Facebook: wie sicher ist WhatsApp?
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Die Übernahme des Instant-Messaging-Dienstes WhatsApp durch die beliebte Social-Media-Plattform Facebook für satte 19 Milliarden US-Dollar war in den letzen Wochen in aller Munde. Die damit verbundene Frage nach Datensicherheit auch. Als Reaktion auf die Fusion der zwei Giganten haben viele User über Nacht WhatsApp den Rücken gekehrt und wechselten zu anderen Instant-Messaging-Anbietern. So profitierte beispielsweise Threema, das mit Datenverschlüsselung wirbt, von der Skepsis der beunruhigten Nutzer und konnte seine User-Zahlen innerhalb von 24 Stunden nach der Bekanntgabe des Kaufs verdoppeln.

Facebook sieht sich immer wieder gezwungen, den Nutzern zu versichern, ihre Daten wären in Sicherheit. Nach den neusten NSA-Enthüllungen aus den Snowden-Dokumenten, die ein mächtiges Spionage-Programm beschreiben, das auch über gefälschte Facebook-Accounts an die privaten Daten der User rankommt, hat sich Mark Zuckerberg öffentlich an Obama gewendet und bedauert, dass man sich mittlerweile mehr vor der eigenen Regierung schützen muss, als vor Hackerangriffen von außen.

Nun äußert sich Scott Renfro, einer der Sicherheits-Beauftragten bei Facebook, zu dem leidigen Thema in einem Spiegel-Interview. Er erklärt, dass das Zurückgewinnen des Vertrauens der WhatsApp-User momentan zu den wichtigsten Prioritäten des Sicherheitsteams von Facebook zählt. Der Instant-Messaging-Dienst soll zwar, wie bei der Übernahme schon angekündigt, unabhängig bleiben, doch die Sicherheitsfrage betreffe jetzt alle. Die Gewährleistung sicherer Anwendungen stehe ganz oben auf der To-do-Liste. 

Im Zuge der Maßnahmen zur Verbesserung der Datensicherheit wird Facebook außerdem möglicherweise WhatsApp in das „White Hat Bounty Programm“ aufnehmen. Hierbei handelt es sich um ein Sicherheitsprogramm, bei dem Facebook Hacker dazu aufruft, Sicherheitslücken aufzudecken und diese an die Mitarbeiter der Social-Media-Plattform zu melden. Bei erfolgreicher Übermittlung relevanter Informationen wird der Finder entsprechend entlohnt. 

Selbstverständlich wurde Scott Renfro auch auf den NSA-Spionage-Skandal angesprochen. Der Sicherheitsspezialist sehe die größte Herausforderung darin, eine sichere Kommunikation zu gewährleisten, deren Funktionsweise so intuitiv und benutzerfreundlich ist, dass auch die Großeltern diese ohne Schwierigkeiten nutzen können. 

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