iPhone 5c – hat Apple seinen Tiefpunkt erreicht? [Kommentar]
Kommentare

Nachdem Samsung mit dem Galaxy S4 die Maßstäbe im letzten Jahr wieder ein Stück weiter anheben konnte, wartete die Technikwelt gespannt auf Apples Gegenschlag. Bis zuletzt herrschte große Spannung, ob Apple zusammen mit dem iPhone 5s auch eine billigere Variante auf den Markt bringen würde und tatsächlich stellte das Unternehmen zum ersten Mal in seiner Geschichte gleich zwei iPhones vor – das iPhone 5s und das iPhone 5c. Letzteres sollte eine günstigere Alternative sein und neue Käuferschichten erschließen. „iPhone 5c[heap]“ scherzten auch wir im Vorfeld und waren uns eigentlich sicher, dass Apple das Risiko dieses Wortspiels nicht eingehen würde. Tatsächlich ist das Plastik-Modell kaum günstiger als die Hochglanz-Variante und so macht sich nach der Vorstellung in der Cupertino Townhall nun Enttäuschung breit.

Die durchaus gemischten Reaktionen liegen nicht unbedingt an der Technik des 5c, sondern vielmehr am Preis. Apple bleibt seiner gehobenen Preisklasse treu und bietet selbst die günstigere Variante des 5c mit einem Speicher von 16 GB zu einem Preis an, der mit 599 Euro lediglich 130 Euro unter dem Samsung-Flaggschiff Galaxy S4 und 100 Euro unter dem iPhone 5s liegt. Ein Schnäppchen sieht anders aus.

Positiver Aspekt des Apple-Paradiesvogels sind sicherlich die unterschiedlichen Farben, die vor allem jüngere Nutzer für das 5c begeistern können und eine größere Personalisierung als bisher erlauben. Außerdem bietet auch das 5c eine Verbesserung der Technik im Vergleich zum iPhone 5 mit höherer Batterielaufzeit oder einer besseren FaceTime Kamera, obwohl Apple am zweikernigen A6-Chip festhält und auch bei Display und Kamera auf bewährte Technik setzt.

Manche Experten werfen Apple daher vor, lediglich ein altes Modell im neuen Kleid zu verkaufen, das Apple den einschlägigen Meinungen zufolge kaum einen Vorstoß in neue Märkte in Asien, vor allem in China, erleichtern dürfte. Auch der Aktienkurs des Unternehmens fiel nach Bekanntwerden des Verkaufspreises deutlich. Kritische Stimmen sehen Apple gar bereits am Scheideweg und sagen den Cupertinern eine ähnliche Situation wie im PC-Markt der 1980er voraus, als man sich entgegen der Überzeugung Steve Jobs gegen Preisreduzierungen entschied und so bei den Marktanteilen deutlich hinter billigeren Anbietern zurückfiel.

Abgekuckt bei Nokia?

Trotz der Negativkritik gibt es auch Aspekte, die für den Erfolg des iPhone 5C sprechen. So suchen auch Konsumenten des oberen Endes des mittleren Preissegments verstärkt nach unverwechselbaren Geräten ohne dabei auf veraltete oder vereinfachte Abgüsse der jeweiligen Flaggschiff-Modelle zurückgreifen zu müssen. Verschiedene Farben und ein sauberes, eigenes Design können daher eine gute Möglichkeit sein, diese Kunden zu überzeugen. Nokia dürfte dies ähnlich sehen und bedankte sich bereits via Facebook für die Bestätigung: „Thanks, Apple. Immitation is the best form of flattery.“

Sofern nicht erneut ein Produktionsfehler für die Auslieferung defekter Geräte sorgt, entspricht die Fertigung auch beim billigeren 5c den gewohnt hohen Ansprüchen und aufgrund des Preises hat Apple zumindest eins sicher gestellt: Als „iPhone 5c[heap]“ wird das 5c sicher keiner mehr bezeichnen.

Einige Telefonanbieter bieten schon jetzt die Möglichkeit, sich für eine baldstmögliche Lieferung zu registrieren und so zu den ersten Nutzern der neuen iPhone-Generation zu gehören. So könnte auch das 5c ein Erfolg für Apple werden, was vor allem daran liegt, dass es zum Launch auch in China auf den Markt kommen wird. Hinzu kommt, dass es sich zwar nicht um ein billiges Smartphone handelt, aber bei einem Preis ab 99 Euro mit einem Zweijahres Telefonvertrag in den USA Einsteigern oder Besitzern von iPhones 4 und älter die Entscheidung zum Upgrade erleichtern könnte.

 

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -