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Verkehrs-App Waze: Kooperation mit RPR1
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Die zu Google gehörende Verkehrs-App Waze wird in Deutschland erstmalig mit einem Rundfunksender zusammenarbeiten. Radio RPR1 will mit der Online-Community seinen Verkehrsservice ausbauen. In den USA wird die App beschuldigt, den Polizeidienst massiv zu stören.

Navigations- und Verkehrs-App Waze

Wo sind Staus? Blitzer? Günstige Tankstellen? Diese und viele weitere hilfreiche Informationen lassen sich bequem über die Verkehrs-App Waze abfragen. Waze versorgt Verkehrsteilnehmer mit Unfall-, Stau- und Baustellenmeldungen. Ein praktischer Service ist die Vorab-Benachrichtigung, falls auf der Arbeitsstrecke Stau ist, damit man früher losfahren kann oder sich eine Alternativstrecke raussuchen lassen kann. Die Online-Community speist ihre Daten selbst. Entdeckt man einen mobilen Blitzer, kann man diesen der Community als Warnsignal in die Karte setzen.

Kooperation zwischen Verkehrs-App Waze und Radio RPR1

Die Community hilft sich selbst
Screenshot: http://blog.waze.com/

24-Stunden-Verkehrsservice mit RPR1

Die Community-basierte Anwendung samt ihrer Echtzeit-Daten macht sich nun Radio RPR1 aus Rheinland-Pfalz zunutze. Laut der gestern veröffentlichten Pressemitteilung wolle der Sender seinen eigenen Verkehrsservice gemeinsam mit Google ausbauen und einen 24-Stunden-Verkehrsservice bieten. Dadurch sollen auch neue Sende- und Werbeformate entstehen. Daran hat natürlich auch Google ein großes Interesse.

Fahrer und Regierungsbehörden sollen profitieren

Bloomberg berichtete, dass Google den Verkehrs- und Navigationsdienst 2013 für 1,1 Milliarden US-Dollar gekauft habe. In den USA laufen bereits Kooperationen mit den TV-Sendern NBC2 und ABC. Waze-Sprecherin Julie Mossler zufolge helfe die Community dabei, nicht nur den Verkehr zu entzerren, sondern auch Fahrbahnschäden den Regierungsbehörden zu melden. In den USA wurden gestern Beschwerden von Beamten laut, dass die App den Polizeidienst unterwandere.

US-Polizei beklagt Stalking durch Waze

Hierbei gehe es der Nachrichtenseite The Guardian zufolge nicht allein darum, dass man Blitzer meldet, sondern das Polizeieinsätze genau geortet werden. Die Rede ist von Polizei-Stalking. Egal ob sich ein Beamter gerade auf Streife befindet oder mit einem Kollegen in einem Café – die Community kann alle Bewegung der Staatsgewalt registrieren. Die Frage ist, ob sich nicht auch Kriminelle die Ortungs-App zunutze machen werden, wenn etwa ein Banküberfall geplant wird und diese zuvor schnell Waze checken, wo sich die Polizei in der Nähe befindet.

Google will’s wissen

Auch wenn bisher keine solchen Fälle bekannt wurden, sind die Bedenken der US-Polizei berechtigt. Auch hierzulande wird sich die Polizei wohl früher oder später gegen den Verkehrs-Dienst Waze aussprechen, sobald ähnliche Ortungen bekannt werden. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Google, solange wie Waze aktiviert ist, noch genauer weiß, wo man sich zu welcher Zeit befindet. Dort, wo sich der Verkehr täglich ballt und die Aufmerksamkeit nach Ablenkung sucht, könnten Werbebotschaften künftig noch gezielter eingesetzt werden.

Werbung in Deutschland ist ausbaufähig

„Wir stehen in Deutschland in Sachen Werbung noch am Anfang“, sagt Mossler in der Pressemitteilung von RPR1. Die Medienkooperation wird sich lohnen, aber auch die User von Waze und Hörer von RPR1 werden von der Zusammenarbeit profitieren können und vielleicht trotz Werbung früher nach Hause kommen und den Feierabend werbefrei genießen können.

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