Flat UI Design – voll im Trend
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Laut Forbes existiert aktuell ein deutlicher Trend zum Flat UI Design. Nach Haris Bacic war das UI Design in den Jahren 1995 – 2003 wesentlich geprägt von der der Gestaltung existierender Desktop-Software. Apple hat durch die Entwicklung des iPhones das Interface Design grundlegend beeinflusst. Flat Design existiert schon seit einer geraumen Weile, und hat mit Microsofts Aufgreifen des Metro Styles und Googles stetigen Interface-Anpassungen seiner Produkte in den letzten Jahren in der digitalen Welt großen Anklang gefunden. Auch Android tendiert seit der Einführung von Ice Cream Sandwich (ICS) im Oktober 2011 deutlich zu einem flachen Design-Stil.

Durch die Umgestaltung der neusten Version von iOS 7, dass seit der Vorstellung des veränderten Interface bei der Worldwide Developer Conference 2013 große Diskussionen anregte, ist nun auch Apple dem Trend gefolgt. Es dreht sich nach wie vor alles um die Verbesserung der User Experience und die Vereinfachung des Interface- und Interaction-Designs. Waren früher Schatten, 3D-Effekte, aufwändige Farbverläufe oder blinkende Elemente ein Muss, existiert heute mit dem Flat Design ein deutlicher Fokus auf den Content. Zwar erwecken erst Design-Elemente wie Muster, Texturen und Schatten ein Design tatsächlich zum Leben, zu viel des Guten führt häufig allerdings zu einer reinen Überlagerung des Interfaces und widerspricht damit dem allgemeinen Design-Ansatz von KISS „Keep ist stupid simple“.

Problematisch bei dem Flat-Design-Ansatz ist allerdings, dass alle Elemente auf dem gleichen Niveau auf der Z-Achse liegen. Dies führt häufig zu Schwierigkeiten bei der Erzeugung von Tiefenwahrnehmung. Wesentliche Elemente des Flat Design Trends sind somit das Fehlen von Tiefe, die Verwendung einfacher Elemente, die Anlehnung an den Buchdruck und die Verwendung von vielen Farbelementen sowie der eher minimalistische Ansatz.

Empfehlungen für ein gelungenes Flat UI Design

Wireframes bzw. Grid

Der Aufbau und die Anordnung von Interface-Komponenten ist nach wie vor die größte Herausforderung an ein gelungenes Design. Das Herstellen einer visuellen Ordnung ist auch oder gerade bei der Verwendung von wenigen Elementen eine echte gestalterische Aufgabe. Die Verwendung eines Rasters, um die Platzierung von Inhalten zu definieren, hilft ungemein um nutzerorientierte kreative Effekte zu kreieren. Ohne zu identifizieren, wo wie viel Inhalt platziert werden soll, kann es leicht zu einer negativen Beeinträchtigung der User Experience im Sinne einer Überlagerung und Unübersichtlichkeit kommen.

Farben

Aktuelle Designs sind gefühlt bunter als Software und Websiten der Vergangenheit. Auch hier gilt es nicht zu viele Schattierungen oder Nuancen zu verwenden, sondern ansprechende Farben zu nutzen, die User zum Klicken motivieren. Die Plattform Flat UI Colors bietet eine kleine Übersicht über die aktuell verwendeten Farbnuancen, von der man sich Inspirationen und möglicherweise neue Ideen holen kann.

Typografie & Buchdruck-Anlehnung

Die kreative Komposition der Inhalte mit Hilfe von ausdrucksstarken und leicht zu lesenden Schriftarten sowie die Verwendung von visuellen Indikatoren zur Optimierung der Lesbarkeit sind wesentliche Faktoren für ein aktuelles Flat UI Design. Idealerweise ergibt sich ein stimmiges und übersichtliches Gesamtkonzept, dass zum Lesen und Benutzen einläd.

Ist der Trend ein Must-have-Feature?

Wie bei allen Trends oder Hypes, muss man bei einer aktuellen App-Entwicklung, einem geplanten Website-Relaunch oder ähnliches nicht zwingend gänzlich mit auf den Zug aufspringen. Design ist nun mal immer auch eine Frage des eigenen Ästhetikempfindens und vor allem abhängig von der Bedürfnissen der Kunden sowie dem Kundennutzen. Wer sich mit dem Flat UI Design Trend tiefergehend auseinandersetzen möchte sollte sich im Web auf die Suche machen. Dort hat die Designer- und Developer-Community mittlerweile viele nützliche Tools, Ressourcen und Bibliotheken generiert.

So findet man zum Beispiel auf der Website von Sarah Hunt ein cooles Flat UI Design Kit. Featherweight ist Retina-ready und umfasst Vektor-basierte Elemente wie Menüs, Bilder und Widgets und lässt richtig Retro-feeling aufkommen. Auf Designmodo findet sich zum Beispiel auch ein recht leichtgewichtiges Flat UI Kit. Wer weiter stöbern möchte, um in der Masse an Design-Elementen für sein eigenes Flat Design die absoluten Highlights zu identifizieren, sollte mal 1stWebdesigner besuchen. Hier finden sich eine Menge kostenloser Flat UI Kits. Auf Template Monster Blog ist zudem eine kleine Zusammenstellung von Flat UI Design Tutorials zu finden. Möglicherweise lassen sich davon einige Ideen für das nächste Projekt adaptieren ohne gänzlich auf den Flat-UI-Zug aufzuspringen.

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