Inbox: Googles neuer E-Mail Dienst
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Google bringt den neuen Email-Dienst Inbox raus. Dieser sortiert Emails automatisch nach Themengebieten und verzichtet auf das Zählen der ungelesenen Mails.

E-Mail-Dienst Inbox für einen übersichtlicheren Posteingang

Sie haben 572 ungelesene Mails – wer wurde nicht schon einmal von dieser Ansage in seinem E-Mail Postfach Willkommen geheißen? Google betreibt mit Gmail bereits seit ganzen 10 Jahren einen erfolgreichen E-Mail Dienst, der sowohl von Privatleuten als auch von Unternehmen genutzt wird. Jetzt startet der Suchmaschinenriese einen neuen Mailing Assistent namens Inbox, der die Nachrichten übersichtlicher strukturieren und das Arbeiten mit den Mails einfacher und stressfreier machen soll.

E-Mails werden automatisch kategorisiert

Das Besondere an Inbox ist die automatische Sortierung der E-Mails. Diese werden in vordefinierte Ordner zu Rubriken wie „Werbung“, „Rechnungen“, „Soziale Netzwerke“ oder „Benachrichtigungen“ einsortiert und zu Themenpaketen gebündelt. Die hier entstehende Ordnerstruktur ist leicht zu überblicken. Ein Crawler analysiert dazu die Formulierungen in Betreff und Fließtext. Mit der Zeit wird diese Kategorisierung immer genauer, denn mit jeder manuellen Verschiebung in die jeweiligen Ordner lernt der Crawler dazu.

Durch die automatische Sortierung soll der Nutzer einfacher die Übersicht über die Mails behalten können. Wie gut das funktioniert, bleibt allerdings abzuwarten. Muss man den Crawler erst mal ewig „trainieren“, bis die Kategorisierung fehlerfrei klappt, würde die Arbeitseffizienz erst mal darunter leiden.

Mit diesem System soll der E-Mail-Dienst neu konzeptioniert werden, denn hier arbeitet der Posteingang für den User und nicht umgekehrt. Ein weiterer Vorteil für den Workflow: Man kann einzelne Themengebiete bearbeiten und anschließend einfach im Bündel abhaken.

Zahl ungelesener Mails spielt keine Rolle 

Darüber hinaus verzichtet die Inbox auf das Zählen von ungelesenen Mails. Das erspart dem User eine ganze Menge Druck und Stress, denn man hat nicht mehr das Gefühl in den noch nicht bearbeiteten Nachrichten zu versinken. Diese Art der Anzeige soll weniger eine To-Do-Liste darstellen, sondern vielmehr eine Art News Stream sein, die den Nutzer mit den neusten Updates versorgt.

Erinnerungsfunktion und Wiedervorlage per Swipe

Außerdem praktisch: E-Mails die man erst später bearbeiten möchte, kann man aus dem Posteingang entfernen lassen und auf einen späteren Zeitpunkt timen. Die Nachrichten poppen dann wie eine Erinnerung wieder auf. Diese Wiedervorlage-Funktion lässt sich auch mit der Ortung verknüpfen. Betritt man beispielsweise das Büro, tauchen alle Nachrichten auf, die man nach Feierabend nicht mehr lesen wollte.

Vor allem für die Nutzer, die Inbox von mobilen Geräten aus verwenden wollen ist die Wisch-Funktion interessant. Wischt man nach links, wird die Nachricht als erledigt markiert und archiviert, swipet man nach rechts, legt man sie auf Wiedervorlage. Einige andere Funktionen fehlen jedoch noch. So kann man zur Zeit noch keine Dateien aus der Google Drive oder Signaturen an die E-Mails anhängen. Hier ist noch Bedarf für Verbesserungen.

E-Mails archivieren statt löschen

Wie schon bei GoogleMail soll auch Inbox soll außerdem das Löschen von Mails hinfällig machen. Ist eine Mail als erledigt markiert, wird sie direkt archiviert und man spart sich den Klick auf den Papierkorb. Dadurch soll das Bearbeiten der Mails effizienter werden. Wenn man keine Mails mehr löscht, braucht man allerdings einen entsprechend großen Speicherplatz: Google spendiert seinen Email-Diensten 15 GB Speicher. Dieses große E-Mail Archiv ist auch für Google von Nutzen, denn es bietet eine ganze Menge User-Informationen für personalisierte Werbung.

Von GMail auf Inbox umsteigen

Wer jetzt GoogleMail nutzt, kann ganz einfach auf Inbox umsteigen, denn die beiden Dienste sind miteinander kompatibel. Sobald Inbox in den offiziellen Launch geht, wird das Programm einfach auf die aktuelle Anwendung übertragen. Der Crawler durchläuft die Mails, die sich noch in den GoogleMail Ordnern befinden und sortiert sie automatisch zu den jeweiligen Themen-Bündeln.

Momentan befindet sich Inbox aber noch im Beta-Betrieb. Wer den Dienst jetzt schon ausprobieren möchte, der muss sich dazu einladen lassen. Hier kann man entweder direkt eine Mail an Inbox schreiben und eine Einladung anfordern oder man lässt sich von anderen Nutzern bestätigen. 

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