Google Project Ara Developer Wettbewerb
Kommentare

Seit 2013 ist bekannt, dass die Google Tochter Motorola an einem modularen Smartphone-Konzept arbeitet. Im April dieses Jahres wurde das Module Developer Kit (MDK) für Project Ara veröffentlicht, um mit der Unterstützung von Entwicklern, das ambitionierte Projekt voran zu treiben.

Das modulare Smartphone soll den selbstständigen Austausch sämticher Bauteile wie Prozessor, Tastatur, Batterie, Kamera etc. erlauben. Das von Projektleiter Paul Emerenko als „Gray Phone“ bezeichnete Smartphone, soll durch seine triste Farbgebung Nutzer dazu motivieren, ihr Smartphone nach ihren persönlichen Vorstellungen anzupassen und zu verändern.

Das Projekt soll nicht nur zu einem modularen Smartphone führen, das im Preissegment zwischen 50 und 500 Dollar erhältlich ist. Das Konzept sieht außerdem vor, dass das Smartphone in mindestens zwei Größen verfügbar und es umbau- und erweiterbar gestaltet ist.

Project Ara: der erste Prototyp

Ein Vorab-Prototyp des modularen Smartphones wurde auf der Ara Developer Conference Mitte April vorgestellt. Die vorgestellte Version des MDKs enthielt neben der Dokumentation mögliche Modulkonfigurationen und Modul-Vorlagen.

Demnach existieren zwei Modul-Kategorien. Die Frontmodule für Display, Mikrofon und Lautsprecher sowie die Heckmodule für die Rückseite der Smartphones, auf denen zum Beispiel die Kamera, das WLAN-Modul oder der Akku verbaut werden. Der erste Ara-Prototyp wurde schließlich auf der Google I/O im Juni präsentiert.

Die Frontmodule erstrecken sich hierbei immer über die Gesamtbreite des als sogenanntes Endoskelett bezeichneten Rahmens. Die Module auf der Rückseite sind in drei verschiedenen Größen vorgesehen. Durch den Rahmen und die Anordnung des Spines (Rückrates) können die unterschiedlichen Module einfach in ein Raster gesteckt werden.

 

Bei dem aktuellen Prototyp erfolgt die Stromversorgung und Signalübertragung über sogenannte Interface Blocks mit jeweils zehn Kontakten. Vorgesehen ist es, die austauschbaren Module auf der Rückseite mittels Elektropermanentmagneten (EPM) zu fixieren. Auf der Vorderseite sind aktuell noch einrastende Pins verbaut. Wie und ob sich diese Komponenten weiterentwicklen, bleibt abzuwarten.

Die Evolution des modularen Smartphones

Geleitet von der ehemaligen Motorola-Abteilung ATAP (Advanced Technology and Projects), steht Projekt Ara immer noch vor dem großen Problem, dass Android korrekt mit den modularen Bauteilen kommuniziert. So kam es bei der Präsentation auch zu einem Boot-Fehler. Trotz allem war die Begeisterung der Zuschauer groß.

Denn der aktuelle Stand des Projektes ist durchaus begeisterungswürdig. Zwar ist nach wie vor unklar, ob auch eine dritte große Variante umgesetzt werden soll, eben dafür erbittet Google auch das Feedback der Entwickler. Nach der I/O wird jedenfalls mit viel Energie an der nächsten Evolutionsstufe des modularen Smartphones gearbeitet.

Project Ara Betatest und Developer Contest

Seit Anfang Juli wurde zudem das Ara-Scout-Programm beendet, welches gemeinsam mit dem Projekt gelaunched wurde. Hierbei sollten interessierte User über die dscout-App verschiedene Aufgaben erfüllen. Die aktivsten 100 Teilnehmer des Programms sollen nun einen Ara-Prototyp zum kostenlosen Testen erhalten. Damit sichert sich Google wichtiges Feedback im Rahmen eines Betatests. Außerdem wurde ein Developer-Wettbewerb ausgerufen, der mit 100.000 US-Dollar dotiert ist.

Entwickler sollen Module entwicklen, die täglich verwendbar sind und Smartphone-Usern etwas ermöglichen, was bis dato nicht mit einem Smartphone möglich ist. Wer daran teilnehmen möchte, muss neben dem Anmeldeformular und einem Fünf-Minuten-Video, das das Team vorstellt und die Funktionalität des Moduls erläutert, bis zum bis zum 1. September 2014 vorlegen. Ein funktionierendes Modul muss bis zum 30. September 2014 vorgelegt werden.

 

Die Weiterentwicklung des Ara-Konzeptes verspricht somit weiterhin Spannung und Innovation. Möglicherweise wird durch den bald starteten Betatest, der angekündigte Launch-Termin im Januar 2015 um einige Wochen verschoben. Bei den Herausforderungen, denen sich Developer aktuell noch mit Ara stellen müssen, wäre das wenig verwunderlich. Aber vielleicht klappt es ja doch mit dem pünktlichen Release nächstes Jahr.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -