Betaprogramm eingestellt

Google Glass Explorer Projekt beendet – ein neues folgt
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Die vor allem in Europa umstrittene Datenbrille Google Glass wird bis zum 19. Januar eingestellt – allerdings nur die Beta-Phase rund um das Explorer-Programm. Mit der Gründung einer neuen Google-Abteilung wird die Entwicklung einer Folgeversion mit einer veränderten Ausrichtung vorangetrieben.

Tony Fadell steigt in neues Glass-Projekt ein

Über einen Post bei Google Plus teilte das Unternehmen gestern mit, dass das 2012 begonnene Explorer-Projekt der Google Glass noch diesen Monat auslaufen werde. Im gleichen Zuge wurde allerdings betont, dass das Wearable nicht eingestellt, sondern lediglich aus der Forschungsabteilung Google X ausgegliedert werde und künftig unter der Leitung des früheren Apple-Managers und Nest-Gründers Tony Fadell stehen wird. Die operative Führung soll aber TechCrunch zufolge weiterhin von der bisherigen Projektleiterin Ivy Ross beibehalten werde. Glass wird also aller Voraussicht nicht vom IOT-Großprojekt Nest geschluckt werden.

Google Glass erhält neue Fokussierung

Auf Google Plus wird zudem betont, dass Glass nun in eine neue Entwicklungsphase eintreten werde. War das Projekt rund um die Datenbrille zunächst so ausgelegt, zu erproben, in welchen Bereichen Glass am besten angenommen wird, steht nun wohl fest, dass dies (noch) nicht der alltägliche Gebrauch sein wird. Mal abgesehen von berechtigen Einwänden zur Privatsphäre im öffentlichen Raum, einigen handgreiflichen Vorfällen auf Glass-Träger und technischen Problemen hinsichtlich der Akku-Leistung und überhitzter Modelle, will das Tech-Unternehmen nun den Fokus vermehrt auf die gewerbliche und industrielle Nutzung legen.

Datenbrille für den Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz oder in der industriellen Fertigung könnte das Projekt tatsächlich Anklang finden, indem sich über das Display schnell Informationen zu einem Gegenstand oder Sachverhalt abrufen lassen. Digitale Baupläne und Handlungsanweisungen, die mit der Umgebung interagieren und dem Träger beispielsweise an der betreffenden Stelle einer Maschine durch Projektion auf dem Display zeigen, wo Handlungsbedarf besteht, wäre ein mögliches Einsatzgebiet. Aber auch was die Alltagstauglichkeit anbetrifft, will Google nicht klein bei geben.

Entwickler sollen dran bleiben

Es wird offenbar an unterschiedlichen Editionen gearbeitet. Entwickler, die sich bisher mit dem Explorer-Modell beschäftigten hätten, sei also nicht der Wind aus den Segeln genommen und angeraten, weiter zu entwickeln. Das Interesse ist spürbar im letzten Jahr zurück gegangen, was womöglich auch Google zu dem Umschenk veranlasste. Wie die Pläne hierzu genau aussehen werden und wann die neuen Varianten anstehen, wurde leider nicht durch den Google-Eintrag aufgeklärt. So hieß es nur betont selbstbewusst, dass man die neuen Glass zu sehen bekäme, wenn sie fertig sind.

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