Gefahren und Risiken im Urheberrecht

Buchtipp: Fotos rechtssicher nutzen im Internet
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Wer urheberrechtlich geschützte Fotos im Internet verwendet und eine in Deutschland ladungsfähige Anschrift hat, bekommt über kurz oder lang eine Abmahnung ins Haus. Der mitp-Verlag bringt nun ein Werk auf den Markt, das Risiken und Mitigationsstrategien aufzeigt.

Die Autoren unterteilen ihr Werk in drei Sektoren. Sektor eins befasst sich dabei mit dem Wesen des Urheberrechts als Ganzes. Kapitel eins stellt vor, wann ein Foto bzw. eine Abbildung unter urheberrechtlichem Schutz steht, und geht auf die daraus entstehenden Rechtsfolgen ein. Das zweite Kapitel unterteilt Urheberpersönlichkeits- und Verwertungsrechte – zwei komplett separate Problemgebiete, die bei Nichtbeachtung allerdings beide gleichermaßen zu Abmahnungen führen können.

Im dritten Kapitel geht es sodann um die Nutzung von Scitexing: GIMP, PhotoShop und Co. sind heute zwar allgegenwärtig, deshalb aber nicht unbedingt legal nutzbar. Neben wichtigen Hinweisen zur Sicherstellung des Bearbeitungsrechts von Bildmaterial geht das Werk auch auf den Motivschutz ein. Dieses an sich im deutschen Urheberrecht nicht vorgesehene Konzept schützt den Fotografen vor dem Nachbau seines Bilds. Im Werk findet sich eine Auflistung der vergleichsweise wenigen Fälle, in denen es bisher Probleme mit dem Motivschutz gab. Kapitel vier stellt sodann Möglichkeiten vor, um Verträge mit Fotografen und anderen Lieferanten rechtssicher zu gestalten. Darauf folgen Kapitel zu Ausnahmen im Urheberrecht und zur Beschaffung von Bildern aus dem Internet – insgesamt rund 120 Seiten, die den großen Umfang der Thematik gut abdecken.

Sowohl beim Ablichten von Personen als auch beim Fotografieren von Gütern gibt es eine Vielzahl von Sonderbedingungen, die die Gerichte teilweise nicht unerheblich beschäftigen. Der zweite Block des Werks stellt relevante Fragen gruppiert dar; einem Kapitel über Sachen folgt ein Kapitel über Personen. Schade ist in diesem Zusammenhang, dass die hinter den Bedingungen stehenden Gerichtsentscheidungen nur selten referenziert werden. Am unteren Rand der Seiten wäre für die diversen Fußnoten mehr als genug Platz gewesen.

Der dritte Block wird dann durch ein einzelnes Kapitel repräsentiert, das auf die Folgen von Rechtsverstößen eingeht. Neben der klassischen Abmahnung geht das Buch auch auf Maßnahmen ein, die Nachbesserungen von Bildagenturen oder Fotografen zum Ziel haben – eine sehr ausgewogene Zugangsweise, die das Werk für alle Teile der Fotoverwertungskette gleichermaßen interessant macht.

Der Umfang von nur 224 Seiten und die vergleichsweise große Schrift sorgen dafür, dass man das Buch auch nebenbei bequem lesen kann. Für den durchschnittlichen Entwickler eines Webprojekts sind und bleiben Urheberrechte nun mal ein Thema, mit dem man sich gezwungenermaßen auseinandersetzt – das Fehlen von unnötigem Tiefgang ist hier ein Kaufargument für das Buch.

Fazit: Das Bildrecht in Deutschland gleicht einem Minenfeld. Da die bei Abmahnungen aufgerufenen Streitwerte alles andere als lustig sind, lohnt sich der Kauf des Werks auf jeden Fall – zumindest dann, wenn Sie dem Problem nicht durch eine Standortverlagerung aus dem Weg gehen können.

Autor(en): Robert Golz, Marie Slowioczek-Mannsfeld
Titel: Fotos rechtssicher nutzen im Internet
Seiten: 224
Preis: 19,90 Euro
Verlag: mitp Verlags GmbH & Co. KG
Jahr: 2018
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-9584-5075-2
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