Google und seine größten Flops
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In San Francisco beginnt heute die Google Entwicklerkonferenz auf der das Unternehmen mit technischen Neuheiten aufwartet. Inzwischen zählt die I/O zu einer der bedeutendsten Konferenzen der Welt. Neben großen Erfolgen und Innovationen, die unser tägliches Leben beeinflussen, kann der Suchmaschinen-Riese, der bekanntlich alles weiß, jeden kennt und über uns alle fleißig Daten sammelt, inzwischen auch auf eine Reihe von Flops zurückblicken. Wir haben die größten Fehlschüsse des Unternehmens für Euch zusammengestellt.

Google Wave

Erinnert sich eigentlich noch jemand an Google Wave, der selbstgepriesenen Revolution der E-Mail? Mit dem Dienst versprach uns das Unternehmen die Online-Zusammenarbeit zu erleichtern – tatsächlich erwies es sich jedoch als viel zu unübersichtlich und kompliziert in der Nutzung. Der kleine Anwenderkreis gab dem Programm den Rest, sodass es nur zwei Jahre nach dem Launch wieder eingestellt wurde. Manche Features der Software können wir allerdings auch heute noch nutzen, zum Beispiel in Google Docs.

 

Screenshot: googlewavedev.blogspot.de

Google Answers

Google Answers sollte hingegen das bessere Yahoo! Answers werden. Anstatt Antworten auf Fragen in irgendwelchen Foren zu suchen, konnten Nutzer ihr Anliegen hier direkt an von Google angestellte Experten richten, die schnell, qualifizierte Antworten liefern sollten. Der Haken und Krux des Features? Pro Antwort wollte Google zwischen 2,50 und 200 Dollar haben, von denen der Researcher 75 Prozent erhielt. Immerhin hielt sich der Service von 2002 bis 2006.

Screenshot: googleguide.com

Google X

Einen traurigen Rekord stellte hingegen Google X auf. In der Variation der Suchmaschine sollten alle Google-Produkte über der Suchleiste als Icons eingeblendet werden. Beim Darüberfahren mit der Maus vergrößerten sich die Symbole ähnlich wie bei Apples Mac-Betriebssystemen. Irgendwie war jedoch von Anfang an der Wurm drin und nach nur einem Tag ward die Innovation nicht mehr gesehen.

Screenshot: googlexjaysite.com

Dodgeball

Manche Flops entpuppten sich jedoch im Nachhinein als Erfolg – auch wenn Google nicht mehr davon profitierte. Nachdem Dennis Crowleys Dodgeball 2009 eingestellt wurde, entwickelte dieser seine Idee weiter und gründete Foursquare. Dodgeball ermöglichte es den Nutzern, per SMS einzuchecken, fiel jedoch wie einige andere Programme – Mashup Editor, Notebooks, Catalogs oder Jaiku- der großen Ausmistaktion im Januar 2009 zum Opfer.

Buzz

Am bekanntesten sind jedoch die Pleiten, die Google bei Produkten einstecken musste, die erfolgreichen Social-Media-Konkurrenten die Stirn bieten sollten. Dazu zählt sicherlich auch Google+, das bisweilen noch auf Bewährung weiter läuft und sicherlich noch neue Nutzer finden wird. Am spektakulärsten scheiterte Google dabei wohl mit Google Buzz, das Twitter vom Markt drängen sollte. 2010 wurde das Feature in Google Mail integriert und sollte automatisch erkennen, was die Freunde im Netzwerk machten. Darüber hinaus zeigte es gepostete Links oder Picasa-Foto und YouTube-Videos. Zum Problem wurde dabei jedoch der Datenschutz, da die Adressbücher der Google-Mail-Konten neben den Email-Adressen weitere persönliche Daten enthielten und so konnte Buzz nur wenige Nutzer gewinnen. Einige Funktionen wurden zwar in Google+ integriert, der Dienst wurde bereits im Oktober 2011 beendet.

Screenshot: google.de

Google Video

Richtig teuer wurde Googles Niederlage bei den Videos. Noch vor YouTube fand der Launch von Google Video statt, das neben ähnlichen Funktionen zu dem heute erfolgreichen YouTube noch Bezahl-Inhalte anbot. Die ungleich erfolgreichere Plattform YouTube startete etwa ein halbes Jahr später, überflügelte Google Video und wurde schließlich von Google für 1,6 Milliarden Dollar übernommen. Bis 2009 betrieb Google beide Dienste parallel – dann wurde Google Video eingestellt.

 

Die Fehlschläge gehen natürlich im Vergleich zu den erfolgreichen Diensten wie YouTube, Google Earth und auch den Hardware-Erfolgen des Nexus Tablets oder des  Android OS unter. Es macht jedoch Mut, dass auch Larry Page, Eric Schmidt und Sergey Brin vor Rückschlägen nicht gefeit sind.

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