iPhone 5s und 5c – das sagen die internationalen Medien zu den Apple Phones
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Die gestrige Präsentation der neuen iPhones 5c und 5s hat erwartungsgemäß ein riesiges Medienecho ausgelöst. Leider gab es keinen Live-Videostream, doch eine Aufzeichnung des Events wurde kurz nach dessen Ende auf Apple.com veröffentlicht.

Kein Livestream bedeutete, dass sich die unzähligen Live-Ticker großer Beliebtheit erfreuten. Spötter witzelten sogar, dass es mehr Liveticker-Angebote als Leser gab. Auch wir haben das Event via Twitter und Facebook begleitet und bereits gestern Fakten und Spezifikationen zum iPhone 5c und iPhone 5s veröffentlicht. Dazu gesellt sich eine Infografik, die die neuen iPhones im Direktvergleich mit ihrem Vorgänger und der Android-Konkurrenz zeigen. Seit heute Vormittag könnt Ihr Euch darüber hinaus unsere Kommentare (iPhone 5s, iPhone 5c) zu den neuen Apple-Devices zu Gemüte führen.

Welche Reaktionen der gestrige Abend weltweit ausgelöst hat, zeigt unsere Presseschau.

Während BusinessInsider in einem Beitrag die vielen Vorzüge von iOS 7 für geschäftliche Zwecke hervorhebt, reagierte die Wall Street am gestrigen Handelstag mehr als zurückhaltend auf die beiden iPhone-Neuheiten. Man könnte man sogar davon sprechen, dass die Kalifornier abgestraft wurden. Der Kurs der Apple-Aktie fiel um mehr als 2,2 Prozent – von 506,20 Dollar auf 494,64 Dollar. Umgerechnet auf den Wert des Konzerns, verlor Apple damit rund elf Milliarden Dollar. Dabei monierten die meisten Experten, dass der Preis für das iPhone 5c höher ausgefallen sei als erwartet. Bereits die Vorstellung von iOS 7 auf der WWDC im Juni hatte den Kurs nicht beflügeln können, sondern sorgte für Verluste.

entwickler.de
Der Kollege Tom Wießeckel von entwickler.de sieht einen Abend ohne Überraschungen. Die Billigvariante 5c, die eigentlich keine ist, oder den Fingerabdrucksensor – alles war schon seit Längerem bekannt. Ein Schelm, wer hinter all diesen Leaks eine neue Marketingstrategie vermutet.

Darüber hinaus beklagt Tom, dass es imemr noch keine weiteren Anschlüsse gibt, immer noch kein NFC und bei der Pixeldichte des Displays ist die Konkurrenz Apple schon lange enteilt. Da könnte es doch ein guter Ansatz sein, sich durch Leaks im Vorfeld selbst ein wenig den Druck zu nehmen.

Neben dem „quietschbunten Plastikbomber-Exterieur“ des 5c bereitet Tom aber vor allem das Innenleben des 5s Kopfzerbrechen. Denn die neue 64-Bit Architektur bedeutet vor allem für Entwickler eine deutliche Mehrarbeit – vorausgesetzt man entscheidet sich überhaupt dafür, für 64-Bit zu entwickeln. 64-Bit und Performanceboost oder altbewährte Technik und schnellere Entwicklung ist die Frage.

Dass Apple die Sache mit dem Fingerabdrucksensor durchgezogen hat, nötigt Tom Respekt ab, erklärt sich aber auch aus den Gesetzmäßigkeiten der Produktentwicklung. Denn: „Die Entwicklung des Fingerabdrucksensors hat bestimmt nicht erst vor ein paar Monaten begonnen – es kann dem Konzern also kaum vorgeworfen werden, gerade in Zeiten, in denen die (Web-)Welt vor PRISM und Co zittert, mit diesem Feature aufzuwarten.“

SPON
Für Spiegel Online blieben die großen Überraschungen aus und sieht die neuen iPhones nicht als „herausragenden Geräte, die sie hätten sein sollen“ und „die Zahl der Fehlstellen gegenüber Highend-Android-Handys sei immer noch groß„. Darüber hinaus fehle weiter NFC und auf ein größeres Display, nach Meinung von SPON inzwischen von vielen Kunden gefordert, blieb ebenfalls aus.

SPON-Kolumnist Sascha Lobo spielte in eine Tweet auf die Touch ID Funktion per Fingerabdrucksensor an – in Zeiten von NSA, Prism & Co. seiner Meinung nach kein wünschenswertes Feature und vor allem eins, das viele Fragen in puncto Sicherheit aufwirft:

Caschys Blog
Auf Caschys Blog kommentiert Sascha Obermaier mit der Überschrift „Wie Apple mit 2 Geräten sein Portfolio um 40 Geräte erweiterte“ und zielt damit auf die ebenfalls erhältlichen neuen Hüllen für die iPhones ab. Außerdem habe man auch aufgrund der Tatsache, dass das iPhone 4S nicht aus dem Portfolio genommen werde, eine nun große Auswahl, die jede Preislage abdeckt. Und das bei weiterhin nur zwei Displaygrößen.

