Google kauft sich ein Nest: Übernahme von SmartHome-Firma für 3,2 Milliarden Dollar
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Google hat bekannt gegeben, dass man für einen Kaufpreis von 3,2 Milliarden Dollar in Bar die Firma Nest übernimmt, einen renommierten Anbieter von Heimautomationslösungen.

Nest Labs Inc., so der vollständige Name des Unternehmens, ist hierzulande kaum bekannt. Auf dem amerikanischen Markt hat man sich allerdings seit der Gründung 2011 einen Namen mit einem intelligenten Thermostat für Heizungen und einem Rauchmelder gemacht. Das Besondere an beiden Geräten: Dank Smartphone-Anbindung lassen sie sich fernsteuern. So kann man beim Thermostat per App die eingestellte Temperatur ändern, der Nest Protect genannte Rauchmelder wird mithilfe des heimischen WLAN-Netzes eingerichtet und ermöglicht Statusabfragen per Smartphone.

Gegründet wurde Nest vom ehemaligen Apple-Manager Tony Fadell, einst beteiligt an der Entwicklung des iPods, und seinem Partner Matt Rogers.

Auf dem Nest Blog versichern die Verantwortlichen, dass Nest auch nach der Übernahme durch Google weiter iOS-Geräte unterstützen wird. Auch auf Datenschutzbedenken geht der Blogeintrag ein. Auf die Frage, ob Kundendaten von Nest mit Google geteilt werden, gibt man allerdings die etwas vage Antwort, dass die Privacy Policy von Nest die Nutzung von Kundendaten darauf beschränkt, Nest-Produkte bereitzustellen und zu verbessern. Ein klares Dementi hört sich anders an.

Google betont in seiner Pressemitteilung, dass Nest künftig unabhängig von Google arbeiten solle:

Nest will continue to operate under the leadership of Tony Fadell and with its own distinct brand identity. 

Für Google markiert die Übernahme den Einstieg in den Smart-Home/Heimautomationsmarkt. Bisherige Experimente des Unternehmens in diesem Bereich waren erfolglos. Sowohl Google Health, eine Plattform auf der elektronische Patientenakten abgelegt werden konnten, als auch das sogenannte PowerMeter, eine Software für die Analyse des heimischen Energieverbrauchs, wurden eingestellt.

Man darf deshalb gespannt sein, in welchem Umfang Google Nest tatsächlich weiter unabhängig arbeiten lässt.

Der Forrester-Analyst Frank Gillet vermutete gegenüber Mashable, dass Nest eine Vision dafür sein könnte, wie Google zuhause aussehen könnte. Dass sich Google auf dem SmartHome-Markt engagiert, hat einen einfachen Grund: Mit dem Trend hin zum vernetzten Heim, prognostizieren Analysten der Branche in den nächsten Jahren Milliardenumsätze.

Hinzu kommt, dass Google den Ruf als Datenkrake nicht umsonst trägt. Hat man also mithilfe von Heimautomations-Technologie bei den Kunden buchstäblich einen Fuß in der Tür, darf man auf wertvolle Daten über Kundenverhalten und –vorlieben hoffen. Und diese lassen sich schließlich ebenfalls in Form von zielgerichteter Werbung teuer verkaufen.

 

 

 

 

 

 

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