Googles neue Spielregeln für Mobile-Werbung – „cost per click“ soll wieder steigen
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Google baut sein Werbekonzept für mobile Geräte weiter aus und hat für seine Keyword-Auktionen neue Regeln und ein neues Bezahlmodell vorgestellt. Ab sofort können Werbetreibende nicht mehr Gebote auf Keywords für verschiedenen Geräte abgeben, denn der Suchmaschinenriese unterscheidet nicht mehr zwischen Tablet und Desktop-PCs und bei Smartphones müssen sich die Anzeigenkunden auf engeres Regelwerk einstellen.

Google scheint sich den Zeitpunkt für die Ankündigung der neuen Werbegebühren nicht zufällig ausgesucht zu haben. Am kommenden Donnerstag werden die Quartalszahlen des Suchmaschinengiganten veröffentlicht und in den letzten Jahren haben die Wall Street Analysten ein besonders im Fokus gehabt: den Preis, den durchschnittlichen Preis, den Google für Anzeigen neben den Suchergebnissen verlangt. Dieser sogenannte „cost per click“ ist den letzten Jahren stetig gefallen. Der letzte Quartalsbericht wies aus, das der „cost per click“ um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen war.

Die neu eingeführten Regeln sollen dem Einhalt gebieten und sind eine nachvollziehbare Entscheidung, denn schließlich greifen immer mehr Nutzer über mobile Endgeräte auf Googles Suchmaschinendienst zu – da will Google natürlich mitverdienen. Doch bisher vergab Google Werbe-Keywords für Smartphones und Co. zu einem deutlich günstigeren Preis als bei Desktop-Anzeigen.

Laut einem Bericht im Wall Street Journal wurden Mobile Anzeigen im dritten Quartal 35 Prozent billiger verkauft als Desktop-Anzeigen. Auch deswegen erlaubt Google Werbetreibenden inzwischen, Nutzer der Google-Suchmaschine besser zu targeten, und zwar unter anderem im Hinblick auf Location und Tageszeit.

Auch Facebook unternahm im vergangenen Jahr enorme Anstrengungen, um sein Monetarisierungskonzept vor allem in Hinblick auf mobile Endgeräte aufzubessern. Werbeflächen und empfehlende Werbung haben nun auch den kleinen Displays der Smartphones Einzug gehalten.

Mit der letzte Woche bekannt gewordenen Entscheidung Google, künftig die Profilbilder und -namen von Google+ Nutzern für Werbezwecke nutzen zu wollen, hat sich der Konzern viel Kritik eingehandelt. Datenschützer sind besorgt um die Privatsphäre der User. Denn die Empfehlungen eines jeden Nutzers werden nicht nur innerhalb des sozialen Netzwerks für Werbung genutzt, sondern können auch auf jeder der zahlreichen Google-eigenen Websites, wie beispielsweise YouTube, erscheinen.

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