Foursquare wird in zwei Apps gespalten
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Das Online-Portal Foursquare, auf dem User ihren aktuellen Standort mitteilen und so dem Unternehmen aus New York wertvolle Daten liefern, steckt seit längerem in der Krise. Vor vier Jahren als „the next big thing“ gehyped, lässt der ganz große Durchbruch immernoch auf sich warten. So wird Foursquare zwar mit rund 650 Millionen Dollar bewertet, soll aber im letzten Jahr nur rund 15 Millionen US-Dollar Gewinn erwirtschaftet haben. 

Nun hat sich das Team um Gründer Dennis Crowley zu einem radikalen Kurswechsel entschieden und plant, die Haupt-App in zwei unterschiedliche Apps aufzuspalten. Checkte man sich früher ein, um als Bürgermeister einer Location besondere Angebote zu erhalten, wird diese Funktion ab Sommer aus Foursquare verschwinden. Foursquare soll dann als Empfehlungs-Portal für Orte in Konkurrenz zu Yelp treten. Dabei werden aus den bisherigen Besuchen und Präferenzen des Nutzers, aber auch seiner Freunde und der restlichen Community, die interessantesten Orte vorgeschlagen.

Hinzu kommt eine neue App mit dem Namen Swarm, welche das klassische Check-in des Portals überflüssig werden lässt, indem der eigene Standort automatisch übertragen wird. Ziel der App ist es, sich mit Freunden in der Nähe spontan zu verabreden.

Sogenanntes ambient location sharing wird nicht zuletzt wegen der vollkommenen Aufgabe der eigenen Privatsphäre von vielen Nutzern kritisch gesehen. Das hat auch Google erfahren müssen, als man sich mit dem mittlerweile eingestellten Latitute auf ähnlichem Terrain versuchte. Auch Facebook brachte vor Kurzem mit Nearby Friends ein ähnliches Feature auf den Markt. Ob Foursquare durch die Splittung des Produkts erfolgreicher sein wird, bleibt abzuwarten. 

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