iOS 7 Typographie-Kritik: für Erik Spiekermann „ein unlesbarer Teppich"
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Das iOS 7 Redesign hat bisher viel Lob, aber auch jede Menge Kritik einstecken müssen. Zu den Kritikern an „der größten Änderung an iOS seit Einführung des iPhone“ (Tim Cook) hat sich jetzt auch Design-Ikone Erik Spiekermann gesellt.  Spiekermann, Honorarprofessor der Hochschule für Künste Bremen, ist einer der einflussreichsten deutschen Gestalter und Typografen.

Ähnlich wie bei unserem WebMagazin-Experten Markus Bokowsky, der sich gestern bereits „maximal beunruhigt“ über die neue iOS-Typographie geäußert hat, steht auch bei Spiekermann die Wahl der Schrift im Zentrum der Kritik. Genauer gesagt kritisiert der Gestalter die eingesetzte Schriftart Helvetica Light oder Ultra-Light – welcher Typ tatsächlich eingesetzt wird, darüber sind sich die Experten uneins.

Das Video unten ist vorgestern im Rahmen der Adobe Creative Days in Berlin entstanden. Darin gesteht Spiekermann, dass er iOS 7 bisher nur auf Screenshots auf dem iPad gesehen habe. Das hat aber ausgereicht, um sich ein sehr dezidierte Meinung zur Typographie zu bilden. Auf den Punkt gebracht: Spiekermann findet den Helvetica Font bescheiden: „Wenn man sie so in 13-Pixel-Größe sieht, ist es ein schöner, gleichmäßger, aber unlesbarer Teppich.“ 

Eine Erklärung dafür schiebt er direkt nach:

Das ist für mich das Phänomen, wenn junge Grafiker oder Industrie-/Produktdesigner sich der Typographie annehmen, dann geht’s darum, schöne Grauwerte herzustellen, weil die lesen ja nix, die sehen ja nur, die kucken! […] Man kann es nicht gebrauchen!

Spiekermann hofft, dass die Entscheidung für Helvetica noch rückgängig gemacht wird. Wie er zu Protokoll gibt, hatte er bei diversen Treffen mit Sir Jony Ive dem Appe-Designguru bereits ans Herz gelegt, sich von senkrechten Linien zu verabschieden. Zumindest beim Kalender hat sich diese Einflussnahme offenbar ausgezahlt…

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