Google I/O 2014: Highlights der Keynote
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Gestern ist Googles Entwickler-Konferenz im großen Saal des Moscone Center in San Francisco gestartet. Rund 6000 Entwickler waren da, unzählige verfolgten die Keynote im Livestream. Ein Fazit vorab: Große Hardware-Innovationen blieben aus. Alles drehte sich um das neue Android 5.0, oder bessergesagt Android „L“.

Googles mobiles OS wurde in der neuen Version stark überarbeitet, sowohl optisch, als auch funktionell. Es soll künftig in alle Bereiche unseres Lebens sickern und nicht nur auf Smartphones und Tablets zu finden sein, sondern auch an unseren Handgelenken, in unseren Wohnzimmern und in unseren Autos.

Project L 

Schon jetzt nutzen rund eine Milliarde Menschen Android, gab Google Manager Sundar Pinchai bekannt. Der Marktanteil bei Tablets konnte auf 62 Prozent ausgebaut werden.  

Project L für Smartphones und Tablets soll die Vormachtstellung weiter ausbauen. Android wird in der neuen Version flacher und klarer, ähnlich wie Apples iOS 7, das von der Community gespalten aufgenommen wurde. Die Farben werden knalliger, der Bildschirm reagiert mit Wellenbewegungen auf Berührungen und wichtige Knöpfe scheinen über dem Design zu schweben und sind mit Schatten unterlegt.

Allerhand neue Funktionen erhalten Einzug. So soll die neue Android-Version beispielsweise einen Mitteilungsdienst bekommen, der Meldungen und Hinweise auf dem Lockscreen anzeigt, die man dort (endlich) auch bearbeiten kann. Weiterhin wird es neue Sicherheitsfunktionen geben, die an einem zentralen Ort im System eingestellt werden können. Wenn das Handy abhanden kommt, kann man es per „kill switch“, also einem Notschalter, aus der Ferne unbrauchbar machen. 

Android L wird außerdem 64-Bit-Prozessoren unterstützen und soll dadurch deutlich schneller werden, als alle bisherigen Android-Varianten. Daneben wurde auch ein Android Extension Pack präsentiert, das vor allem bei Spielen zum Einsatz kommen soll und für mehr Leistung sorgt. Jedoch braucht man, um davon zu profitieren, mindestens ein High-End-Tablet. Zudem sollen Androiden künftig alle gängigen Microsoft-Office-Formate nativ beherrschen, um effektives Arbeiten auf dem Smartphone oder Tablet zu ermöglichen. Apropos Microsoft: Deren Cloud-Lösung OneDrive ist seit gestern zu deutlich günstigeren Preisen zu haben. Google hat nachgelegt und bietet mit Google Drive unbegrenzten Web-Speicherplatz zu 10 Dollar pro Monat für Mitarbeiter einer Firma. 

Das ist eine der umfassendsten Versionen: Sie hat über 5.000 neue APIs, mit denen wir vor allem auf Geräte jenseits von Smartphones und Tablets abzielen.,

sagte Pinchai während der Eröffnungsrede.  

Android Wear

Während der fast dreistündigen Keynote wurden auch Details zur im März vorgestellten Android-Variante für Wearables, Android Wear, preisgegeben. Informationen wie Wettervorhersagen, Verkehrsdichte, SMS und Herzraten werden direkt auf dem Display der Smartwatch angezeigt. Unterwegs gibt die Uhr seinem Träger Live-Informationen zur Umgebung, Tracking und Datensammeln inklusive, versteht sich.

Um Android Wear zu steuern, setzt Google auf eine Kombination aus Sprachkommandos und Touch/Swipe. Das System funktioniert größtenteils über Sprachbefehle. Erst wenn man weiterführende Aktionen ausführt oder weitere Informationen einblendet, muss man das Wearable anfassen. Da die smarten Uhren vor allem als Erweiterung des Smartphones zu sehen sind, braucht man keine Apps zu installieren. Sie werden automatisch vom Smartphone auf die Uhr kopiert – vorausgesetzt der Entwickler der App hat eine entsprechende Funktion eingebaut.  

Neben Motorolas Moto 360 wurde Samsungs Gear Live und LGs G Watch vorgestellt. Während allerdings Samsungs und LGs Uhren sofort bestellt werden können, müssen sich Moto 360-Anhänger noch etwas gedulden. Sie ist die einzige Google-Uhr, die mit rundem Display ausgeliefert werden soll.

Android Auto, Android TV

Neben Project L und Android Wear wurde Android Auto angekündigt. Wie Apples CarPlay übernimmt hier das Smartphone die Benutzeroberfläche des Auto-Navigationssystems. Anrufe, Musik, Navigation, Nachrichten und Sonstiges laufen dann über das Android-Telefon. 40 Hersteller haben bereits ihr Interesse am System bekundet. Unter anderem sind Audi, VW und Opel Partner.

Android TV soll zur ersten Wahl für Smart-TV-Systeme werden. Google will unter anderem die Google-Suche in TV-Geräte und Set-Top-Boxen integrieren. Weitere Details gibt’s in der vollständigen Keynote:

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