iPhone-Killer? BlackBerry vs. Apple und Co.
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RIM versucht sein Comeback und hat dafür gestern in New York zwei neue Smartphones sowie das lang erwartete mobile Betriebssystem BlackBerry 10 präsentiert. Vorstandsvorsitzender Thorsten Heins kündigte gleich am Anfang an, dass sich das Unternehmen neu erfinden möchte. Um das zu unterstreichen, wird sich die Firma zukünftig nicht mehr RIM, sondern BlackBerry nennen.

Diesen Neustart markieren die zwei vorgestellten, LTE-fähigen BlackBerry Smartphones Z10 und Q10. Beide Geräte haben zwar das neue Betriebssystem BlackBerry 10 an Bord, in ihrem Design unterscheiden sie sich aber grundlegend voneinander. Das Z10 hat ein 4,2-Zoll-Display mit einer Pixeldichte von 368 PPI und mit 1.280×768 Bildpunkten. Das Q10 sieht hingegen aus wie ein klassisches BlackBerry-Device mit einer für RIM typischen Hardware-Tastatur.

Damit will BlackBerry dem vorhandenen Kundenstamm, der Hardware-Tastaturen liebt und fordert, auch weiterhin eine Alternative zu Touchscreen-Keyboards bieten. Heins begründete diesen Schritt so:

We know there are a lot of physical keyboard lovers out there

Viele in der Branche würden sagen, dass die Zeiten für Hardware-Tastaturen auf Smartphones schon lange gezählt sind, aber da gehen die Meinungen offensichtlich auseinander.

Z10 – Doppelt soviel Arbeitsspeicher als das iPhone 5

Unter der Haube des Z10 schuftet ein Dual-Core TI OMAP 4470 Prozessor mit einer Taktung von 1,5 GHz. Der Arbeitsspeicher fällt mit zwei Gigabyte sehr großzügig aus – das iPhone 5 hat im Vergleich dazu nur 1 Gigabyte RAM. Der nichtflüchtige Speicher ist 16 Gigabyte groß – eine Standard-Größe. Das Z10 wird allerdings nur mit dieser Speicherkapazität angeboten. Im Gegensatz zum iPhone besitzt das Z10 einen microSD-Kartenslot, so dass der interne Speicher um weitere 32GB erweitert werden kann.

Die Frontkamera hat eine Auflösung von 2,5 Megapixeln und nimmt Videos mit 1080p auf. Wie beim Samsung Galaxy S3 und beim iPhone 5 sitzt auch beim Z10 auf der Rückseite eine 8 Megapixel Kamera mit einem LED-Blitz. NFC wird ebenso unterstützt wie WLAN und Bluetooth, und der Akku hat eine Kapazität von 1.800 mAh. Mit einer Höhe von 130 Millimetern ist das Z10 rund 7 Millimeter größer als das iPhone 5, aber auch 3 Millimeter kleiner als das Nexus 4, und liegt damit im guten Mittelfeld. Das Gerät ist mit 9 Millimetern genauso dick wie das Nexus 4 ist, und bringt 138 Gramm auf die Waage.

 blackberry

Quelle Screenshot: BlackBerry.com

Q10 – Facelift im bekannten Look

Q10, kennt man das nicht von Faltencremes, die ein frisches und jugendliches Antlitz versprechen? Die Parallele könnte nicht zufällig sein, erhofft sich doch BlackBerry mit seinen Geräten ein radikales Facelifting, um damit den Anschluss zu Apple und Samsung zu schaffen.

Das Innenleben des Q10 unterscheidet sich nicht großartig vom Z10. Auch hier finden sich der gleiche Dual-Core-Prozessor mit 1,5 Gigahertz, ebenfalls großzügige zwei GB RAM und 16 Gigabyte interner Speicher. Das Display ist wegen der Hardware-Tastatur mit 3,1 Zoll kleiner und bietet eine Pixeldichte von 338 PPI. Seine Auflösung liegt bei 720×720 Pixeln und BlackBerry verspricht – natürlich – die beste Smartphone-Tastatur aller Zeiten.

 

BlackBerry 10

Das BlackBerry-10-Betriebssystem stellt sich mit neuen Features vor. Besonders erwähnenswert ist ein neues System für die Gesten-Navigation. User können bequem per Wischbewegung von den Seiten des Gerätes Apps wechseln oder über die Benutzeroberfläche navigieren.

Auch BlackBerry Flow ist ein nennenswertes Feature des neuen Betriebssystems und wurde beim gestrigen Event vom Software-Chef von RIM, Vivek Bhardja, erklärt. Diese multitasking-Funktion erlaubt es Usern, zwei Dinge gleichzeitig zu tun, das heißt sie können gleichzeitig ein Spiel spielen und eine News lesen, ohne die Anwendung zu verlassen. Dabei wechselt der User einfach zum sogenannten HUB, in dem alle Nachrichten zusammenlaufen, egal ob von Twitter, Whatsapp, Facebook oder E-Mails.

Auch die Screensharing-Funktion ist eine interessante Neuerung in BlackBerry 10, mit der sich Inhalte vom eigenen Gerät, auf dem Smartphone eines anderen Users anzeigen lassen.

Die gestrige Präsentation war der Startschuss für BlackBerrys Aufholjagd im Wettlauf mit Apple und Samsung. Den Versäumnissen der vergangenen Jahre folgen nun Taten. Obwohl viele Kritiker BlackBerrys Ambitionen anfänglich belächelt haben, lassen sich die neuen Geräte durchaus sehen und könnten vielleicht den einen oder anderen Neukunden für sich gewinnen. Hierzulande soll das BlackBerry Z10 bereits Ende März in die Läden kommen.

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