Kommentar: Apples OS X ist kostenlos – was wird aus Microsoft?
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Neben der Vorstellung des neuen iPads hat Apples Software Lead Craig Federighi gestern bekannt gegeben, dass das neue Mac-Betriebssystem OS X Mavericks kostenlos erhältlich sein wird.

Damit wird Apples vom iPhone bekannte Geschäftsstrategie kostenloser Software-Updates nun spartenübergreifend. Und weiter noch betont Apple mit dieser Strategie seinen Fokus auf den Verkauf von Hardware. Doch gleichzeitig gerät durch diese Neuigkeit ein ganzes anderes Unternehmen ins Visier: Microsoft ist nun das letzte existierende Unternehmen, dass sich sein Betriebssystem gut bezahlen lässt!

Was wird nun aus Windows?

Federighi betonte speziell Windows 8, das für rund 200 US-Dollar über den Tisch geht. Dabei hatte Microsoft gerade mit Windows 8 und eigener Hardware zuletzt große Ambitionen gezeigt, mit Apple aufzuschließen und sich ein Stück vom Consumer-Markt zu sichern.

Während Google sein Android-Betriebssystem seit jeher kostenlos vertreibt, schlägt Apple Microsoft mit dieser Aktion also ein echtes Schnippchen. Denn gerade im Consumer-Bereich, den Microsoft so erbittert erobern wollte, steht der Konzern aus Redmond nun als einziges Unternehmen da, dass seine Software mit einem Preisschild versieht: Android ist kostenlos, Ubuntu ist kostenlos, iOS ist kostenlos und jetzt auch Mac OS X. Das besondere Dilemma daran ist, dass Microsoft mit kostenpflichtiger Software im Consumer-Bereich angesichts solcher Konkurrenz keinen Blumentopf gewinnen kann. Doch gibt es überhaupt eine Alternative?

Das Microsoft-Dilemma

Microsoft erschließt den Löwenanteil seiner Umsätze mit Software und Services für den Enterprise-Bereich. Die Consumer-Sparte wird durch Software und neuerdings einem Bruchteil Hardware abgedeckt. Es dürfte aber schwierig werden, Software für Consumer kostenlos anzubieten, um in diesem Bereich konkurrenzfähig zu bleiben, die Unternehmen aber weiterhin zu Kasse zu bitten. Was also kann Microsoft tun? Die Consumer-Sparte hinten runter fallen lassen und Enterprise machen wie gehabt? Sich ganz auf Services und Hardware konzentrieren und die Software verscherbeln? Keine dieser Varianten wird man im Hause Microsoft so richtig befriedigend finden. Schließlich würde es von Scheitern zeugen, nach all den Bemühungen die Consumer-Sparte schon wieder aufzugeben. Der Hardware-Bereich stellt bisher kein solides Standbein dar. Im Grunde kann sich Microsoft jetzt nur noch auf sein Service-Paket verlassen. Hier besteht durchaus Hoffnung, immerhin baut Microsoft diesen Bereich seit Jahren kontinuierlich aus. Doch Windows – das ist nun mal Microsofts Traditionsprodukt…

In Redmond werden angesichts dieser Nachrichten aus Cupertino jetzt sicherlich die Köpfe rauchen, und man darf gespannt sein, wie das Unternehmen sich aus der Affäre ziehen will und kann.
Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob Apple nun auch wirklich jedes neue OS kostenlose anbieten wird, oder ob dies ein einmaliger Paukenschlag war, um Microsoft das Fürchten zu lehren.

 

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