Gründer stellen sich vor: Startup Academy Demo Day 2013
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Wo gibt es eine Marktlücke, welche geniale Geschäftsidee wurde noch nicht umgesetzt, und auf welches Produkt hat die Menschheit gewartet? Zentrale Fragen, wenn es um die Gründung eines Unternehmens geht.

Die cleversten Ideen entstehen aber oft aus der Not heraus: Sophie Willborn, Gründerin von Rockatoo erzählte am ergangenen Freitag auf der Bühne des Berlin Startup Academy (BSA) Demo Days, wie sie auf ihre Unternehmensidee gekommen ist.

Die gelernte Produktdesignerin hört gerne Musik und ist leidenschaftliche Motorradfahrerin. Bisher könne sie aber beide Hobbys nur schwer miteinander kombinieren, weil es keine zufriedenstellenden Audio-Systeme für Motorradhelme gäbe. Deshalb habe sie ein Konzept entworfen, das den ganzen Helm zum Resonanzkörper macht. Sophie ist an diesem Abend die einzige Gründerin, die ihre Präsentation auf Deutsch hält.Ihre Stimme ist fest, die Designerin weiß genau, wovon sie spricht. Sie selbst ist ihre eigene Zielgruppe.

Sie kennt das Gefühl, wenn der Motor aufheult und sie dem Sonnenuntergang entgegenrast. Dabei hört sie am liebsten laute Musik. Sophie hat aber nicht nur einen guten Muikgeschmack, sondern versteht auch die physikalischen Gesetze der Schallübertragung.

Bei Rockatoo wendet sie die sogenannte surface transducing technology an, eine Methode, die unbequeme Flachkopfhörer für Helme überflüssig machen soll und sich in jedem bereits vorhanden Motorradhelm nachrüsten lässt. Ein vielversprechendes Konzept.

Rockatoo ist aber nicht das einzige Startup aus der Schmiede Berlin Startup Academy, das man auf dem Radar behalten sollte. Christoph Räthke, Gründer der BSA, rief in gewohnt lauter und unterhaltsamer Manier insgesamt fünf Startups nacheinander auf die Bühne. Die Ideen, die das Publikum dabei zu sehen bekamen, fielen mitunter sehr unterschiedlich aus.

So vereint etwa das Startup Cipasso das scheinbar unvereinbare miteinander: Kunst, Kommerz und das Internet: Potenzielle Kunden können auf einer Online-Plattform bei Künstlern individuelle Kunstwerke in Auftrag geben. Was zunächst eigenartig klingt, hat eine lange Tradition, erzählt der Gründer Mathieu Sneep. Schließlich hätten Künstler in allen Epochen Aufträge von zahlenden Kunden angenommen. Der gebürtige Niederländer möchte diese Tradition nun mit Cipasso im Netz fortführen. 

Einem Livestyle-Thema widmet sich auch das Startup Triptourage und möchte mit einer Urlaubsplanungs-Plattform neuen Schwung in die Reisebranche bringen. Dabei zielt die Gründerin Darja Gutnick auf Kunden ab, die an einer sehr individuellen Reise interessiert sind und bringt diese mit echten Insidern zusammen. Damit transformiert Tripourage die Empfehlungskultur, wie wir sie aus Social-Media-Plattformen her kennen, in die klassische Reisebranche.

Das Startup eCardFlow beschäftigt sich weder mit Kunst noch mit Urlaub, sondern möchte mit seiner Geschäftsidee Ordnung in den Visitenkarten-Dschungel bringen: Mit einem webbasierten CMS-System sollen Unternehmen ihre Visitenkarten künftig digital ablegen und archivieren können.

Schwung in die Veranstaltung brachte die quirlige Britin Nina Ann Walters, als sie ihr Startup Flywingo vorstellte, das sich ebenfalls mit dem Thema Urlaub und Reisen beschäftigt. Im Gegensatz zu ihrer BSA-Kollegin Darja Gutnik hat Nina mit ihrer Geschäftsidee eine andere Zielgruppe im Auge: die britische untere Mittelschicht.

Sie spricht zum Beispiel junge Frauen an, die mit einer großen Packung Schokoladeneis am Sonnabend auf der Couch sitzen und Castingsendungen schauen oder sich im Pub nebenan auch einmal gerne gehen lassen. Mit einer Mischung aus Schnäppchen-Rabattsystem und Online-Auktion will Nina diese nicht zu verachtende Zielgruppe in billige Ferien schicken.

Mit der tatkräftigen Unterstützung der Mentoren der Berlin Startup Academy im Rücken, werden sich diese fünf Startups von nun an auf dem rauen Markt behaupten müssen. Manche von ihnen werden vielleicht scheitern, andere Startups, wie zum Beispiel das Rockatoo-Soundsystem, besitzen durchaus das Potenzial, um international erfolgreich zu werden. Warten wir es ab.

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