High Tech am Handgelenk: Microsoft arbeitet an einer Smartwatch
Kommentare

Auf der Cebit wurde die Smartwatch als eine der größten technischen Neuheiten gefeiert. Pebble und Sony haben es vorgemacht, doch auch Apple, Samsung, Google und LG sollen an der Einführung einer hauseigenen Smartwatch arbeiten. Die intelligenten Uhren verfügen dabei über die gleichen Funktionen wie ein Smartphone, d.h. neben einer Telefonfunktion ist auch das Verwalten von E-Mails und sozialen Netzwerken sowie das Abspielen eigener Apps möglich. Nun verdichten sich die Hinweise, dass Microsoft ebenfalls bereits Kontakt zu asiatischen Zwischenhändlern aufgenommen und die benötigten Komponenten für eine Smartwatch bestellt hat, darunter ein 1,5-Zoll-Display.

Dies wäre allerdings nicht die erste Smartwatch aus dem Hause Microsoft. Bereits 2004 entwickelte das Unternehmen die Uhr SPOT (Smart Personal Object Technology), mit der es möglich war, Kurzmitteilungen zu empfangen, die über einen Rechner via MSN Messenger geschickt wurden. Darüber hinaus verfügte die Uhr über einen Funkchip und konnte über UKW von MSN Direct aktuelle Nachrichten aus den Bereichen Sport, Wirtschaft, Politik und Wetter empfangen. Die Smartwatches wurden später von Fossil und Suunto angeboten und konnten für eine Servicegebühr von 10 Dollar im Monat oder 60 Dollar im Jahr genutzt werden.

Allerdings waren die SPOT-Uhren nicht ausgereift. So belief sich die Akkulaufzeit dieser Smartwatch nur auf zwei bis drei Tage und die Datenübertragung funktionierte lediglich in 100 städtischen Bereichen der USA. Im Jahr 2006 kam zwar eine neue Generation der SPOT-Uhren auf den Markt, doch auch hier blieb der erwünschte Erfolg aus, sodass die Produktion zwei Jahre später gestoppt wurde. Offiziell eingestellt wurde das Projekt jedoch erst im vergangenen Jahr, als die USK-Datenübertragung von MSN Direct abgeschaltet wurde.

Neben den Berichten des Wall Street Journals gibt es weitere Hinweise, die belegen, wie intensiv Microsoft das Business verfolgt. So referierte Microsofts Bill Buxton beispielsweise im letzten Monat ausführlich über die Geschichte der Smartwatches. Darüber hinaus wird Wearable Computing – also (am Körper) tragbaren Geräten – eine große Zukunft vorhergesagt und es ist wahrscheinlich, dass Microsoft diesen Trend nicht verschlafen möchte. Schließlich ist Microsoft mit dem rapiden Sinken der PC-Verkäufe gezwungen, sich nach neuen Märkten umschauen, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Im letzten Quartal alleine sanken die Verkäufe um fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch andere Hersteller arbeiten angeblich mit Hochdruck an neuen Geräten und bereits in diesem Jahr soll das Rennen um die Smartwatch-Vorherrschaft anlaufen.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -