Flowboard – unkompliziertes Storytelling mit dem iPad
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Apps zum Erstellen von Präsentationen gibt es wie Sand am Meer. Viele davon sind gut bis solide, doch nur wenige würde man als intuitiv bezeichnen. Wir wollen Euch heute eine iPad-App vorstellen, die es seit April kostenlos im App Store gibt und die intuitive Benutzerführung mit den Vorteilen einer Touch-Steuerung kombiniert: Flowboard.

Laut den Machern versteht sich Flowboard als Tool, um „interaktive Geschichten“ zu erzählen. Stichwort: mobile Storytelling. Mit wenigen Touches lassen sich mithilfe von Flowboard eigene Präsentationen erstellen, die sich entweder auf dem iPad anzeigen oder per URL im Web mit anderen teilen lassen. Man muss also nicht die App besitzen, um sich die Flowboards ansehen zu können.

Bei den Präsentationen kann es sich entweder um einfache Alben mit den Fotos aus dem letzten Urlaub handeln, aber auch ansprechende Produktpräsentationen sind mit Flowboard in kurzer Zeit umgesetzt. Alle Flowboards basieren auf dem gleichen Prinzip: Der Nutzer bewegt sich durch seitliches Scrollen durch das Flowboard.

Designern oder Fotografen bietet die App so eine unkomplizierte wie individuelle Möglichkeit, Kunden das eigene Portfolio zu präsentieren.

Erste Schritte – ohne Account geht nichts 

Voraussetzung für den Gebrauch von Flowboard ist das Anlegen eines Accounts. Alternativ ist auch ein Login mit Facebook-Connect möglich.

Wer möchte kann sich danach in den Editor’s Picks Inspiration (siehe Abbildung unten) für das erste eigene Flowboard holen. Besonders hilfreich ist dabei der Flowboard Guide, die offizielle Anleitung für das Erstellen von Präsentationen.

Flowboard Editor's Picks

Templates und Layouts

Der erste Schritt beim Erstellen eines eigenen Flowboards ist die Auswahl des Templates (siehe Abbildung unten). 17 verschieden Vorlagen sind verfügbar. Natürlich ist es ebenfalls möglich, mit einer blanken Vorlage zu beginnen.

Flowboard Layout Auswahl

Danach erfolgt die Auswahl der „Screen Types“ (Abbildung unten), sprich des Layouts der Flowboard-Seiten. Hat man sich für ein Template entschieden, ist die Auswahl an dieser Stelle nicht etwa eingeschränkt – im Gegenteil: Es stehen dann sogar mehr vorgefertigte Layouts zur Verfügung. Im Template „Photo-album“ kann man sich beispielsweise zwischen 13 verschiedenen Screen-Layouts entscheiden.

Flowboard Screens

Medien einfügen

Alle Inhalte, die man in seine Präsentation aufnimmt, werden mit der Cloud synchronisiert. Aber Flowboard funktioniert auch offline und speichert die Inhalte dann lokal bis wieder eine Online-Verbindung verfügbar ist.

Jeder Screen besteht aus Objekten. Je nach Layout variert die Anzahl der Objekte. Berührt man ein Objekt mit dem Finger, ist es aktiviert. Ein weiterer Finger-Tap führt zur Auswahl des Medientyps (Abbildung unten), mit dem man das Objekt füllen möchte. Es können Texte, Bilder, Galerien oder Videos eingebunden werden.

flowboard media types

Bilder lassen sich aus dem Aufnahmeordner des iPads, der Google Bildersuche, von Facebook, Dropbox oder Instagram einbinden (Abbildung unten). Ist das Bild geladen, lässt sich mithilfe von Pinch und Zoom die Größe variieren.

Flowboard media

 

Das Einfügen von Videos geht nahezu identisch vonstatten. Allerdings sollte man hierbei berücksichtigen, dass Videos innerhalb der Flowboard-Präsentation gespeichert werden. Ein großes Video führt deshalb unweigerlich zu einer großen Flowboard-Datei beziehungsweise zu verlängerten Ladezeiten. Für das Einbinden von lassen sich auch Screenshots der Clips anfertigen (Abbildung unten). 

flowboard videos

 

Auch das Einbinden von Galerien ist selbsterklärend: Bilder können ganz einfach per Drag and Drop einer Galerie hinzugefügt und mit Bildunterschriften ergänzt werden.

