Keine Zeit zum Rumeiern! Einen Online-Shop in einer Woche redesignen
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Eben mal so nach dem Anruf eines Bekannten einen Online-Shop innerhalb von knapp einer Woche redesignen und neu aufsetzen – welcher Webdesigner würde sich das antun? Dietmar Schmidt aus Köln hat es getan. Seine Erfahrungen schildert er in seinem Blogpost „Keine Zeit zum Rumeiern“.

Die Geschichte: Der Geschäftsführer eines Sonnen- und Sportbrillen-Herstellers meldet sich bei ihm mit dem Wunsch, die firmeneigene Website „tieferzulegen“. Eigentlich ein interessanter Job, wenn da nicht der durchaus ambitionierte Zeitplan wäre: das ganze muss innerhalb einer Woche passieren.

Nun sind gerade große Kunden ja nicht dafür bekannt, dass man mit ihnen Lösungen schnell und unkompliziert umsetzen kann. Auch Dietmar Schmidt kennt das: „Lange Konzeptphasen, viele Entscheider und Freigabeprozesse können ein IT-Projekt um Monate strecken.“

Trotzdem ließ er sich auf das Projekt ein – allerdings nur, weil vorher klare Regeln definiert wurden:

  • Es wird nur einen Lösungsansatz geben.
  • Es wird nicht diskutiert (weder technisch noch gestalterisch, weder mit dem Geschäftsführer noch mit Experten und schlauen Beratern).
  • Die Agentur (Technik), die bisher die Webseite betreut hat, wird sie auch in Zukunft betreuen und das eingesetzte CMS wird auch bleiben.
  • Über Design entscheidet ausschließlich der Designer (Dietmar Schmidt).

Gerade die Aussicht, dass ausschließlich er selbst über das Design entscheidet, war der entscheidende Faktor, die Dietmar dazu bewogen, den Auftrag anzunehmen. „Da ich bei IT-Projekten für größere Kunden abhängig von zeitintensiven Abstimmungen, Workshops und Freigabeprozessen bin, war die Freiheit alle Designfragen direkt entscheiden zu können einen ganz besonderen Reiz für mich“, erklärt er. „Ich kann nahezu alleine bestimmen, wie das Design aussehen soll und wie es grafisch weiter gehen soll. Vereinbart war ausschließlich der Abgabetermin, der eingehalten werden musste und dass das Design technisch umsetzbar sein musste.“ 

Das grobe Ziel des gewünschten Redesigns konnte beliebiger kaum lauten: Alles soll schöner und moderner werden. Also ran die Arbeit! 

  • Beim Logo entscheidet sich Dietmar für die Negativ-Logovariante.
  • Den Look der Seite verbessert er nach Aufräumarbeiten, denen teilweise Verläufe, Rahmen oder Typosündenzum Opfer fallen, in Richtung Flat Design.
  • Bei den Bildern hat er aufgrund des Zeitmangels kein große Wahl und muss auf Fotos aus dem Bestand zurückgreifen.
  • Farben und Farbkonzept sind mit einem Wort ausreichend beschrieben: Blau.
  • Bei den Produkten setzt er auf klare Übersicht und die Platzierung von Teasern wie „Neu in der Kollektion“ und „Katalog 2014“.
  • Die Navigation wird einfach und schlicht, alle Brillenkollektionen sind fortan direkt anwählbar.
  • Auf zeitfressende Layoutbasteleien und Prototyping wird verzichtet. Wenn nötig werden grafische Ideen live getestet. Diverse nette Ideen müssen draußen bleiben.

 Anfang September ist dann tatsächlich alles termingerecht erledigt und der Kunde zufrieden. Zusammengefasst becshreibt Dietmar die zwei Wochen so: „Alle hatten nur ein Ziel: Design online bringen. Und das hat ne Menge Spaß gemacht. Der Auftraggeber hat mir den Weg freigemacht, der technische Dienstleister hat zu keinem Zeitpunkt das Design in Frage gestellt, sondern direkt umgesetzt. Am Tag des Onlinegangs gab es noch positives Feedback von den Vertrieblern.“ 

Hochgeschwindigkeitsdesign – es geht also doch. Aber wichtig ist eben: Man hat keine Zeit zum Rumeiern 😉

alt
Die alte Seite …

neu
… und das Redesign (Quelle beide Bilder: http://vireg.blogspot.de).

Aufmacherbild: rebranding street sign Foto via Shutterstock / Urheberrecht: igor.stevanovic

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