iPhone 5c: Wird Apples Plastik-Phone ein Flop? – ich glaube nicht [Kommentar]
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Gestern erreichte uns die Meldung, dass Apple entgegen seiner traditionellen Gepflogenheiten noch keine Angaben zu den Vorbestellungen des iPhone 5c gemacht hat. Wir erinnern uns: in den vergangenen Jahren erreichten uns stets neue Rekordmeldungen über die ersten 24 Stunden des Vorverkaufs. So sollen seinerzeit für das iPhone 5 bereits am ersten Tag schlappe zwei Millionen Vorbestellungen eingegangen sein. Eine Verdoppelung gegenüber dem iPhone 4s, das immerhin eine Million Mal vorbestellt wurde.

Warum also will Apple uns die erfolgsversprechenden Zahlen für dieses Jahr nicht verraten? Naheliegend wäre natürlich, dass man die Verkaufsmarke des Vorjahres nicht übertreffen konnte und mit der vermeintlichen Flaute die Anleger nicht verschrecken möchte. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass Apple noch einen Trumpf in Form des iPhone 5s im Ärmel hat, das erst ab Freitag bestellt werden kann.

iPhone-Flotte ist noch unvollständig

Und mit der Hälfte der Soldaten in der Schlacht lässt sich eben noch kein Krieg gewinnen, vor allem dann nicht, wenn die Eliteeinheit noch auf ihren Einsatz wartet. Ich persönlich trug beispielsweise bei meinem letzten iPhone-Kauf zu einer guten Statistik bei, da ich wie viele andere sofort nach der Apple-Keynote zuschlug, um mir ein Gerät zu sichern. In diesem Jahr warte ich allerdings auf das s-Modell und halte in der Zwischenzeit die Füße still. Es ist also alles andere als abwegig, dass Apple abwartet, bis es die Verkaufszahlen der gesamten iPhone-Produktreihe herausgeben kann. Diese besteht zum ersten Mal aus zwei iPhone-Modellen und zusätzlich hat sich auch die Modellpalette vergrößert. Zum Vergleich: Das iPhone 4s war erstmals ab Verkaufsstart in den Farben schwarz und weiß erhältlich. Der Vorgänger war dagegen das erste halbe Jahr nur in schwarzer Ausführung zu haben. Das iPhone 5s und das iPhone 5c gehen hingegen aufgrund der unterschiedlichen Gerätefarben in diesem Jahr in acht verschiedenen Produktvarianten an den Start.

Die Erwartungen an die Verkaufszahlen neuer iPhones sind inzwischen derartig überzogen – vor allem seitens der Anleger – dass es mich fast schon wundert, dass noch niemand auf die fixe Idee gekommen ist und die zwei Millionen Vorbestellungen des iPhone 5 im September 2012 wie folgt analysiert: Das iPhone 5 gab es in zwei Farben, also gingen eine Million Vorbestellungen für das schwarze und eine weitere Million für das weiße iPhone ein. Wollte Apple nun diese beachtlichen Zahlen wieder erreichen, müsste es auch in diesem Jahr pro Gerät und Farbe eine Million Vorbestellungen verzeichnen. Also eine Million für das pinke 5c, eine Million für das grüne 5c und so weiter. Am Freitag müssten dann noch eine Million Bestellungen für jede der drei Farbvarianten des iPhone 5s hinzukommen. Zusammengerechnet wären wir dann bei insgesamt acht Millionen verkauften Geräten.

Immer mit der Ruhe!

Natürlich handelt es sich bei diesem Rechenexempel nur um einfache Mathematik, die in der realen Welt keinen Sinn ergibt. Es wäre absurd zu glauben, dass sich die Verkaufszahlen proportional zur Anzahl verfügbarer Geräte verhalten. Doch man gewinnt den Eindruck, dass genau das von Apple erwartet wird. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass auch in diesem Jahr rund zwei Millionen oder mehr Geräte an den Mann oder die Frau gebracht werden – nur dass die Aufteilung auf die verfügbaren Varianten die jeweiligen Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen lassen. Also, Ruhe bewahren!

Aufmacherbild: Thumb up and thumb down on black background von Shutterstock / Urheberrecht: pzAxe

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