IBB Prognose: Berlin trotzt der Wirtschaftskrise
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Die Berliner Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs, auch wenn das Tempo nun etwas gedrosselt ist. Für 2014 wird die Prognose des Bruttoinlandsprodukts leicht auf 1,8 Prozent reduziert. Die Volkswirte der IBB sehen gleichwohl gute Chancen, dass die Berliner Wirtschaft auch im laufenden Jahr wieder überdurchschnittlich zulegen wird, denn in Deutschland dürfte das Wachstum 2014 nach Prognose der IBB-Volkswirte nicht über 1,5 Prozent steigen.

Mit Wachstum steigt Beschäftigungsrate

Im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen sind die Umsätze im ersten Halbjahr 2014 um 4,1 Prozent gestiegen. Mit einem Anstieg der Beschäftigung um 3,7 Prozent sind sie zudem nach wie vor ein bedeutender Jobmotor für die Stadt. Daher wird auch der Berliner Arbeitsmarkt 2014 vom expandierenden Dienstleistungsbereich profitieren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nimmt in Berlin mit einem deutlich über dem Bundestrend liegenden Tempo zu. Für Juli 2014 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) wird die Beschäftigtenzahl von der Bundesagentur für Arbeit mit insgesamt 1.270.000 Personen beziffert, 40.100 mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Das entspricht einer Steigerungsrate von 3,3 Prozent (zum Vergleich Deutschland: +1,8 Prozent).

Neugründungen vor allem im Bereich Information/Kommunikation

Der intakte Berliner Arbeitsmarkt, der derzeit 20.700 offene Stellen bietet, macht auf der anderen Seite Gründungen im Nebenerwerb unattraktiv –  sie sind in den ersten sieben Monaten mit -7,4 Prozent stark rückläufig. Dagegen sind die Gründungen von Kapitalgesellschaften um 402 (+8,4 Prozent) auf 5.190 gestiegen. Langfristig gerechnet weisen vor allem wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Information und Kommunikation (Zeitraum: 2008-2012) mit einem Zuwachs von durchschnittlich jährlich 433 bzw. 301 die höchste Gründungsaktivität unter den Berliner Betrieben aus.

Rolf Friedhofen, Vorstandsvorsitzender der IBB:

„Natürlich kann Berlin sich nicht von den Vorgaben aus Deutschland oder Europa lösen. Wichtig ist aber, dass die Stadt weiter auf dem eingeschlagenen Wachstumspfad bleibt. Besonders die stark wachsenden Betriebsgründungen sind wichtig, denn hier entstehen die hochwertigen und dauerhaften Jobs der Zukunft für Berlin. Dabei sehen wir, dass inzwischen jede dritte Gründung in einer der Berliner Zukunftsbranchen stattfindet, die wir als Förderbank besonders im Fokus haben.“

Starkes Gastgewerbe spricht für Wachstum

Für ein überdurchschnittliches Wachstum in Berlin spricht auch die gute Entwicklung im tourismusgetriebenen Handel und im Gastgewerbe, die  bisher preisbereinigt um 3,4 Prozent bzw. 2,4 Prozent gewachsen sind. Damit entwickeln sich Gastgewerbe und Handel in der Hauptstadt viel besser als im Bundesdurchschnitt (Handel: 1,3 Prozent; Gastgewerbe: 1,4 Prozent). Die Industrieumsätze haben sich nach einem schwachen Jahresauftakt in den ersten sieben Monaten zwar nur mit einer Steigerung von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabilisiert. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Anteil der Industrie an der Gesamtleistung Berlins im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sehr gering ist.

Die gesamten Ergebnisse der Studie gibt es hier.

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