Herausforderung Responsive Webdesign [MobileTech Con 14]
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Patrick Lobacher ist Entwickler, Berater und Autor diverser Publikationen rund um das Thema Webdevelopment. Als Geschäftsführer der +Pluswerk GmbH führt er 120 Mitarbeiter und entwickelt digitale Kommunikationslösungen im Enterprise-Bereich. Auf der diesjährigen MobileTech Conference, die vom 1. bis 3. September im nhow Hotel in Berlin stattfindet, hält Patrick Lobacher einen Vortrag zum Thema Warum Responsive Webdesign scheitern muss…. Wir haben uns mit dem MobileTech Speaker im Vorfeld der Konferenz über Responsive Webdesign unterhalten.

Warum Responsive Webdesign scheitern muss…

WebMagazin: Responsive Webdesign bleibt auch 2014 der absolute Trend. 2015 dürfte sich die Situation auch nicht drastisch verändern. Trotzdem gibt es viele Responsive-Webdesign-Projekte, die zum Scheitern verurteilt sind. Woran kann es liegen?

Patrick Lobacher: Das Problem liegt daran, dass jeder denkt, Responsive Webdesign sei lediglich ein technisches Thema, welches es zu lösen gilt. Dabei ist der dahinter liegende Prozess der deutlich wichtigere Part. Übersieht oder ignoriert man diesen, scheitert zwangsläufig das Projekt in Hinsicht auf Qualität, Kosten oder Zeit. Gerade weil es aber so leicht fällt, mit RWD zu starten, denken viele, sie hätten RWD bereits verstanden („…ist ja nur das neu Anordnen von Elementen in den verschiedenen Bildschirmbreiten…“) und bemerken überhaupt nicht, dass sie völlig falsch an die Sache herangehen.

WebMagazin: Wie sieht ein sinnvoller Responsive Webdesign Workflow für Grafiker, Designer und Projektentscheider aus?

Patrick Lobacher: Grundsätzlich muss mit dem richtigen Content begonnen werden (Content First). Diesen platziert man gedanklich in das kleinste Device, welches man unterstützen will (Mobile First). Nun arbeitet man sich iterativ nach vorne zum fertigen Produkt und wird dabei auch von der Breite immer größer. Dabei kann sich das Endprodukt natürlich immer mehr „anreichern“, d.h. vielfältiger beziehungsweise leistungsfähiger werden (Progressive Enhancement).

Design ist dabei die Schlüsselinstanz. Klassische Workflows beginnen oft mit einem Design – davon muss im RWD komplett abgewichen werden. Denn Design wird immer für feste Bildschirmbreiten erstellt – eine responsive Website hat theoretisch 2000 verschiedene Bildschirmbreiten, wenn man jedes Pixel als wahrscheinlich ansieht und das muss man bei der vorherrschenden Device-Vielfalt. Es werden also „nur“ Design-Anmutungen bzw. kleinteilige Design-Elemente gestaltet und abgestimmt. Am Ende wird aber das Resultat immer ein besseres sein. Hier müssen sich alle Stakeholder bewegen – d.h. der Kunde muss das Vertrauen haben, dass der Weg zu einem besseren Ergebnis führt, der Designer muss akzeptieren, dass es nicht mehr um Layouts geht, sondern (wieder) um die Marke, um Anmutung, um Emotion, um Design eben. Und letztendlich auch um User-Experience. Der Entscheider ist derjenige, der dies als erstes inhalieren muss. Werden hier die falschen Entscheidungen getroffen („… wir machen doch erstmal ein Desktop-Layout…“) ist das Projekt von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

WebMagazin: Auf der diesjährigen MobileTech Conference wirst du einen Vortrag zum Thema: „Warum Responsive Webdesign scheitern muss“ halten. Wer sollte teilnehmen und worauf können sich die Teilnehmer besonders freuen?

Patrick Lobacher: Der Titel ist bewusst negativ und provozierend formuliert. Gerade weil sehr viele Projekte ganz oder teilweise scheitern, suchen viele die Schuld im RWD selbst. Dabei hat RWD damit überhaupt nichts zu tun, sondern immer nur derjenige, der damit falsch umgeht. Ich will bewusst viele der gemachten Fehler ans Tageslicht holen und etwas Salz in die Wunden streuen – aber natürlich auch immer eine Lösung anbieten, wie man die Klippen umschiffen kann und relativ einfach zu einem guten Ergebnis kommt. Vor allem will ich den Mind-Change vorantreiben, der notwendig ist, um das Web von heute und morgen gleichermaßen auf jedem Gerät optimal erlebbar zu machen.

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