Google Glass kommt vorerst ohne Gesichtserkennungs-Software
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Der starke Druck von Datenschützern und die vielen kritischen Stimmen gegen Überwachungs- und Spionageszenarien zeigen Wirkung: Wie jetzt bekannt wurde, verbietet Google Gesichts- und Sprachmustererkennungssoftware für Google Glass bis auf Weiteres. Zunächst wolle man Mechanismen zum Schutz vor Missbrauch entwickeln.

Schon vor der Auslieferung der ersten Version der Datenbrille an Prominente und ausgewählte Entwickler im April dieses Jahres, sorgte Google Glass für Negativschlagzeilen. Dabei ist die Furcht vor Besserwissern und Klugscheißern – den Glassholes – das geringste Übel. Viel problematischer ist nämlich die Angst vor einer Gesellschaft, in der niemand sicher sein kann, nicht gefilmt, fotografiert und in anderer Weise ausspioniert zu werden. Schon jetzt arbeiten das Start-Up   Lambda und andere Software-Firmen an einer Software, die Gesichter erkennen kann, Freunde in Menschenmengen findet oder Bilder automatisch mit Freunden aus Google+ und Facebook verlinkt. Auch der US-Kongress nahm dieses Thema ernst und berief einen Ausschuss, der Fragen an Google übermittelte.

Nun hat Google auf die Proteste der Datenschützer reagiert und ein ausdrückliches Verbot von Gesichtserkennungssoftware in die Bestimmungen für Entwickler von Glass Apps aufgenommen. Unter Punkt C, Paragraph 1e heißt es hier:

Benutzen Sie die Kamera oder das Mikrophon nicht, um persönliche Informationen abzugleichen oder sofort anzuzeigen, die Personen außer dem Nutzer selbst identifizieren. Dies beinhaltet auch die Erkennung von Gesichtern oder Stimmmustern. Apps, die über solche Funktionen verfügen, können zum derzeitigen Zeitpunkt nicht freigegeben werden.

Zwar schließt Google mit diesem Statement die Integration von Programmen mit Gesichts- und Stimmerkennungs-Funktion aus, doch wolle man diese unter Umständen in den App Stores anbieten, wenn die notwendigen Datenschutz-Mechanismen entwickelt wurden, die den Schutz der Privatsphäre gewährleisten können.

Auch die Aufnahme von Fotos und Videos mit ausgeschaltetem Bildschirm verbietet der Internet-Konzern, so dass für das Gegenüber zumindest erkennbar ist, ob die Datenbrille eingeschaltet ist oder nicht. Zwar gelang es Entwicklern bereits, die Brille zu hacken, doch will Google selbst die Kontrolle über die Apps behalten, die für Google Glass zur Verfügung stehen werden.

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