Hillary Clinton will Snowden keine Anerkennung zollen
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Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton gab gestern dem us-amerikanischen Zweig der Zeitung „The Guardian“ ein 25 minütiges Interview, in welchem Sie sich unter anderem auch zu Edward Snowden äußerte.

Der Chefredakteur des Guardians Alan Rusbridger fragte Hillary Clinton, ob sie der Meinung ist, dass die durch Edward Snowden ausgelöste Debatte eine gute bzw. gesunde war. Des weiteren erkundigte Rusbridger sich, ob Snowden aus öffentlichem Interesse zurück in die USA kommen und damit in der Position sein sollte, sein Vorgehen zu rechtfertigen.

Für die Juristin Clinton steht fest, dass Edward Snowden das Gesetz gebrochen hat, er sollte aber durchaus in der Lage sein können sich zu verteidigen.

Selbstverständlich hat er sowohl das Recht auf eine gerichtliche Verteidigung, wie auch auf eine öffentliche Verteidigung. Letztere könnte dabei die gerichtliche Verteidigung beeinflussen. (Hillary Clinton)

Darüberhinaus ist Clinton jedoch der Ansicht, dass die entstandene Diskussion über Überwachung und Geheimdienste in den USA nicht durch die Leaks des ehemaligen Angestellten Snowden in Gang gebracht wurde. Eine solche Auseinandersetzung hätte es bereits im vorhinein gegeben, da die Frage, wie Sicherheit und Freiheit gerecht ausbalanciert werden können, eine alte ist. Clinton zollt Snowden keine Anerkennung für die Debatte, er hätte lediglich dazu beigetragen, sie sichtbarer zu machen.

Frau Clinton hat durchaus Recht damit, dass die Frage „Freiheit oder Sicherheit? Und zu welchem Preis?“ schon lange geführt wird. Aber ohne Whistleblower wie Chelsea Manning, Snowden etc. hätte die Öffentlichkeit, und auch die internationale Öffentlichkeit, niemals von dem Ausmaß staatlicher Eingriffe in die privacy erfahren. Die Leaks haben deutlich gezeigt, dass die rechtliche Abwägung in den letzten 30 Jahren zu kurz gekommen ist.

Die Frage zu Snowden wird 13:21min gestellt.

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