FireChat – Chatten ohne Internet
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Chatten ohne Internet – das klingt zunächst nach einem Widerspruch in sich. Dank der heiß diskutierten Messenger-App FireChat aus den USA ist das möglich; man bleibt dabei weitestgehend anonym. Die App funktioniert über P2P via WLAN und Bluetooth. Auf iOS-Geräten nutzt sie eine mit iOS 7 eingeführte Funktion namens Multipeer-Connectivity-Framework, die eine Vernetzung über den WLAN- und Bluetooth-Chip möglich macht. AirDrop setzt auf dieselbe Technologie. Auch unter Android ist FireChat verfügbar und bietet dieselben Funktionen.

Über sogenannte Nearby-Chatrooms können Nachrichten und Fotos zwischen Nutzern ausgetauscht werden; der Chatpartner muss sich allerdings in einer Reichweite von bis zu zehn Metern befinden. Die Geräte fungieren dabei als Access-Points – die Reichweite wächst also, je mehr Nutzer sich in die Kette einreihen. Eine Internetverbindung ist nicht nötig.

FireChat wurde vom amerikanischen Startup Open Garden entwickelt und verzeichnete zuletzt laut US-Branchenblog GigaOm einen Nutzerzuwachs von 100.000 Downloads pro Tag. Das entspricht ungefähr einem neuen Nutzer pro Sekunde.

Der Messenger besticht durch seinen einfachen Aufbau: Nach dem Download muss man einen Nickname eingeben und los geht’s. Weder eine Email-Adresse noch eine Telefonnummer ist gefordert, was den Nutzer weitestgehend anonym bleiben lässt. Mit der Anonymität kommen aber auch Probleme. So tauchen in den globalen Chats immer wieder Nachrichten mit pornographischen Inhalten auf. Nichtsdestotrotz: Anwendungsbeispiele aus der täglichen Praxis gibt es genug, seien es Stromausfälle oder Netzüberlastungen wie bei Konzerten und anderen Großveranstaltungen.

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