Kunden treffen Marken: David von der Leyen über Croking [Startup-Sommer]
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Elektronikartikel, Schuhe und Möbel aus dem Netz: Das WWW hat in den vergangenen zehn Jahren unser Kaufverhalten grundsätzlich geändert. Die gute alte Beratung vom Fachverkäufer wird heute oft von Erfahrungsberichten und Empfehlungen aus dem Internet ersetzt. Im Rahmen unseres Startup-Sommers sprechen wir heute mit David von der Leyen über sein Startup Croking, eine Plattform, die Kunden und Marken zusammenbringen soll.


 

WebMagazin: Erkläre uns doch bitte das Prinzip von Croking, wie funktioniert Eure Idee?

David: Croking ist eine Plattform, die Marken und Kunden zusammenbringt. Nutzer teilen ihre Erfahrungen und Ideen über Marken bzw. deren Produkte miteinander, diskutieren und bewerten diese. Standpunkte, die der Community gefallen, werden hervorgehoben, wodurch die Nutzer ein viel größeres Publikum erreichen können als nur ihre Freunde – und jeder erkennt auf den ersten Blick, welche Themen bei welcher Marke die Community bewegen.

Dieser Fokus auf die kollektive Meinung ist uns sehr wichtig, weil es die Firmen letztlich inspirieren soll, sich mit den Wünschen der Community auseinanderzusetzen. Antworten der Firmen an die Community werden dann wiederum durch die Nutzer bewertet – das letzte Wort bleibt also bei den Kunden. Dies macht Croking zu einer echten und heute einmaligen Nutzerplattform.

 

WebMagazin: Wo steht Ihr bei der Entwicklung von Croking gerade und wie finanziert Ihr Euch?

David: Croking ist derzeit als Web-Plattform in der Beta-Phase und als Mobile-Web-Version in der Alpha-Phase. Beides haben wir im Bootstrapping gebaut, d.h. wir sind bis dato selbstfinanziert.

 

WebMagazin: Was macht Croking besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

David: Wenn man über Mitbewerber spricht, denken die meisten intuitiv an die Facebook „brand pages“. Und genau an diesen kann man auch gut beschreiben, was Croking ändern möchte. Zum einen möchten wir eine zentrale Plattform für den Austausch mit allen Marken schaffen. Bei Facebook, Twitter und Co. sind dagegen viele Markenprofile reine Marketingmaschinen, die keine beidseitige Kommunikation zulassen. Und wenn man Marken doch z.B. auf Facebook anschreiben kann, hat dies meist keine besondere Auswirkung – egal wie gut die Idee ist. Man ist eine einsame Stimme in einer immer länger werdenden Liste an Kommentaren. Dies ist einer der Hauptpunkte wie Croking vorhandene Netzwerke verbessert: Gute Ideen oder Meinungen werden prominent dargestellt.

Denn Facebook wurde für das Privatleben seiner Nutzer geschaffen und hat diese Rolle zur Perfektion gebracht. Jedoch hat es damit automatisch die Funktionen in Bezug auf Interaktion mit Marken limitiert. Zum Beispiel können Beiträge nicht negativ bewertet werden, da Facebook sonst Mobbing Tür und Tor öffnen würde. In Bezug auf Marken ist es jedoch sehr wichtig zu wissen, ob die Leute einer Meinung oder Idee zustimmen oder sie ablehnen. Funktionen wie diese bieten wir auf Croking.

Zudem macht Croking mit zwei Kennzahlen auf einen Blick erkennbar, welche Firmen positiv wahrgenommen werden und welche Nutzer einflussreiche Meinungen veröffentlichen. Dies sind der sogenannte Brandscore und die User Influence, der Nutzereinfluss.

Der Brandscore errechnet sich aus der Stimmung (positiv/negativ) den Meinungen oder den Ideen, die an die Firma gerichtet werden und der Qualität der Antworten einer Marke auf eben diese Meinungen. Der Brandscore macht also zum ersten objektiv deutlich, welche Firmen beliebt sind. Die User-Influence hingegen gibt an, wie engagiert ein Nutzer ist und in wie weit seine Meinungen in der Community Resonanz finden. Dies soll die Nutzer anregen, sich konstruktiv in der Community zu engagieren und die Qualität des Meinungsaustausches zu fördern.

 

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzepts, wie verdient Ihr Geld?

David: Wie bei allen Social Media Plattformen wird Croking erst recht spät Gewinne abwerfen. Wir betonen dies auch ganz bewusst, da wir Wert darauf legen, dass Croking für seine Nutzer gratis bleibt. Auch Firmen sollen die Kernfunktionen von Croking kostenlos nutzen können und optional zusätzliche Angebote erwerben können, wie zusätzliche Analyseoptionen.

 

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Croking gekommen, und was habt Ihr vorher gemacht?

David: Die Idee entstand, als Josh und Daniel (2 Freunde, auch im Croking Team) zusammen ein Bierchen trinken wollten. Dabei stellten sie fest, dass es gar nicht so einfach ist, einer Marke (dem Bier-Brauer) mitzuteilen was man von dem Bier hält. Wo macht man so was? Facebook? Twitter? Webseiten? Telefonisch? Eine eindeutige Plattform gibt es dafür (noch) nicht… Wir kaufen täglich Dutzende Produkte und Dienstleistungen von Marken, haben dabei auch oft starke Emotionen, aber bislang keinen Kanal über den wir unserer Meinung einfach und schnell Gehör verschaffen können.

Der Großteil unseres Teams hat sich bei SAP kennengelernt. Aus diesem Grund haben wir Croking auch in Heidelberg gegründet.

 

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine, und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

David: Unsere nächsten Meilensteine lassen sich in drei Kernpunkten zusammenfassen: Wir wollen unseren Bekanntheitsgrad steigern, Firmen auf die Plattform aufmerksam machen und natürlich Croking auch als App anbieten.

Croking soll eine Plattform werden, die guten Ideen auch ohne 20.000 Follower Aufmerksamkeit verschafft – und damit Firmen und Kunden auf Augenhöhe zusammen bringt. Wir wollen Transparenz schaffen und gleichzeitig die Produkte, die wir täglich benutzen, verbessern.

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