iPhone 5s: Welche Vorteile bringt eigentlich ein 64-Bit-Chip?
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Auch wenn viele Details zum iPhone 5s bereits im Vorfeld bekannt waren, konnte Apple doch mit einer Neuerung überraschen – dem A7 Prozessor. Zwar spekulierten Experten bereits über einen Prototypen mit 64-Bit-SoC, doch hat Apple den Wechsel nun schneller als erwartet vollzogen und als erster Hersteller einen 64-Bit-Chip in einem Smartphone verbaut. Doch was ist eigentlich ein 64-Bit-Chip und welche Vorteile bringt der Prozessor mit sich? Hier ist die Erklärung:

Tim „the Toolman“ Taylor wäre sicherlich begeistert, denn zunächst einmal bedeutet 64-Bit „mehr Power!“ Auf dem Papier bringt der A7 Prozessor die doppelte Geschwindigkeit auf die Datenautobahn im Vergleich zum Vorgänger – tatsächlich dürfte allerdings eher eine Steigerung von 15-30 Prozent realistisch sein, wie The Next Web vorsichtig schätzt. Die Leistung hängt dabei natürlich nicht zuletzt von der Software ab und nur wenige Apps sind bereits für die 64-Bit Architektur optimiert, wobei vor allem Spiele mit hohen Anforderungen an Grafik, CPU und RAM von der Leistungssteigerung profitieren werden.

Bibliotheken-Metapher

Reddit-Nutzer kg4wwn veröffentlichte vor einiger Zeit eine bildliche Veranschaulichung der Vorteile eines Windows-Betriebssystems mit 64-Bit gegenüber der 32-Bit-Variante, die wir Euch angepasst an das 5s nicht vorenthalten wollen: Stellt Euch das iPhone als eine einzige große Bibliothek vor mit vielen verschiedenen Büchern, Stauraum, einem Bibliothekar und Mitarbeitern, die die gewünschten Bücher für den Kunden hervorkramen. In unserer Bibliothek arbeiten 32 Mitarbeiter, die dem Bibliothekar die angeforderten Bücher bringen, wobei jeder Mitarbeiter nur ein Buch auf einmal tragen kann. Bestellt nun ein Kunde alle Bücher über Dinosaurier, von denen es insgesamt 65 gibt, so werden insgesamt drei Zyklen zur Bearbeitung des Auftrags benötigt. Zunächst holt jeder der Mitarbeiter ein Buch, dann gehen alle noch einmal los und kommen erneut mit je einem Buch wieder. Beim letzten Zyklus macht sich nur noch ein Mitarbeiter auf den Weg, doch ist dieser Vorgang (oder Zyklus) erst in genau der gleichen Zeit abgeschlossen, wie die vorausgegangen Zyklen. Entscheidend ist insgesamt also die Anzahl der Zyklen, die alle gleich viel Zeit kosten. Hätte die Bücherei nun 64 Mitarbeiter, reichten zwei Zyklen. Die Verdopplung der Leistung führt also nicht zu einer Halbierung der benötigten Zeit, sodass insgesamt nur eine Zeitersparnis von rund 30 Prozent erwirtschaftet werden kann, denn auch hier wird einer der Zyklen nur von einem Mitarbeiter erledigt, ohne dass die übrigen helfen können.
Gäbe es jedoch 256 Bücher über Dinosaurier, böte eine Verdopplung der Mitarbeiter von 32 auf 64 tatsächlich eine Zeitersparnis von 50 Prozent, da statt 8 Zyklen nur 4 benötigt würden.

Bibliothek
Illustration of Kids in a Library Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Lorelyn Medina

Entsprechend kann ein iPhone mit 32-Bit Kernel pro Zyklus 32 Bits an Dateien transportieren, während ein 64-Bit Kernel in der gleichen Zeit die doppelte Bitzahl transportiert. Auf dem Papier ist es also eine verdoppelte Geschwindigkeit, die in den meisten praktischen Fällen eher etwas geringer ausfällt. Während  Tim Taylor bei 64 Bit sicherlich noch nicht Halt gemacht hätte, kann sich Namensvetter Tim Cook freuen, mit dem iPhone 5s das erste Smartphone mit einem derartigen Chip anzubieten, das zudem wahrscheinlich verlässlicher als die Tool Time Variante ist.    

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