BITKOM-Umfrage

Jeder dritte Internetnutzer zahlt für Online-Journalismus
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Wie viele der deutschen Internetnutzer bezahlen für redaktionelle Inhalte im Internet? Eine Umfrage von BITKOM zeigt, dass die Bereitschaft wächst.

Statt dem Besuch beim Zeitungskiosk, finden es immer mehr Menschen bequemer, über den Computer oder von unterwegs auf dem Smartphone über die Geschehnisse der Welt informiert zu bleiben. Online-Journalismus hat in den letzten Jahren bedeutend an Einfluss gewonnen. Doch diese Entwicklung bringt auch Probleme mit sich: die Einnahmen durch Printauflagen und Anzeigenerlöse sinken, während sich der Wettbewerbsdruck erhöht. Als ein Gegenmittel, um die Kassen wieder zu füllen, werden oft Bezahlschranken eingebaut und Abo-Modelle angeboten, um den Zugang zu qualitativ hochwertigen Inhalten zu regulieren. Doch wieviele der Deutschen sind überhaut bereit zu zahlen?

Eine Studie des Digitalverbandes BITKOM hat nun ergeben, dass letztes Jahr rund ein Drittel der deutschen Internetnutzer für redaktionelle Inhalte im Netz bezahlt hat. Für die Erhebung wurden 1.019 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt.

Zahlungsbereitschaft für Online-Journalismus steigt

34 Prozent der Befragten gaben an, für den Zugriff auf Nachrichten, Berichte oder Reportagen im Internet Geld auszugeben. Durchschnittlich investieren sie dafür im Monat 15,10 Euro. Mit zunehmender Nutzung des Internets als Nachrichtenquelle scheint auch die Zahlbereitschaft zu steigen: Noch ein Jahr zuvor war es nur ein Viertel aller Teilnehmenden, wobei sie durchschnittlich nur 13,60 Euro ausgaben.

Nutzer zahlen für Abos und einzelne Beiträge

Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass 22 Prozent der befragten Internetnutzer für die pauschale Abrechnung zur digitalen Nutzung von Medienportalen (Abonnements) zahlen und 20 Prozent für den Zugang zu einzelnen Beiträgen. Einige entrichten demnach Gebühren für beide Angebotsarten. Die jüngere Generation im Alter von 14 bis 29 Jahren nutzt außerdem häufiger kostenpflichtige Inhalte (der Anteil der Zahlungsbereiten macht in dieser Altersgruppe 40 Prozent aus), als ältere Menschen über 65, von denen nur 22 Prozent zahlen möchten.

Für welche Inhalte wird gezahlt?

Am ehesten zahlen die befragten Nutzer für politische Beiträge (46 Prozent). 37 Prozent entrichten Gebühren für Wirtschaftsthemen, während 31 Prozent ihr Geld für exklusive Sportnachrichten ausgeben. Der Bereich Gesundheit, Ernährung und Fitness ist für 20 Prozent der Befragten Geld wert. Bei einem Viertel der Befragten deckt das Abo mehr als eines dieser Themen ab.

Für welche Formen der Berichterstattung wird gezahlt?

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass fast die Hälfte (46 Prozent) der Zahlenden für aufwendige journalistische Formate wie Reportagen, Hintergrundberichte und längere Interviews Geld ausgeben. Ein  Viertel (25 Prozent) würde am ehesten für investigativ recherchierte Beiträge bezahlen und nur 10 Prozent für Meinungsartikel oder Kommentare. Bei tagesaktuellen Nachrichten ist die Chance am geringsten, dass für sie gezahlt wird (6 Prozent).

Hochwertiger Online-Journalismus macht sich bezahlt

BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleders Einschätzung nach lohnt es sich, auch im Online-Journalismus gründliche Arbeit zu leisten:

Die Nutzer verlangen auch im Internet nach hochwertigen und exklusiven Inhalten. Im Web ist Qualitätsjournalismus gefragt.

Außerdem seien unter den richtigen Umständen, Nutzer auch bereit dafür zu zahlen:

Voraussetzung dafür [für Online-Journalismus zu zahlen] ist, dass die Inhalte benutzerfreundlich aufbereitet werden, nicht zu teuer und einfach abzurechnen sind.

Bisher zählen zu den Hauptgründen aus denen Nutzer nicht zahlen wollen nämlich, dass die Qualität nicht stimmt (37 Prozent) oder dass der Bezahlvorgang zu kompliziert ist (24 Prozent).

Aufmacherbild: Laptop and newspaper concept for internet and electronic online news via Shutterstock / Urheberrecht: Brian A Jackson

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