Googles Nest übernimmt Dropcam für 555 Millionen Dollar
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Vergangenen Freitag teilte Matt Rogers, der Gründer und technischer Leiter der Google-Tochter Nest Labs Inc. mit, dass die Nest-Familie nun einen Zuwachs bekommen hat. Der renommierte Anbieter von Heimautomationslösungen, der einen smarten Thermostat und Rauchdetektor auf den Markt brachte, übernahm für 555 Millionen US-Dollar einen Hersteller der Überwachungskameras für Zuhause – Dropcam.

Die offizielle Ankündigung des Deals erreichte die Weltöffentlichkeit über den unternehmenseigenen Blog. Die Entscheidung, Dropcam zu übernehmen, wäre Nest Labs leicht gefallen:

Although this was a big decision for us, it wasn’t a difficult one to make. Before deciding to extend an offer to Dropcam, we spent a lot of time looking at camera companies and technologies around the world. And I can say without a doubt, Dropcam has the best products, services, and customer experience in the business.

Bilder der eigenen vier Wände in der Cloud

Dropcam wurde 2009 in San Francisco gegründet und entwickelt seitdem Überwachungskameras fürs Zuhause. Egal, wo sich die Kunden auf der Welt befinden, können sie immer einen Blick auf die Wohnung/Haus werfen und bleiben so „connected tot he things they care about“. Denn die Dropcam-Kameras können über mobile Geräte gesteuert werden. Die Aufzeichnungen des Objektes werden in der Cloud gespeichert und sind so für den User immer griffbereit. Für die Überwachungskamera zahlt der Nutzer einmalig 199 US-Dollar. Zusätzlich fällt jährlich eine Nutzungsgebühr für den Cloud-Speicher an, die bei 99 US-Dollar liegt. 

Dropcam-Datenschutz unter Nest

Besonders wichtig ist die Information über die Datenschutzbestimmungen, die in dem Blogeintrag erst ganz am Schluss erwähnt wird. Für Dropcam werden die Datenschutz-Richtlinien gelten, die auch für Nest gelten und sich von Googles Privacy Policy unterscheiden. Sprich, die übermittelten Daten werden ohne ausdrückliche Erlaubnis des Users an niemanden weitergegeben, auch nicht an Google. Und das ist die einzige Stelle der ganzen Mitteilung, an der der Suchmaschinen-Riese überhaupt mit einem Wort erwähnt wird. Zu groß sind scheinbar die Bedenken, der starker Partner im Rücken, der allwissende Google, könnte die potenziellen Kunden, die um ihre privaten Daten bangen, abschrecken:

Once the deal closes, we’ll incorporate Dropcam into how we do business at Nest. That includes how we handle everything from customer support to customer privacy. Like Nest customer data, Dropcam will come under Nest’sprivacy policy, which explains that data won’t be shared with anyone (including Google) without a customer’s permission. 

Google kauft sich ein Nest

Anfang des Jahres hatte Google bekanntgegeben, Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar übernommen zu haben. Nest hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2011 zu einem etablierten Anbieter von Heimautomationslösungen in den USA entwickelt, die sich dank Smartphone-Anbindung fernsteuern lassen. So kann der smarte Thermostat beispielsweise per App-Anweisungen die Temperatur verändern, während Nest Protect, ein intelligenter Rauchmelder, der mit Hilfe des heimischen WLAN-Netzes eingerichtet wird, Statusmeldungen an das Smartphone des Users schicken kann.

Smart Home und die Frage nach Datensicherheit

Damals schon stellte sich parallel zu der Übernahme die Frage nach Datensicherheit. Damals schon versicherten die Verantwortlichen, die privaten Nutzerdaten wären in Sicherheit. Doch eins ist klar – je mehr man in den Smart-Home-Bereich einsteigt, desto gravierendere Folgen kann der Missbrauch der User-Daten nach sich ziehen. Man kann sich leicht ausmahlen, was die Folgen eines Cyber-Angriffes auf eine Heim-Überwachungskamera, die ihre Daten an die Cloud weitergibt, sein können. 

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