Freelancer-Tipps: Faire Bezahlung trotz großer Konkurrenz
Kommentare

Flexible freiberufliche Arbeitskräfte sind (neben festangestellten Mitarbeitern) gerade im Mittelstand eine wertvolle Unterstützung bei spezialisierten Projekten. Allein im ersten Halbjahr 2014 waren 52.000 Experten für IT- und Web-Projekte auf Freelancer-Marktplatz twago aktiv. Zu den am meisten gefragten Expertisen für IT- und Web-Projekte gehörten vor allem Programmierfähigkeiten in den Bereichen PHP (8,4% aller ausgeschriebenen Projekte), HTML/ HTML5 (7,7%) oder JavaScript (4,8%). 

Faire Bezahlung und Kundenbindung

Für alle Freelancer ist dabei das Spannungsfeld zwischen der Gewinnung von Aufträgen, der Monetarisierung eines Projektes und dem Arbeiten am Rande der Ausbeutung aktueller denn je. Sie stehen bei jedem Projekt erneut vor der Frage „Wo setze ich den Kostenpunkt meines Angebots an?“ 
Beim Zuschlag für ein Projekt spielt der Preis oft eine entscheidende Rolle. Neben der Frage der angemessenen Vergütung stehen zusätzliche Fragen im Raum: Welches Angebot macht die Konkurrenz und wie weit ist man als Freelancer gewillt den Preis herunterdrücken zu lassen? 

Große Gehaltsschere bei Freelancern

Das Statistik-Institut Statista hat zum Thema Arbeitsbedingungen von Freelancern interessante Studien durchgeführt. Diese zeigen, dass Selbstständige vor allem in den unteren Gehaltsklassen oft nicht besser da stehen als Arbeitnehmer. Viele verdienen sogar weniger als 8,50 Euro in der Stunde, was unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen würde. Vor allem die Solo-Selbstständigen haben oft ein geringes Einkommen.

Besser sieht es für die Selbstständigen jedoch in den oberen Gehaltsschichten aus. Vor allem Freelancer, die weitere Mitarbeiter beschäftigen, können sich deutlich von den Solo-Selbstständigen und Angestellten abheben.

Infografik: Viele Selbstständige verdienen deutlich weniger als den Mindestlohn | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Freelancer arbeiten länger als Angestellte

Auch was die Arbeitszeiten angeht, zeigt sich, dass Selbstständige wesentlich mehr Stunden arbeiten, als Angestellte. So verbrachten im letzten Jahr die festen Mitarbeiter rund 400 Stunden weniger am Arbeitsplatz. Hier handelt es sich um die „tatsächliche“ Arbeitszeit – Urlaubszeiten, Krankschreibungen oder Streiks sind berücksichtigt. Die Arbeitszeiten der Freelancer sinken aber, langsam aber stetig.

Infografik: Angestellte arbeiten weniger als Selbstständige | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista  

Wichtig: Mit Beratung und Kompetenz Vertrauensbasis schaffen 


Nicht immer sind es jedoch die Auftraggeber, die an der Preisschraube drehen. Oft sind es auch die Freelancer selbst, die sich gegenseitig unterbieten. Aufgrund des gesteigerten Wettbewerbs existiert ein deutlich sichtbarer Preisverfall innerhalb vieler Branchen. Die beste Möglichkeit diesem entgegen zu wirken, ist eine Vertrauensbasis durch Qualität, Professionalität und Beratung von Seiten des Freiberuflers zu schaffen. Die Freelancer, die ihre Auftraggeber am besten beraten, setzen in vielen Fällen auch ihre Preisvorstellungen durch. Hermann Hohenberger, Managing Director bei twago: 

Die Auswahl an Freelancern ist heutzutage enorm und wächst stetig weiter. Gerade daher ist es für den einzelnen Freelancer wichtig, durch eine umfassende Beratung den eigenen Preisvorschlag gut zu begründen. Vor allem zu Beginn der Freelancer-Tätigkeit geht es zu allererst darum, eine Reputation sowie einen Kundenkreis aufzubauen. Im Hinblick auf mögliche Folgeaufträge sollten Freelancer auch über den Tellerrand des aktuellen Projektes schauen und das ein oder andere Zugeständnis bei der Gewinnung des Kunden machen

Außerdem sollten auch die Vorteile von kleineren, kürzeren oder niedrigpreisigeren Projektes nicht unterschätzt werden: Flexibilität im Zeitmanagement, Ausbau des Kundenstamms, Erfahrungsgewinn und mit etwas Glück eine langfristige Kundenbindung oder Weiterempfehlung an neue Kunden können auch aus weniger prestigeträchtigen Aufträgen erwachsen. 

 

Aufmacherbild: The word freelance on wood stamp stacking on desk with laptop, glasses and a cup of coffee at home office, vintage retro image style via Shutterstock / Urheberrecht: vinnstock

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -