Google+ Chef Vic Gundotra tritt zurück
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Vic Gundotra, einflussreicher Google-Manager und Chef des Online-Netzwerkes Google+, wirft das Handtuch und verlässt nach acht Jahren das Unternehmen.

Gundotra nennt keine Gründe für seinen Rücktritt. Die Zeit sei gekommen für einen neuen Lebensabschnitt und er freue sich auf das, was kommt.

Gundotras offizieller Google+ Abschiedspost liest sich fast schon poetisch. Auf der Beerdigung des Onkels seiner Frau, hätte ihn die Abschiedsrede der Tochter des Verstorbenen zu Tränen gerührt. Sie erzählte, jedes Mal als ihr Vater anrief, fing er das Gespräch nicht mit dem üblichen: „Wie geht es dir?“ an, sondern startete immer mit dem gleichen Satz: „Und dann?“ Jede Unterhaltung wäre für ihn die Fortsetzung der vorherigen gewesen – eine endlose Schleife an immer neuen Informationen, die mit seinem Tod ein Ende fand. 

So leitet Gundotras seine Entscheidung ein, das Unternehmen zu verlassen. Anschließend bedankt er sich bei dem Unternehmen, bei Larry Page, bei dem Google und Google+ Team. Er gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Aber es sei an der Zeit:But, now is the time for a new journey. A continuation. An „and then“. I am excited about what’s next. But this isn’t the day to talk about that. This is a day to celebrate the past 8 years. To cry. And smile. And to look forward to the journey yet to come.

Massive Umstrukturierung bei Google+

So poetisch sein Abschiedspost auch klingen mag, hat die Entscheidung sicherlich ernste Gründe. Der Google+-Bereich soll massiv umgebaut werden. Wie TechCrunch berichtet, soll Google+ nicht mehr als eigenständiges Produkt ausgebaut, sondern auf die Rolle als Online-Netzwerk eingeschränkt werden. Der Bereich sei zwar noch nicht abgestorben, aber „Google+ is walking dead.“ Die Plattform könne sich nicht als starke Konkurrenz für Facebook oder Twitter erfolgreich etablieren. Scheinbar will Google diesen Run auch nicht weiter unterstützen. 1000 Software-Entwickler seien versetzt worden, um in anderen Bereichen zu arbeiten. Das Hangout-Videochats-Team beispielsweise wechselt zu Android-Betriebssystem.

Keine Konkurrenz für Facebook 

Als Google+ im Jahr 2011 ins Leben gerufen wurde, sollte die Plattform mit Facebook konkurrieren können. Drei Jahre später sieht die Realität düster aus: 300 Millionen Nutzer gegen 1,3 Milliarden auf Zuckerbergs Social-Media-Plattform. Bislang ist die Strategie, aus Google+ einen ebenbürtigen Facebook-Rivalen zu formen, nicht aufgegangen. 

Ob Gundotras Abschied nun einen Neuanfang oder Untergang der Plattform bedeutet, wird sich zeigen. Übrigens sind erste Gerüchte über Gundotras Abgang über die „Secret“-App durchgesickert, die für so manch eine Enthüllung aus Silicon Valley verantwortlich ist.  

 

Aufmacherbild: HILVERSUM, NETHERLANDS – JANUAR 03, 2014: Google plus is a social networking/identity service owned and operated by Google Inc. von Shutterstock/ Twin Design

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