HTCs Zoe App kommt für alle Androiden
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Obwohl HTC neben Apple mitunter die schönsten Smartphones baut, hat der taiwanesische Hersteller in finanzieller Hinsicht schwer zu kämpfen. Die Gewinnmarge krebst seit Jahren um die Zehn-Prozent-Marke herum, während Samsung bei relativ konstanten 20 Prozent und Apple bei knapp 30 Prozent liegen. HTC will sich dennoch oder gerade deswegen nicht mehr ausschließlich auf Hardware konzentrieren, sondern hat still und heimlich eine Einheit namens HTC Creative Labs ins Leben gerufen, die sich mit der Entwicklung innovativer Software beschäftigt. 

Zoe App für alle Android-Besitzer

Das erste Produkt der Abteilung kommt noch diese Woche auf den Markt und dürfte HTC-Besitzern schon seit dem ersten HTC One ein Begriff sein. Zoe ist eine App zum Erstellen von Kurzvideos samt Netzwerk zur Distribution. Bisher war die App exklusiv für HTC-Geräte vorbehalten. Bald kann jeder Android-Nutzer (Voraussetzung ist Android 4.4 KitKat) in den Genuss der App kommen – auch HTCs Konkurrenten wie etwa Samsung oder LG. Die Öffnung könnte die HTC-Smartphones eines ihrer Alleinstellungsmerkmale kosten.

Zoe App: Instagram für Videos

Das Konzept von Zoe besticht durch seinen praktischen Nutzen und Geradlinigkeit. Nutzer können bis zu sechzehn Videoschnipsel und/oder Fotos zu einer Sequenz umwandeln, verschiedene Filter anwenden und Musik darunterlegen. Die Software baut daraus ein bis zu 30 Sekunden langes Highlight-Video. Zoe soll jedoch nicht nur Werkzeug, sondern auch Plattform werden. Ein soziales Netzwerk also, über das entsprechende Inhalte mit Freunden und Bekannten geteilt werden können. ZDNet stellte einen treffenden Vergleich her: Instagram für Videos

Hört sich nach einer stimmigen Idee an. Es dürfte jedoch hart werden, ein breites Publikum für Zoe zu begeistern. HTC steigt in einen umkämpften Markt ein. Erfolgsgeschichten wie die von Instagram und Vine gehören in dieser Branche zu den Ausnahmen. Die Bekanntheit von Zoe soll durch Gesichter und Namen aus der Sport- und Musikwelt gesteigert werden, wie Re/Code berichtet. HTC bereitet derzeit wohl entsprechende Werbekampagnen vor. Konkrete Hinweise, um wen es sich dabei handeln könnte, gibt es allerdings noch nicht. Wie schwer es ist, Software gewinnbringend zu etablieren, zeigt unter anderem auch der Fall Samsung, dessen hauseigene Apps immer wieder den Spott der Nutzer ertragen müssen und mit Nicht-Nutzung abgestraft werden. Obwohl die Südkoreaner immer fleißig Software entwickelt haben, konnten sie bisher keinen einzigen Hit produzieren. 

Mehr Apps sollen folgen

Gegenüber Re/Code erklärte der Leiter von HTC Creative Labs, Drew Bamford, dass die Einheit derzeit noch an weiteren Software-Projekten arbeite. Weitere Details gab er nicht preis. Vorstellbar wäre jedoch, dass HTC auch seinen Blinkfeed, der bisher fest mit HTCs UI Sense verbunden war, ebenfalls öffentlich als separate App im Google Playstore anbieten wird. Wir werden die Entwicklung im Auge behalten und zeitnah darüber berichten.  

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