KptnCook App – schnelles Kochen nach Rezept [Startup-Interview]
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Nicht immer lässt es sich mit dem Alltag vereinbaren, viel Zeit in die Vorbereitung der Malzeiten samt Rezeptsuche zu investieren. Die KptnCook-App will dieses Problem lösen und bietet den Usern an jedem Wochentag drei neue einfache und schnelle Rezepte zum Nachkochen an – samt Einkaufsliste, Preiskalkulation und Mengenangaben je nach Anzahl der „Esser“.

Das Team von KptnCook hat sich beim Startup Weekend Food Innovation in Berlin im Juni 2013 getroffen und besteht aus Polina Marchenko, die davor als Produktmanagerin für einen E-Commerce Fashion Shop gearbeitet hat, Alex Reeg, der als Freelancer und iOS Developer mehrere Apps entwickelt hat, und Eva Hoefer, die als freiberufliche UI/UX-Designerin gearbeitet hat, nachdem sie als Senior Designerin in einer großen Corporate-Design-Agentur tätig war. 

Wir haben uns mit den Gründern der KptnCook App über die Entstehungsgeschichte, die Herausforderungen und Zukunftsvisionen von KptnCook unterhalten.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von KptnCook gekommen?

Polina: KptnCook ist die Antwort auf das tägliche Problem: Was koche ich heute Abend? Eines Tages wurde uns klar: das Problem ist die erdrückende Auswahl und fehlende Inspiration. Zu viele Rezepte verwirren mehr, als dass sie helfen und zu viele Produkte in den Regalen machen die Auswahl sehr mühsam.

WebMagazin: Erklärt uns doch bitte das Prinzip von KptnCook, wie funktioniert Eure Idee?

Polina: Die KptnCook-Idee ist sehr einfach und wird wohl deswegen so positiv von tausenden Nutzern angenommen: 

  • An jedem Wochentag werden in der KptnCook App drei neue Rezepte vorgestellt. Das ist auch das erste, was man nach dem Öffnen der App sieht: ein Foto mit einer Koch-Idee für den Abend.
  • Dazu passend zeigen wir eine Einkaufsliste für alle Zutaten an, verknüpft mit den konkreten Produkt- und Preisangaben aus verschiedenen Supermarktketten. So weiß der Nutzer sofort, welche Produkte er genau braucht und was alle Zutaten kosten werden. Aufgrund der gewählten Personenanzahl werden die Mengenangaben außerdem individuell berechnet.
  • Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit fotografierten Steps und kurzen Texten unterstützt dann zuhause beim Kochen. 
  • In der Zukunft möchten wir über eine Kooperation mit Online-Shops auch Bestellungen in der App ermöglichen.  

Alle Rezepte können innerhalb von 30 Minuten zubereitet werden

kptncook

Screenshot: kptncook.com

WebMagazin: Woher stammen die Rezepte? Hat jemand von Euch eine Kochausbildung?

Polina: Keiner von uns hat eine Kochausbildung. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, selbst im Alltag gesünder und einfacher zu kochen. Heute werden wir von einer Community Foodblogger mit Ideen unterstützt, sodass wir täglich neue Zutaten und Kombinationen entdecken. Wir möchten keine aufwändigen „High-Class-Rezepte“ anbieten, sondern Gerichte, die jeder – auch blutige Anfänger – zubereiten können, und die trotzdem einen spannenden Twist haben. 

WebMagazin: Wie finanziert ihr euch? Die App ist ja kostenlos.

Polina: Die App ist kostenlos, das ist uns sehr wichtig und dabei soll es bleiben.

Als Freelancer konnten Eva und Alex am Anfang recht flexibel parallel an Projekten und an der Entwicklung von KptnCook arbeiten. Ich habe nach dem Startup Weekend blitzschnell meinen Job gekündigt und war seit August in Vollzeit dabei. Seitdem haben wir uns selbst finanziert. Wir haben uns in dieser Phase bewusst gegen Fremdkapital entschieden und uns erst mal ganz auf die Produktentwicklung konzentriert. Unser Business Modell funktioniert über Produktempfehlungen und die Vermittlungsgebühr zu Online-Supermärkten. Wir wollen Delivery Hero für Rezepte werden. 

WebMagazin: Was macht KptnCook besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Polina: Es gibt natürlich einige indirekte Mitbewerber, jedoch heben wir uns mit unserem Konzept entscheidend von anderen Rezepte-Apps oder Lieferservices ab. Unser Fokus liegt auf Spontanität, Inspiration und Qualität, weshalb wir auch verstärkt Bio-Märkte in die App integrieren möchten. Unser 360°-Ansatz, die Nutzer von der ersten Entscheidung „Was koche ich heute Abend?“ über den Einkauf bis hin zum Kochen zu Hause über eine Fotoanleitung zu unterstützen, ist derzeitig einzigartig. Und unsere „Kptn’s“, die Foodblogger, verleihen mit ihren Ideen unserer Koch-Community Kreativität und schlagen die Brücke zwischen alltagstauglichen Rezepten, die aber immer einen besonderen „Kniff“ haben. 

WebMagazin: Wie viel Aufwand bedeutet es für Euch, die App immer wieder mit neuen Inhalten zu „füttern“?

Polina: Der Content-Teil ist momentan doch recht aufwändig, da wir gerade nur zu dritt sind. Nichtsdestotrotz müssen wir uns parallel zum operativen Geschäft auch strategisch weiterentwickeln. Mittelfristig, sobald unser Team wachsen kann, werden wir diesen Teil recht einfach handhaben können. Bis dahin hatten wir in den letzten Monaten zum Glück immer eine weitere Person im Team, die uns super unterstützt hat. Momentan ist das eine talentierte Food-Designerin aus den Niederlanden, die mit ihrer Koch- und Food-Expertise eine wunderbare Ergänzung zum restlichen Team ist.

WebMagazin: In den ersten Wochen nach dem Start habt ihr schon über 80.000 Downloads erreicht und das ganz ohne Werbung? Wie erklärt ihr diesen Erfolg? 

Polina: Jeder von uns hat sein Fachgebiet, in dem er richtig gut ist. Was uns alle verbindet, ist die Motivation mit einem Produkt an den Markt zu gehen, welches ein Alltagsproblem vieler tausend Menschen löst. Der Erfolg zeigt, dass wir mit der Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und vor allem die Umsetzung gut gelöst haben.

Wir haben die App nicht mit Funktionen überfrachtet, sondern haben uns auf wenige gut nutzbare Features fokussiert. Das war ein intensiver Prozess, denn Ideen zu streichen, ist manchmal schwieriger, als sie hinzuzufügen. Ein gutes Konzept, Usability und Design haben sicher dazu geführt, dass Apple auf uns aufmerksam geworden ist und uns nach wenigen Wochen auf der AppStore Startseite gefeatured hat. Das hat uns an die Spitze der Charts katapultiert und die Downloadzahlen in die Höhe schnellen lassen.

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen? 

Polina: Zur Zeit suchen wir nach einem Seed Investment und wollen KptnCook auch auf Android und iPad erweitern. Darüber hinaus möchten wir in den nächsten Monaten mehrere Bioketten und regionale Ketten aufnehmen sowie ab Sommer Rezept-Bestellungen über die App ermöglichen. 

Außerdem bekommen wir unterschiedliche Kooperationsanfragen und bereiten ein paar Überraschungen für unsere Nutzer vor.

kptn cook app

© umoli UG

 

 

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