Sascha Pallenberg
Der Tweet des Tech-Bloggers von Mobilegeeks.de sagt alles über seine Meinung: 

Darüber hinaus ist das iPhone 5c für Sascha nicht nur „eine herbe Enttäuuschung, sondern preislich fast eine Frechheit“. Die eigentliche Überraschung des Events sei der Preis des iPhone 5 gewesen. Einen Paradigmen-Wechsel kann er nicht erkennen und erst recht nicht die Chance, sich mit dem 5c eine bessere Marktposition in China zu erkämpfen. Ebenfalls wenig übrig hat er für die Apple-eigene Hobhudelei des Plastikgehäuses. Jony Ives Aussage „beautifully, unapologetically plastic“ hält er für sprücheklopfendes PR-Sprech.  

Die Stimmen der US-Medien

The Verge
Der amerikanische Tech-Blog sieht iPhone 5s und 5c als Teil eines „refining year“, also eine Jahres, in dem die iPhone-Produktlinie nicht komplett umgekrempelt wird, sondern nur verfeinert. Die Verfeinerungen seien solide ausgefallen. Die Auswirkungen des Fingerabdrucksensors könnten größer sein, als man bisher annimmt – und nicht nur, weil es einem Zeit spart, wenn man sein iPhone nicht mehr per Passcode entsperren muss.

Dass Apple derartig viele Ressourcen in die Entwicklung eines solchen Sensors investiert, sieht The Verge in einem weiteren Beitrag als Zeichen dafür, dass der Fingerabdruck als Katalysator für eine lange Reihe weiterer Dienste wirken kann – von Payment-Optionen über Third-Party-Applikationen. Das iPhone könnte somit mit der physischen Identität seines Besitzers gepaart werden und der Sensor über kurz oder lang zum zentralen Login-Mechanismus für alle Apple-Geräte und –Dienste. Allerdings weist The Verge auch darauf hin, dass Apple hier keine Smartphone-Neuheit präsentiert hat. Das Motorola Atrix 4G hatte schon 2011 einen Fingerabdrucksensor. Und natürlich sei es die Frage, wie die Kunden auf solche biometrischen Sensoren in Zeiten von NSA und Prism reagieren. Man sieht viele Fragen auf Apple zukommen.

Techcrunch
Der als Apple-Fanboy bekannte MG Siegler kommentiert auf Techcrunch, das iPhone 5c sei eindeutig das iPhone, das Desinger Jony Ive für iOS 7 wollte. Für Siegler steht das „c“ im Modellnamen ebenfalls nicht für „cheap“ oder „color“, sondern für „clueless“, also ahnungslos. Und zwar ahnungslos darüber, was Apple motiviert haben könnte, dieses Gerät rauszubringen. Doch nach Meinung Sieglers steckt vor allem Jony Ive dahinter, dem er auf Basis der Produktvideos zu 5s und 5c eine Vorliebe für das bunte 5c zuschreibt. Das iPhone 5c sei das iPhone, das Ive gebaut hätte, wäre er bei der Konzeption des iPhone 5 schon verantwortlich für das iOS Design gewesen.

Allerdings wird das Apple kaum helfen, mehr Geräte in China oder Indien zu verkaufen. Dennoch lobt Siegler die Tatsache, dass Apples Produktstrategie nicht durch die Strategie der Konkurrenz beeinflusst wird.

Wired
Wired sieht Apples Ruf als Innovationstreiber als die größte Schwachstelle des Unternehmens. Nach einem Allzeithoch im vergangenen Jahr sieht die Wall Street den Konzern inzwischen mit anderen Augen und die Präsentation der beiden iPhones dürfte wenig daran an der Wahrnehmung ändern, der Tech-Gigant würde stagnieren. Auch die Tatsache, dass man sich während der gestrigen Präsentation die meiste Zeit für die Features des 5s nahm und vergleichsweise schnell durch die Vorstellung des 5c flog, konnte Beobachter nicht davon ablenken, dass technischer Fortschritt und Innovation bei Apple nur noch in kleinen Schritten vollzogen wird.

Nokia
Auf die neue Farbenvielfalt bei Apple reagiert Nokia mit Humor und bedankt sich bei Apple per Tweet (sieh unten) und einem Bild des Lumia Line-ups. Überschrift: Imitation ist he best form of flattery – Imitation ist die beste Form der Schmeichelei. Und Nokia Deutschland schreibt auf seiner Facebook-Seite:

Wir gratulieren zum Launch und zur Idee, endlich Farbe zu bekennen. Für alle, die auf Farben stehen und auf den Geldbeutel achten, empfehlen wir das Nokia Lumia 620 mit Wechselcovern http://bit.ly/15qjZuA#Nokiarules#Apple#copycat

 

Zum Abschluss noch etwas zum Schmunzeln. Bei Funny or Die hat man einen Werbespot für das „really cheap iPhone“ produziert. Viel Spaß!

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