GEMA: Deutschland hat die meisten YouTube-Sperren weltweit
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„Dieses Video ist in deinem Land leider nicht verfügbar.“ Dieser Hinweis dürfte uns auf YouTube bereits einmal die Vorfreude auf ein Video vermiest haben. Grund dafür sind deutsche Urheberrechtsgesetze und die GEMA, die hierzulande rund 60 Prozent, also 610 der 1.000 meist geklickten Videos einen Riegel vorschieben. Damit sind ein Deutschland weltweit mit Abstand die meisten YouTube-Videos gesperrt – gefolgt vom Südsudan mit 152 Videos und dem Vatikanstaat mit 51. Folgende interaktive Grafik von OpenDataCity zeigt die blockierten Clips. Die Datenvisualisierungsexperten von OpenDateCity sind spezialisiert auf Anwendungen rund um große Datensätze und erstellen webbasierte Apps, die als datengetriebene Rechercheumgebungen dienen.

Supported by MyVideo. Made by OpenDataCity. This App is under CC-BY 3.0.

Die Grafik zeigt unter anderem, dass deutsche User die Originalfassung von „Gangnam Style“, das mit 60 Klicks das erfolgreichste YouTube-Video aller Zeiten ist, wohl nur vom Hörensagen kennen. Auch Videos von Künstlern wie Justin Bieber, Lady Gaga, Beyoncé, Michael Jackson und Alicia Keys sind von der Sperre betroffen. Die Begründung lautet beim Großteil der Clips immer gleich: „…weil es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden“. Die Betonung liegt dabei auf „möglicherweise“, denn nur bei 8,4 Prozent aller Videos liegen definitiv bestehende Rechtsprobleme vor. Immerhin erfährt der User damit, warum er das gewünschte Video nicht zu sehen bekommt.

Aber genau diese Info-Einblendung ist der GEMA ein Dorn im Auge. Zwar ist die Verwertungsgesellschaft der Grund für die massive Beschneidung des YouTube-Contents, allerdings möchte sie nicht jedes Mal namentlich erwähnt werden – ist ja auch schlecht für das Image und schließlich sperrt die GEMA die Videos nicht selbst. Ganz im Gegenteil: Die GEMA möchte sogar, dass die betroffenen Videos gespielt werden – gegen eine Mindestvergütung von 0,00375 Euro. Dies entspricht aber einem Vielfachen dessen, was die Plattform in anderen Ländern bezahlen muss. Deshalb hat die GEMA eine Unterlassungsklage gegen Sperrhinweise von YouTube eingereicht.

Damit erreicht ein jahrelanger Streit zwischen der GEMA und YouTube seinen vorläufigen Höhepunkt. Leidtragende des Konflikts sind die User, die die Plattform auch dann gerne nutzen, obwohl sie den vollen Umfang des Angebotes nicht nutzen können und bei besonders beliebten Videos in die Röhre gucken.

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