Firefox OS – Freiheit für Entwickler dank Web APIs?
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Es ist soweit: Die ersten Smartphones mit Firefox OS wurden gestern beim Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Die Low-Budget-Smartphones „Made in China“ ZTE Open und ZTE Fire sollen mit einem Kampfreis von rund 50 Euro vor allem den südamerikanischen Markt erobern und Smartphone-Einsteiger ansprechen. Die Ausstattung der Geräte hält sich in Grenzen. So würde man hierzulande etwa über das 3,5-Zoll-Display mit 320×240 Pixeln der Geräte die Nase rümpfen – in Schwellenländern könnten die Smartphones aber aufgrund ihres Preises ein Kassenschlager werden.

Viel interessanter als der schmalbrüstige Qualcomm MSM7225A Single-Core ARM Cortex-A5 Prozessor mit 800 Megahertz ist jedoch das Betriebsystem Firefox OS, das mit diesen beiden Geräten auf dem überlaufenen Parkett der Mobile-Industrie debütiert. Das besondere am neuen Open-Source-Betriebssystem ist, dass es vollständig auf HTML5 basiert – aber hat es gegenüber Platzhirschen wie iOS und Android überhaupt eine Chance?

Fragt man Mozilla, fällt die Antwort – wie sollte es denn auch anders sein – eindeutig aus: Ja! Immerhin haben sich laut Unternehmen bereits 18 Mobilfunkanbieter, darunter auch die Deutsche Telekom, dazu bereit erklärt, das neue Betriebssystem zu pushen, damit der Launch der neuen Geräte im kommenden Sommer gelingt. In einer Presseerklärung von Mozilla sagte Vaughan Smith, VP von Mobile Partnerships bei Facebook:

„Jedes Gerät wird besser dadurch, dass es soziale Interaktion ermöglicht, und wir freuen uns, dass Benutzer von Firefox OS leichten Zugriff auf die mobile webbasierte Version von Facebook haben werden, die auf unsere aktuellen und zukünftigen Features zugreifen wird“

Im offiziellen Video wird das Firefox OS vorgestellt. Darin werden auch zwei Entwickler-Smartphones von Alcatel gezeigt, (von denen wir bereits vor wenigen Wochen berichtet haben) die bald an Programmierer ausgeliefert werden sollen:

 

Interessierten Entwicklern legen wir den Q&A-Bereich auf dem Mozilla Developer Network ans Herz. Hier werden die häufigsten Fragen zu Firefox OS beantwortet:

firefox os

Quelle Screenshot: developer.mozilla.org

Freiheit für Entwickler

Um Entwicklern das OS schmackhaft zu machen, hob Mozilla bei seiner Präsentation auf dem Mobile World Congress vor allem die Tatsache hervor, dass Developer große Freiheiten bei Entwicklung und Vertrieb haben. Jeder Entwickler kann über eigene Vertriebswege die Früchte seiner Arbeit komplett selbst einstreichen. Dafür existiert eine JavaScript API, mit deren Hilfe sich Apps von jeder Domain installieren lassen (Erklärung und Anleitung von David Walsh). Darüber hinaus ist Firefox OS auch für Provider interessant, denn das Betriebssystem soll sich laut Mozilla wie kein anderes OS den jeweiligen Wünschen der Netzbetreiber anpassen lassen.

Bereits vor zwei Monaten haben wir vom Firefox OS-Simulator berichtet, mit dem Programmierer bereits vor dem Start des Firefox OS Apps testen konnten.

Web APIs für mehr Kontrolle

Derzeit zeigen sich auch viele Entwickler noch skeptisch, ob HTML5 wirklich das liefern kann, was vollmundige Mozilla-Ankündigungen versprechen. Allerdings hat Mozilla tatsächlich eine Reihe von WebAPI Features ausgerollt, die einen gewissen Grad der Device-Kontrolle ermöglichen und Zugriff auf verschiedene geräte-APIs erlauben: Akku, Kontakte, Kamera, WebSMS, Speicher, Vibration, Einstellungen, Alarm oder Browser. In dieser WebAPI Tabelle kann man sehen, in welchem Entwicklungsstadium sich die jeweiligen APIs befinden.

Am Rande der EclipseCon Europe 2012 sprach Christian Heilmann, Principal Evangelist bei Mozilla im Interview mit unserer Kollegin Claudia Fröhling Firefox OS, über das Open Source Mobile-Betriebssystem von Mozilla:

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