Google ergreift weitere Maßnahmen gegen Piraterie
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Vergangenen Freitag veröffentlichte die Rechtsabteilung von Google auf ihrem Blog, dass das Unternehmen weitere Maßnahmen ergreife, um gegen Piraterie von Musik und Filmen vorzugehen. So soll künftig nicht vermehrt auf legale Inhalte hingewiesen und diese auch gesondert markiert werden. Zudem beabsichtige der Suchmaschinen-Anbieter, vermeintlich illegale Inhalte bei der Suche schlechter im Ranking auftauchen zu lassen. Suchbegriffe wie „stream“, „free“ und „watch“ in Kombination mit urheberrechtlich geschützten Filmen sollen lediglich auf kommerzielle Seiten verweisen. Manche Begriffe, die eindeutig auf Urheberrechtsverstöße hinweisen, sollen außerdem aus der Autovervollständigung gestrichen werden.

Google geht gegen Piraten vor und „fördert“ etablierte Künstler

Zusätzlich plant Google bei berühmten Künstlern im Informationsfenster Links zu legal verwalteten Medien bereitzustellen. Momentan befindet sich die Umstellungen in den USA in der Testphase. Sollte sich die Maßnahme dort bewähren, wird auch der internationale Markt angepasst.

Google rühmt sich als Bekämpfer von Piraterie

Bei welchen Inhalten es sich um illegale Angebote handeln könnte, will Google anhand von DMCA-Klagen ermessen. Gemeint ist damit der umstrittene Digital Millennium Copyright Act, ein in den Staaten wirksames Gesetz, das die Rechte von Copyright-Inhabern der Film- und Musikindustriet erweitert. Google habe im vergangenen Jahr allein 224 Millionen Löschanträge von Links erhalten, auf die innerhalb von sechs Stunden reagiert worden sei. 222 der DMCA-Klagen konnten bearbeitet werden; für das verleibende Prozent hätten nicht genug fundierte Informationen vorgelegen, um der Sache nachzugehen, heißt es im Report.

Spannend wird es, wenn Google legale von illegalen Inhalten anhand der deutschen Rechtslage zu unterscheiden versucht. Manch einer witzelt schon jetzt über Google restriktives Vorgehen:

Good bye Google – welcome bing

kommentierte ein User prompt. Piraten lassen sich mit dieser Maßnahme zwar vom sicheren Hafen fernhalten, nicht aber endgültig versenken – es wird Inseln geben, auf die sie ausweichen und ihr zwiespältiges Geschäft fern jeglicher Rechtslage fortsetzen können. Bing wird aber sicherlich wohl nur als Halbinsel durchgehen und alsbald selbst die rechtlichen Dämme hochziehen.  

 

Aufmacherbild: pirates flag on a beach via Shutterstock / Urheberrecht: life_in_a_pixel

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