Facebook-Studie: Stellungnahme zur Newsfeed-Manipulation
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Nachdem bekannt wurde, dass Facebook ohne das Wissen seiner Nutzer eine Studie durchführte, die über den Newsfeed ausgelöste Emotionen analysierte, wurde von vielen Seiten Empörung laut. Ein Autor der Studie nimmt nun Stellung.

Im Januar 2012 wurde über eine Woche lang ein Experiment darüber abgehalten, wie sich Stimmungen über soziale Netzwerke ausbreiten können. Dafür wurden einer Gruppe von Usern vermehrt positive Statusmeldungen von Freunden im Newsfeed angezeigt, der anderen Gruppe vorwiegend negative. Dabei kam heraus, dass Nutzer, die der ersten Gruppe angehörten, eher dazu tendierten, selber positive Inhalte zu verfassen, Nutzer der zweiten Gruppe hingegen eher negative. (Wir berichteten.)

Stellungnahme auf Facebook

Um nun dem Ansturm der Entrüstung über diese Art von Manipulation entgegenzutreten, verfasste ein Autor der Studie einen Eintrag auf Facebook zur Rechtfertigung. Adam Kramer erläutert darin, der Grund für die Studie sei die Sorge um den emotionalen Einfluss von Facebook auf die Nutzer gewesen. Dabei spielte das allgemeine Bedenken ein Rolle, dass positive Statusmeldungen zu Gefühlen des Ausgeschlossen-Seins führen könnten. Das Gegenteil davon wurde jetzt bewiesen.

Autor der Studie entschuldigt sich

Darüber hinaus entschuldigt Kramer sich für Ärger und Sorgen, die durch die Studie ausgelöst wurden, und stellt rückblickend fest, dass die Erkenntnisse daraus möglicherweise keine Rechtfertigung für die Durchführung gewesen seien. Es seien jedoch keinerlei Daten gesammelt worden, die Nutzern persönlich zugeordnet werden könnten, und nur die Mindestanzahl von Nutzern sei mit einbezogen worden, die für eine Erhebung nötig sei. Seit der Durchführung der Studie habe sich auch Einiges bezüglich des Vorgehens bei der Durchführung von Studien verbessert.

Die Glaubwürdigkeit der Aussage, die Motivation für die Analyse der Emotionen sei lediglich die Sorge um die Nutzer gewesen, bleibt allerdings fragwürdig: Positiv gestimmte Nutzer sind auch anfälliger für Werbeanzeigen, wenn man diese also gezielt filtert und Werbung platziert, zieht Facebook selbst daraus erheblichen finanziellen Nutzen.

Aufmacherbild:
LISBON – DECEMBER 20, 2013: Photo of Facebook homepage on a monitor screen through a magnifying glass. via Shutterstock / Urheberrecht Gil C

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