Mit einer Reihe weiterer Features können Präsentationen modifiziert und individualisiert werden. Neben dem Verlinken von Bildern (Abbildung unten), Galerien oder Text mit anderen Screens oder URLs ist auch eine Anordnung der Objekte auf verschiedenen Ebenen möglich.

flowboard link

 

Um effektiver zu arbeiten, kann es bei manchen Präsentationen von Vorteil sein, wenn man einen Screen einfach duplizieren kann. Auch das ist mit Flowboard möglich, ebenso wie die nachträgliche Sortierung von Screens. Selbst komplette Flowboards können dupliziert werden.

Veröffentlichen und teilen

Am Ende steht die Veröffentlichung. Nach einem Klick auf „Publish“ gibt man dem Flowboard einen Namen und eine Beschreibung. Ist der Upload der Präsentation beendet, folgt das Teilen via Facebook, Twitter oder E-Mail. Auch eine herkömmliche URL wird generiert unter der das Flowboard im Browser aufgerufen und angesehen werden kann (Abbildung unten). Vorsicht: Per Default-Einstellung werden Flowboard immer veröffentlicht. Das Zurücknehmen der Veröffentlichung ist möglich, muss aber jedes Mal manuell vorgenommen werden.

flowboard desktop

 

Vorsicht: Ist in der Präsentation ein Video enthalten, kann es zehn bis zwanzig Minuten dauern, bis es auch in der Web-Version des Flowboards verfügbar ist (Abbildung unten).

flowboard videoprocessing

 

Fazit

Flowboard hebt sich durch seine intuitive wie simple Nutzerführung von herkömmlichen Präsentations-Apps für Tablets ab. Das Interface erinnert ein wenig an die erste Generation von Präsentations-Apps für Desktop-PCs. Aber mit der Touch-Steuerung wird dem Nutzer die Umsetzung eigener Ideen so einfach wie möglich gemacht – auch dank des einfachen Imports von verschiedenen Medientypen.

Besonders nützlich für schnelles Arbeiten mit der App ist die Gestensteuerung (Abbildung unten). So fügt man beispielsweise mit einem Zwei-Finger-Tap ein neues Objekt hinzu, mit „one finger tap and drag“ lassen sich Objekte auswählen und bewegen. 

flowboard gestures

Mit geringem Aufwand lassen sich so eindrucksvolle Ergebnisse erzielen. Wie Flipboard, das sich seit dem letzten Feature-Update zu einem veritablen Publishing-Tool gemausert hat, lässt sich auch mit Flowboard das Vorurteil widerlegen, man könne mit dem iPad nur Content konsumieren und nicht selbst Content generieren. Denn obwohl man keine Maus oder Hardware-Tastatur zur Verfügung hat, eignet sich Flowboard neben simplen Foto- oder Sammelalben auch für interaktive Broschüren oder Produktvorstellungen. Dank der kinderleichten Benutzerführung ließe sich die App sogar einsetzen, um Ideen oder interessante Weblinks zu sammeln und zu organisieren. 

Natürlich erreicht Flowboard nicht den Funktionsumfang von professionellen Tools wie Keynote von Apple. Allerdings kostet die Keynote App auch 8,99 Euro – Flowboard ist mit Einschränkungen kostenlos. Derzeit bekommt man in der kostenlosen Version 200 MB an Cloud-Speicher, um die persönlichen Flowboards zu hosten und zu sharen. Mit einem Premium-Account für 4,99 Dollar pro Monat lässt die monatliche Upload-Menge auf 1 GB erweitern.

Einmal heruntergeladene Flowboards werden jedoch auf dem iPad gespeichert, so dass man auch offline auf den Content zugreifen kann. 

Was wir uns für die Zukunft noch wünschen, ist die Möglichkeit die Flowboards anderer Nutzer zu abonnieren. Laut den Machern steht ein solches Folgen von Usern auf der Roadmap – ebenso wie eine iPhone- und Android-Version der App.

Alternativen zu Flowboard sind neben dem erwähnten Keynote von Apple beispielsweise die ebenfalls kostenlosen iPad-Apps Haiku Deck oder Stampsy sowie die Gratis-Webdienste 9Slides oder Slid.es, mit denen man im Browser eigene Präsentationen entwerfen und teilen kann. Bei letzteren beiden vermisst man jedoch ganz klar den „mobile first“-Ansatz.

 

 

 

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