Globales Wirtschaftswachstum für 2015 und 2016
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Ein umfassendes und nachhaltiges globales Wirtschaftswachstum ist sicherlich erstrebenswert. Doch ob ein weltweites Wachstum überhaupt möglich ist, bleibt fraglich. Der Schlüssel zu einem kräftigeren globalen Wirtschaftswachstum sind fördernde Strukturmaßnahmen in den großen Industrie- und Schwellenländern.

Kein globales Wachstum ohne politische Maßnahmen 

Solange Investitionen, Kreditvergaben und der internationale Handel verhalten bleiben, steigen auch die Wachstumsraten nur geringfügig. Das zeigt die Vorabveröffentlichung des jüngsten OEDC Economic Outlook. Das Papier mit Wachstumsprognosen zu den 20 größten Wirtschaftsnationen wurde im Hinblick auf das Treffen der Staats- und Regierungschefs der G20 Mitte November in Brisbane veröffentlicht. 

Der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría, spricht sogar von einer möglichen wirtschaftlichen Stagnation im Euro-Raum, die wegen nach wie vor hoher Finanzrisiken und den damit verbundenen Marktschwankungen eintreten könnte.

Wachstum nach Wirtschaftskrise bescheiden

Das globale Bruttoinlandsprodukt wird den Projektionen zufolge im Jahr 2014 um 3,3 Prozent zulegen. 2015 wird das BIP-Wachstum dann 3,7 Prozent betragen, und für 2016 projiziert der Wirtschaftsausblick einen Zuwachs von 3,9 Prozent. Verglichen mit der Vorkrisenzeit ist dieses Wachstum allerdings bescheiden und liegt um Einiges unter dem langjährigen Mittel.

BIP-Wachstum in Deutschland

Für Deutschland gehen die Projektionen von 1,1 Prozent BIP-Wachstum 2015 und von 1,8 Prozent 2016 aus. Damit ähnelt es den erwarteten Werten des Euroraums, die sich von 0,8 Prozent BIP-Wachstum 2014 auf 1,1, Prozent im kommenden Jahr und 1,7 Prozent 2016 steigern. Ein großes Risiko für diese Projektionen ist dem Papier zufolge die stark unterschiedliche Dynamik in den betrachteten Ländern und Regionen. Sie verstärkt die ohnehin schon hohen Abwärtsrisiken.

Risikofaktoren: schwache Nachfrage und Staatsverschuldung

Auch die schwache Nachfrage im Euro-Raum gibt Anlass zur Sorge. Sie könnte eine längere Periode der Stagnation und Niedriginflation einleiten. Die Straffung der Geldpolitik in den USA wiederum könnte zu Finanzmarktschwankungen in Schwellenländern führen.

Ein weiterer Risikofaktor ist die hohe Staatsverschuldung in manchen entwickelten Volkswirtschaften und Schwellenländern.

oedc wirtschaft

Quelle: Preliminary November 2014 OEDC Economic Outlook database

 

 

Aufmacherbild: Businessman Touching a Graph Indicating Growth von Shutterstock/ Urheberrecht Dooder

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