Freizeit planen mit 16Tags – Interview mit Oliver Winkler [Startup-Sommer]
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Während der Sommer Tausende in die Sonne lockt, arbeiten Startups an ihrer Unternehmensgründung, suchen Investoren, feilen an Ideen, an Monetarisierungsmodellen, und sie netzwerken was das Zeug hält.

Die Serie Startup-Sommer stellt Unternehmensgründer und ihre Konzepte vor. Heute sprechen wir mit Oliver Winkler über die Freizeitplanungs-App 16Tags.


WebMagazin: Erklär uns doch bitte das Prinzip von 16Tags, wie funktioniert Eure Idee?

Oliver: Wir wollen es den Menschen einfacher machen, ihre Freizeit zu planen. Es geht um ihre Hobbys, Interessen und Freizeitaktivitäten. Beispiel: Samstagnachmittag, und Du willst etwas unternehmen. Einfach Deine Interessen taggen, nehmen wir mal #Wellness, #Fußball und #Clubbing, und die 16Tags App zeigt dir alle Aktivitäten, die dazu gerade passieren, wer hingehen wird und was Deine Freunde machen werden. Alles natürlich in Deiner Nähe. Du kannst aber auch selbst eine Aktivität erstellen, zum Beispiel ein Tennismatch nächste Woche.

Einfach Ort und Zeit eintragen, den #Tag Tennis angeben, und alle User, die dem #Tag Tennis folgen, werden darüber informiert, dass du noch einen Mitspieler suchst. So findest du ganz leicht immer Begleiter. Und wir schränken uns nicht ein. Sport, Partys, Kulturveranstaltungen, Führungen, Clubs, Restaurantbesuche. #tag einfach, was Dich interessiert.

 

WebMagazin: Was macht 16Tags besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Oliver: Um die Frage zu beantworten, muss man das Thema Geolocation und Freizeitplanung ein wenig auseinandernehmen. Es gibt nämlich einige Apps in dem Bereich. Bei Foursquare zum Beispiel sehe ich, welche Places um mich herum sind und wo meine Freunde sind, ich kann jedoch keine Aktivitäten planen und weiß nicht, was eigentlich an diesem Place stattfindet. Findet in der Sporthalle gerade ein Basketballspiel oder ein Fußballspiel statt?

Um das zu lösen, gab es einige Versuche, Interessen-Matching auf Freizeitaktivitäten zu übertragen (joyn.me, spontacts). Hier konnte ich mich jedoch immer nur verabreden und es ist nichts für kurzfristige Unternehmungen. Da hilft dann zum Beispiel Vamos, das Dir einfach alle public Facebook-Events herunterrattert, und dir sagt, wo zum Beispiel heute eine Party ist. Wir haben all diese Themen zusammengefügt und durch #Tags einfach zu bedienen gemacht. Was uns also besonders macht ist, dass sich 16Tags nicht auf ein Thema spezialisiert, sondern ein Tool ist, mit dem ich meine komplette Freizeit planen oder auch ganz spontan inspirieren lassen kann.

 

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Oliver: Sagen wir mal, du planst eine Hip Hop Veranstaltung. Sobald du die Activity bei 16Tags hinzufügst und ihr den Tag #Hip Hop gibst, sehen alle User, die dem Tag #Hip Hop folgen die Veranstaltung. So bieten wir High Targeted Advertising, dass sich der User auch noch wünscht. Er will ja schließlich wissen, was zu seinen 16Tags in der Stadt passiert. Bis hierhin ist alles noch umsonst.

In unserem Adword-System, kannst du jetzt noch Budget hinter die Veranstaltung legen, und deine Party wird im Listing, als Erste erscheinen. Die Kosten variieren je nach der Competition für den #Tag. Von 0,10 Cent bis 2,00 Euro oder mehr pro Klick. Wir rechnen komplett Performance-basiert ab.

 

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von 16Tags gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Oliver: Find mal an einem Donnerstagabend in München schnell sechs Leute, die mit dir zum Paintball gehen. Wir haben nie welche gefunden, jetzt tun wir’s. Das war eigentlich der Grundstein der Idee. Ich war zuvor Head of IT Europe bei der Barclays Bank in London. 2009 bin ich dann nach München zurückgekommen und hab dort die Technologie-Agentur COSEVEN gegründet.

Mit COSEVEN haben wir zum Beispiel Start-Ups wie tado oder orderbird betreut. Die Agentur gibt es auch weiterhin und unterstützt bei 16Tags. Mein Bruder Michael war bei Serviceplan Hamburg als Kreativer für BMW beschäftigt und ist, nachdem ich ihm von 16Tags erzählt habe, sofort nach München zurück gekommen, und kümmert sich um das Produkt-Management.

 

WebMagazin: Wann seid Ihr mit 16Tags Live gegangen und wie finanziert Ihr Euch?

Oliver: Wir haben die App im Mai gelauncht und haben ca. 6.000 User, 120.000 Activitys und 25.000 Places. Wir haben WestTech Ventures, sowie zwei Business Angels an Bord.

 

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

Oliver: Im Oktober wird das Adword-System gelauncht. Gerade fangen wir an, uns auch auf Hamburg und Berlin zu konzentrieren. In 12 Monaten ist das Ziel, zu internationalisieren und mit London zu beginnen.

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