Gefahrenherd Phishing- und Spam-Mails [Gastbeitrag]
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Der Name (und Ruf) eines Unternehmens beziehungsweise einer Marke ist heute ein noch viel wertvolleres Gut, als das noch vor 20 oder 30 Jahren behauptet werden konnte. Dank multimedialer Vertriebswege und einer erhöhten Transparenz durch das Netz, können sich Verbraucher jederzeit über ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Marke informieren, um die eigene Kaufentscheidung genau abzuwägen. Betrügerischer Mails, häufig Phishing und/oder Spam genannt, werben gezielt mit fremden und populären Marken und ruinieren damit mitunter den Ruf des eigentlichen Unternehmens und die Effizienz von E-Mail-Kampagnen.

Markenmissbrauch steigt rasant an

Um Verbraucher weitestgehend vor gefährlichen E-Mails zu schützen, sind sehr viele Postfächer mit einem entsprechenden Spam-Filter ausgestattet. Das ist auch sinnvoll, jedoch kann dieser Umstand negative Effekte auf eigentlich völlig unbeteiligte Unternehmen nehmen.

Versender von Spam- und Phishingmails nutzen immer häufiger gezielt bekannte Brands, um den Verbraucher so auf eine falsche Spur zu locken. Insbesondere bei Phishing Mails, die das Ziel haben, dass der User die Mail als vertrauenswürdig einstuft und die darin verlinkte Seite besucht, ist die Gefahr groß. Allein im Juni 2013 betrug die Zahl der neu entdeckten Phising Seiten über 30,000 (Quelle: Anti-Phising Working Group).

Die Betrüger nutzen bekannte Unternehmen wie Amazon, Banken oder Versicherer, um etwas vorzutäuschen, was den User dazu bewegen könnte, die schädliche Seite aufzurufen. Weil diese häufig noch im Design des eigentlichen Unternehmens gehalten sind, bemerken vor allem Laien und unerfahrene Nutzer im Netz den Angriff erst, wenn es schon zu spät ist. 

Aber auch andere Branchen sollten sich über die potentielle Gefahr, die von Phishing ausgeht im Klaren sein. Besonders Unternehmen, deren Geschäftsschwerpunkt im Bereich E-Commerce liegt, können schnell ins Visier von Phishing Attacken geraten. 

Langfristig führen derartige Mails und der Missbrauch von Marken und Unternehmen dazu, dass diese Begriffe vom Spam- und Phishingfiltern aufgegriffen werden. Sendet das eigentliche Unternehmen dann im Zuge einer E-Mail Marketing Kampagne einen echten Newsletter heraus, landet dieser im Spamfilter der Empfänger, da vorher aktiv mit dem Marken- und Unternehmensname Phishing beziehungsweise Spam betrieben wurde. 

Kann Software Abhilfe schaffen?

Auf der dmexco 2013 in Köln wurde erstmalig eine Full-Service E-Mail Software vorgestellt, die sich genau diesem Problem annimmt. Der XQ: Spam & Phishing Radar identifiziert E-Mails, die von fremden Personen/Unternehmen mit Bezugnahme auf den eigenen Unternehmens- oder Markennamen versandt werden. Dafür wird eine integrierte Volltext-Analyse genutzt, die rund 100 Millionen Spam-Mails analysiert und gezielt nach bestimmten Begrifflichkeiten, beispielsweise Marken-, Unternehmen- oder Produktnamen, sucht und diese gebündelt ausgibt. Während bisher kaum festgestellt werden konnte, ob und wie häufig markenrechtlich geschützte Begriffe missbraucht wurden, liefert der Spam & Phishing Radar erstmalig neue und verlässliche Ergebnisse.

Wie kann interveniert werden?

Treten Spam oder Phishing-Attacken vermehrt auf, sollte ein Unternehmen in jedem Fall aktiv werden: 

  • Anzeige erstatten (meist nur wirkungsvoll, wenn der Urheber der Attacken aus dem deutschen oder europäischen Rechtsraum agiert)
  • sofortige Unterlassungserklärungen anfertigen lassen
  • Vorfall gegenüber antiphishing.org oder den Verbraucherzentralen melden
  • Kunden auf etwaige Phishing-Seiten aufmerksam machen

Damit Newslettermarketing auch morgen noch Erfolg hat

E-Mail Marketing nimmt seit jeher einen erheblichen Teil in Strategien und Kampagnen für das Online Marketing ein. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, weshalb Unternehmen vorsorgen müssen, um nicht unbeteiligt durch dritte Kräfte dieser Möglichkeit beraubt zu werden. Indem Markenmissbrauch frühzeitig erkannt und dagegen vorgegangen wird, kann eine unverschuldete Aufnahme in Spam- und Phishingfilter verhindert werden.

Webtipp:

  • Ausführliche Informationen über das Ausmaß von Phising können Interessierte z.B. dem aktuellen Phishing Trend Report der Anti-Phishing Working Group (APWG) entnehmen.

Passend zum Thema möchten wir Euch auf den WebMagazin Newsletter hinweisen, der einmal wöchentlich immer Freitagmittags erscheint. Hier könnt Ihr Euch anmelden.


Aufmacherbild:  Pixel / Fotolia.com

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