Gema fordert Lizenzgebühren für eingebettete Videos
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Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) fordert eine Gebühr für das Einbetten urheberrechtlich geschützter Videoclips von YouTube und anderen Video-Plattformen auf Webseiten oder in sozialen Netzwerken. Das teilte Gema-Sprecherin Ursula Goebel gegenüber Golem.de mit. Experten sind sich uneinig, ob diese Forderung berechtigt ist. Der Bundesgerichtshof hatte im letzten Jahr ein Verfahren zu dieser Problematik an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weitergeleitet. Eine Entscheidung steht diesbezüglich noch aus.

Kritiker werfen der Gema vor, eine faktische Doppel-Lizenzpflicht zu fordern. Dabei würden sowohl die Videoportale wie Youtube oder Vimeo, als auch die einbettenden Websites für den selben Content zur Kasse gebeten werden.

Die Gema machte jedoch deutlich, dass über die reine Forderung hinaus keine weiteren Aktivitäten geplant seien und man das Urteil des EuGH diesbezüglich abwarten werde. Die entscheidende Frage ist, ob sich das Einbinden von Content von einer einfachen Verlinkung unterscheidet.

Für eine Gleichstellung beider Praktiken spricht, dass der Content mit dem Löschen oder Deaktivieren auf dem Videoportal automatisch auch von der einbindenden Website verschwindet. Es ist also nicht mit einer Kopie vergleichbar, welche auf einem externen Server gehostet wird.

Gegen die Gleichstellung kann angebracht werden, dass ein eingebundenes Werk nicht zwingend die Quelle, also beispielsweise Youtube, deutlich macht und so das Gefühl eines eigenen Inhalts vermittle.

Möglicherweise handelt es sich beim Einbetten um eine völlig neue Nutzungsform im Verwertungsrecht, welche nun vom EuGH bewertet werden muss. Die aktuelle EG-Richtlinie hierzu stammt aus dem Jahr 2001. Damals war die nun diskutierte Problematik noch unbekannt.

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