IoT

Internet of Things: Facts, Trends, Probleme
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IoT ist längst Realität. Der Trend geht zur vollkommenen Vernetzung der Dinge. Schon jetzt deuten sich aber erste Probleme an: Es braucht Standards, damit die Geräte kompatibel und einfach kontrollierbar bleiben. Zudem gibt es bereits massive Sicherheitsbedenken.

Das IoT-Zeitalter hat längst begonnen: Industrie und Entwickler setzten sich immer intensiver mit dem Internet der Dinge auseinander. Intelligent miteinander vernetzte Gebrauchsgegenstände wie Unterhaltungs- oder Haushaltselektronik haben längst Einzug in unser Leben erhalten und werden wohl in naher Zukunft zur Grundausstattung gehören, um unseren Alltag effizienter zu gestalten.

So sieht die Zukunft heute aus

Weltweit werden 2015 bereits 4,9 Milliarden vernetzte Geräte miteinander kommunizieren, prognostizierte das Marktforschungsinstitut Gartner noch Ende 2013. Bis 2020 könnte die Zahl auf 25 Milliarden steigen. Die Federal Trade Commission (FTC) spricht in einem aktuellen Report vom Dienstag von bereits schätzungsweise 25 Milliarden IoT- Geräten, die schon jetzt in Betrieb sind.

Die IoT-Trends

Auch auf der diesjährigen Consumer Electronics Show in Las Vegas, bei der die neuesten Trends der Tech-Szene vorgestellt wurden, war IoT (Internet of Things) das dominierende Thema neben Wearables und Virtual Reality. Dabei ging es nicht mehr nur um einzelne intelligente Thermostate oder Garagentore, sondern längst um Administrations-Systeme, so genannte zentrale Hubs, um alle mit dem Internet verbundenen Geräte unterschiedlicher Produkte miteinander zu synchronisieren und steuern zu können – beispielsweise über eine App auf dem Smartphone. Hier deutet sich bereits das erste Problem der rasanten Verbreitung von IoT-Geräten und der dazugehöriger Software an: die Koordination und Einheitlichkeit unter den Herstellern.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit gefordert

Da hinter dem Thema IoT auch enorme wirtschaftliche Interessen stehen, will kein Unternehmen hintan stehen – denn auf lange Sicht wird kaum ein elektronisches Bauteil ohne Vernetzung auskommen. So überholt die Entwicklung und Marktreife der Produkte oft den notwendigen Zeitraum ihrer Erprobung und Kompatibilität. Zum Auftakt der CES im Januar mahnte bereits eines der führenden Unternehmen um Boo-Keun Yoon, CEO von Samsung Electronics, zu vermehrter Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Herstellern.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass nicht nur ein einzelnes Unternehmen oder eine einzelne Branche die Möglichkeiten des Internet der Dinge verwirklichen kann. Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir das Leben der Menschen positiv verändern“ Boo-Keun Yoon CEO von Samsung Electronic

Yoon kündigte zudem an, dass bis 2017 alle Fernsehgeräte und bis 2020 sämtliche Produkte von Samsung die nötigen Schnittstellen bereit hielten, um sie in das Internet der Dinge einzubinden. Samsung will mit gutem Beispiel vorangehen; doch leider deuten sich längst auch an anderer Stelle Schwachstellen des Internets der Dinge an.

Vorsicht und vor allem Weitsicht sind gefragt

Während die Deutschen ihre technisierte Zukunft laut einer Studie von Bitcom vorwiegend in der Entwicklung kommunizierender Automobile und Bordcomputern wähnen, kommt das Thema Gebäudeautomatisierung (Smart Home) noch immer zu kurz. Und dass, obwohl schon bei der intelligenten Glühbirne angefangen, der Siegeszug von IoT in unserem unmittelbaren Lebensumfeld längst begonnen hat. Von Klima- und Security-Technologie mal ganz abgesehen. Sowie sich einige Technik affine Eigenheimbesitzer bereits das Haus mit smarten Gebrauchsgegenständen anreichern, bleibt das Thema Sicherheitsrisiken, die erst durch die Vernetzung entstehen können, oft unbedacht.

Untersuchung bemängelt Sicherheitsstandards

Bereits im September letzten Jahres veröffentliche Hewlett-Packard, eines der größten amerikanischen Techunternehmen, einen Report, in dem die noch nicht bewältigten Risiken von IoT aufgezeigt werden. Dem Bericht zufolge haben 70 Prozent der bereits verfügbaren IoT-Gegenstände Sicherheitsschwachstellen. Das Problem beginnt bereits damit, dass es keine einheitliche, sichere Verschlüsselung der eigenen User-Daten gibt – auch hier sind die Hersteller gefragt, sich auf einen Übertragungsstandard festzulegen. Fehlende Passwortsicherung, anfällige Webinterfaces und Software-Updates gehören ebenfalls zu den Schwachstellen. Im Detail konnte bei der HP-Untersuchung bei neun von zehn untersuchten Geräten mindestens eine Anwenderinformation abgefangen werden. Nutzernamen, E-Mail- und Postadressen, Kreditkarten- sowie Geburts- und Gesundheitsdaten können bei böswilligem Missbrauch der Vernetzung durch Unbefugte abgefangen werden.

Verbraucherschutzbehörde alarmiert

In dieser Woche hat zudem die unabhängige, US-amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde, Federal Trade Commission (FTC), einen Report veröffentlicht, in dem ebenfalls ähnliche Mängel angesprochen und Hersteller aufgefordert werden, sich der Problematik Datensicherheit und Privatsphäre eingehender zu widmen.

Genug Zeit zum Handeln

Die rasante Entwicklung und Vernetzung der Dinge sollte nicht auf unser aller Kosten geschehen, indem wir die Kontrolle darüber verlieren, sich andere an unseren Daten bereichern oder Kriminellen ein „sicheren“ Zugang durchs Netz in unsere Haus geboten wird. Noch ist genügend Zeit, dass sich Hersteller auf Standards einigen, Testphasen für die Produkte langfristiger durchlaufen und die Sicherheitsvorkehrungen der einzelnen Devices durch Verschlüsselungen geregelt werden.

Internet of Things Conference in Deutschland

Im März diesen Jahres wird sich die Szene auch auf der Internet of Things Conference in München eingehender mit der Thematik befassen und zudem neue Trends aufzeigen.

Aufmacherbild: 3 dimensional illustration of internet of things objects like appliances, video, wearable smart watches, smart phones, cars, sensors, thermostats, drones, light using a flat design of icons via Shutterstock, Urheberrecht: a-image

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