Facebook verändert den Newsfeed-Algorithmus – Posts können effektiver platziert werden
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Warum zeigt der Newsfeed auf Facebook eigentlich an, was er anzeigt? Bislang hatte Facebook zu diesem Thema keine oder nur ganz wenige Informationen preisgegeben, doch in Zukunft will das Unternehmen transparenter mit Änderungen des Newsfeed-Algorithmus verfahren. So teilte Facebook auf einem Presseevent am Dienstagabend mit, künftig in Blogeinträgen über Infrastrukturveränderungen zu informieren und offen zu legen, nach welchen Kriterien Artikel und Posts im Newsfeed angezeigt und geordnet werden. Insbesondere Unternehmen können von diesen Informationen profitieren, da es ihnen ermöglicht, ihre Posts effektiver zu platzieren, um möglichst viele Klicks zu generieren.

Im Schnitt hat jeder User 1.500 Artikel und Posts in seinem erweiterten Netzwerk, die für den User selbst natürlich von unterschiedlicher Relevanz sind. Daher versucht Facebook mithilfe eines Algorithmus eine Auswahl zu treffen und mithilfe eines Rankings interessante Inhalte für den Nutzer im Newsfeed zu sammeln. Liked man Posts einer bestimmten Person, werden die Status-Updates dieser Person höher gewertet als Posts von Facebook-Freunden, mit denen man weniger häufig in Kontakt tritt. Das gleiche gilt für Likes und Kommentare, die andere Personen auf eigene Bilder und Inhalte hinterlassen. Erhält ein Post im gesamten Netzwerk viele Likes, wird er auf dem eigenen Newsfeed höher eingestuft. Insbesondere fallen dabei die Likes und Kommentare der eigenen Freunde ins Gewicht.

Schließlich spielt auch die Art des Posts eine Rolle und wie man mit ähnlichen Posts in der Vergangenheit umgegangen ist. So beeinflusst das Ranking zum Beispiel negativ, wenn ein Post von anderen Nutzern als anstößig gemeldet wurde. Dass dieses Ranking nicht perfekt ist, merken wir selbst tagtäglich, doch sollen Tests ergeben haben, dass durch dieses Auswahlverfahren eine höhere Anzahl an Klicks pro Post erreicht werden kann als bei einer ausschließlich chronologischen Anordnung der geposteten Inhalte im Netzwerk.

Ältere Posts und die letzten 50 Interaktionen gewinnen an Relevanz

Mit dem neuesten Update wurde der Algorithmus jedoch noch einmal überarbeitet und räumt mittels einer Story-Bumping-Funktion nun älteren Einträgen, die viele Likes oder Kommentare im Netzwerk erhalten haben, ein höheres Ranking ein. Diese Änderungen sollen die Relevanz der angezeigten Artikel und Posts erhöhen, indem der Algorithmus verfolgt, welche Inhalte gelesen wurden. Beim nächsten Zugriff auf die Seite werden also nicht mehr die neuesten relevanten Inhalte angezeigt, sondern auch Einträge, die neu für den Nutzer sind und aufgrund des Algorithmus von Interesse sein könnten. Darüber hinaus werden auch die 50 Interaktionen, die der User zuletzt getätigt hat, in Zukunft stärker gewichtet. Wer also in der letzten Zeit häufig mit seinem Arbeitskollegen über Facebook kommuniziert hat, wird aufgrund der Last-Actor-Funktion auch dessen Status-Updates verstärkt in seinem Newsfeed finden. Der Edge Rank hingegen, der bisher zur Popularitätsmessung herangezogen wurde, wurde im Zuge des Updates abgeschaltet.

Wie thenextweb berichtet, handelt es sich bei den Änderungen des Algorithmus nicht um kleinere Eingriffe, sondern, wie Facebook-Ingenieur Lars Backstrom herausstellte, um relativ große Modifikationen der Infrastruktur. Die Tests lassen dabei vermuten, dass es sich tatsächlich um eine Verbesserung handelt, da die Zahl der Likes um 5 Prozent gesteigert werden konnte und die Anzahl der gelesenen Einträge ebenfalls von 57 auf 70 Prozent stieg.

Bisher ist das Update des Algorithmus nur für Standard-Browser erhältlich, doch soll es bald auch auf mobile Browser ausgeweitet werden.

 

Aufmacherbild: Binary code streaming Foto auf Shutterstock / Urheberrecht: Bruce Rolff

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