Googles Ohrfeige an Sotschi
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In wenigen Stunden werden die Olympischen Winterspiele in einer feierlichen Zeremonie in Sotschi eröffnet. Google würdigt wie immer das olympische Event mit einem maßgeschneiderten Doodle. Wer heute einen Begriff googeln will, wird von einem Bild begrüßt, das in den Regenbogenfarben erstrahlt –  ein internationales schwul-lesbisches Symbol.

Darunter wird ein Auszug aus der Olympischen Charta zittiert, in der vom Recht der freien Ausübung von Sport ohne Diskriminierung die Rede ist:

Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht. Im Sinne des olympischen Gedankens muss jeder Mensch die Möglichkeit zur Ausübung von Sport ohne Diskriminierung jeglicher Art haben. Dies erfordert gegenseitiges Verstehen im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fairplay.“ –Olympische Charta

Ein ganz klarer Seitenhieb gegen die Regierung des Gastgeberlandes, die international mit schwulenfeindlichen Gesetzen für Kritik gesorgt hat. Diese stellen homosexuelle „Propaganda“ im Beisein von Jugendlichen unter Strafe. Damit drohen auch Sportlern, die sich während der Spiele in Sotschi in irgendeiner Weise öffentlich mit Homosexuellen solidarisieren, die Ausweisung aus dem Land, eine Haftstrafe von 15 Tagen oder eine Geldstrafe zwischen 120 und 23.000 Euro.

Kein Wunder, dass sich weltweit Google-Nutzer angesichts dieser anachronistischen Gesetze über das aktuelle Doodle hocherfreut zeigen und die Aktion des Internet-Konzerns auf Social-Media-Plattformen diskutieren.

Google zeigt damit, dass das Internet Grenzen überschreitet und ein wichtiges Medium für politischen Protest darstellt.

Wir wünschen den Athleten sowie allen Russen, die sich auf die Olympischen Spiele im eigenen Land gefreut haben, erfolgreiche Spiele und sind gespannt, wie die Internet-Community Social Media dazu nutzen wird, um gegen die schwulenfeindlichen Gesetze der russischen Regierung zu protestieren.

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