Industrie 4.0

Industrie 4.0 – Neuland in deutschen Unternehmen?
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Industrie 4.0: was in Politik und Wirtschaft als aktuelles Trendthema gehandelt wird, ist in deutschen Fertigungsunternehmen noch nicht hinlänglich bekannt. Das zeigt eine aktuelle Studie. Demnach haben fast ein Drittel aller befragten Führungskräfte den Begriff noch nie gehört.

Für die Studie „Industrie 4.0“ hat Bitkom Research hat im vergangenen Monat insgesamt 404 Geschäftsführer, Vorstände und Produktionsleiter von Unternehmen der Automobilbranche, des Maschinenbau, der chemischen Industrie sowie der Elektroindustrie befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die vier Industriebranchen.

Das Ergebnis zeigt, dass gut jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) aus der Automobilbranche, dem Maschinenbau, der chemischen- sowie der Elektroindustrie sich nichts unter dem Begriff „Industrie 4.0“ vorstellen kann. Befragt wurden je Branche 100 Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern. „Angesichts der hohen Bedeutung von Industrie 4.0 macht dieses Ergebnis nachdenklich“, sagt Winfried Holz, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. „Die Zukunft der einzelnen Branchen und des Wirtschaftsstandorts Deutschland hängt entscheidend davon ab, wie zügig und gut es gelingt, die klassische Produktion zu digitalisieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wer sich jetzt nicht mit dem Thema auseinandersetzt, könnte den Anschluss verpassen.“

Was ist Industrie 4.0?

Unter dem Begriff Industrie 4.0 wird die vor allem durch das Internet getriebene vierte industrielle Revolution verstanden. Sie umschreibt den technologischen Wandel heutiger Produktionstechnik hin zur intelligenten Fabrik, in der die Maschinen und Produkte untereinander vernetzt sind.

Eine jährliche Trendumfrage des Digitalverbands BITKOM ergab, dass die Industrie 4.0, neben Cloud Computing, IT-Sicherheit und Big Data Analytics zu den wichtigsten digitalen Themendes laufenden Jahres zählt. „Industrie 4.0 hat aktuell die größte Dynamik und ist für die BITKOM-Branche das Trendthema des Jahres“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Die Digitalisierung des produzierenden Gewerbes ist für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft von existenzieller Bedeutung.“ Auf Platz fünf des Rankings als weiteres bedeutendes Thema nennen 28 Prozent der befragten IT-Manager den Einsatz sozialer Netzwerke und IT-gestützte Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen oder anderen Organisationen, die unter dem Stichwort Enterprise 2.0 diskutiert werden.

Aufmacherbild: modern automated assembly line for cars via Shutterstock, Urheberrecht: vladimir salman

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