Offenbar arbeiten die Entwickler von WhatsApp an der Integration des Messengers in die Facebook-Infrastruktur. So leitet die Internetseite alpha.whatsapp.com über einen Link auf die Anmeldemaske von Facebook. Die Bild berichtet, dass dies ein Hinweis darauf sei, dass das Social-Media-Netzwerk plane, Empfang und Versand von WhatsApp-Nachrichten über Facebook umzuleiten. Momentan befinde sich das Projekt in der Testphase. Wer den Link klickt, wird angehalten über WhatsApp SSO den Zugriff auf sein öffentliches Facebook-Profil freizugeben. Den SSO (Single Sign On) nutzt Facebook auch auf anderen Seiten, um sich bei unterschiedlichen Diensten anmelden zu können. Was heißt das also für WhatsApp-User?

Mehr Daten für Werbetreibende

Durch die technische Anbindung wird Facebook die Daten von WhatsApp mit verarbeiten können, dem Unternehmen stünde somit noch mehr Informationen zur Verfügung, um diese für Werbezwecke auf der eigenen Seite oder an Drittanbieter zu verkaufen. Bisher speichert WhatsApp den Chatverlauf auf dem Smartphone. Eine Verbindung des Facebook Messengers und WhatsApp wäre für Zuckerberg äußerst rentabel.

Apple blockiert

Android- und Windows-Phone-Nutzer können zudem WhatsApp schon eine ganze Weile auch über den Browser am PC nutzen, wenn die gleiche WLAN-Verbindung besteht. WhatsApp-Web wird von Apple allerdings bisher blockiert. Die technische Anbindung an Facebook könnte auch diese Einschränkung umgehen.

Als Zuckerberg WhatsApp kaufte…

Als Mark Zuckerberg im Februar letzten Jahres stolz verkündete, den beliebten Messenger WhatsApp gekauft zu haben und somit eine Milliarde Menschen miteinander vernetzen zu können, war die Aufregung vor allem hierzulande groß. Der 19-Milliarden-Dollar-Deal versetzte viele Nutzer wegen dem NSA-Skandal in Aufregung, da Facebook bereits schwer in der Kritik stand – Werbung wollte natürlich auch niemand zwischen den Chats sehen. Mit den neuen AGBs hat sich außerdem viel zu Lasten des User bei Facebook geändert.

Versprechen gebrochen?

Der verschlüsselte Messenger Threema war plötzlich so gefragt wie nie zuvor, was auch die Google-Suchanfragen belegten. Die WhatsApp-Gründer versuchten die eigenen User zu beschwichtigen und ließen verlauten, dass beide Dienste weiterhin getrennt geführt werden würden und auch keine Werbung innerhalb des Messengers geplant sei. Trotz der anfänglichen Aufregung blieben viele bei WhatsApp und seitdem hat sich wenig durch den Kauf von Facebook getan – das dürfte sich also bald ändern.

Aufmacherbild: LISBON, PORTUGAL – MARCH 13, 2014: Photo of Facebook, Instagram and Whatsapp homepage on a monitor screen Facebook owns Instagram and Whatsapp via Shutterstock, Urheberrecht: Gil C

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