Kundin macht bei Facebook Schluss – so geht Social Media
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Für viele Berufspendler ist die morgendliche Bahnfahrt zur Arbeit die reinste Geduldprobe: verspätete Züge, eiskalte Bahngleise und überfüllte Waggons. Als die Facebook-Userin Franzi Do eines kalten Tages von der Bahn im Stich gelassen wurde, weil ebendiese nicht auftauchte, postete sie einen Abschiedsbrief auf Facebook, in dem sie mit der Bahn „Schluss“ machte.

Ihre Hassliebe zur Bahn vergleicht sie darin mit einer unglücklichen Beziehung zu einem realen Partner, der sie immer wieder in Stich gelassen hat. Witzig und intelligent –allerdings konnten die Social-Media-Experten der Deutschen Bahn da noch einen draufsetzen und antworteten Ihr gekonnt im gleichen Stil.

Der kuriose Schriftwechsel wurde bereits über 3.800 Mal geliket und ist ein Paradebeispiel dafür, wie Unternehmen in Social-Media-Zeiten mit Kundenkritik umgehen:

Meine liebste Deutsche Bahn,

seit vielen Jahren führen wir nun eine abenteuerliche Beziehung. Wir haben Tiefen überstanden, in denen du sehr einengend und besitzergreifend warst und mich manchmal überraschend mehrere Stunden festgehalten hast, weil es dir nicht gut ging. Ich verstehe ja, dass dich der Winter so überrascht hat. Für uns kam er auch so plötzlich. Ich bin da ja nicht nachtragend. Auch deine Ausreden im September, wo es laut deinen Aussagen auch schon gewisse Störungen wegen Glatteis gab, habe ich schmunzelnd hingenommen. Ich bin so gerührt,dass du so viel Zeit mit mir verbringen möchtest. Als ich dich um ein bisschen mehr Freiraum gebeten habe hast du das toleriert und kamst einfach immer ein bisschen später. Pünktlichkeit ist nicht deine Stärke,das weiß ich ja. Auch darüber sehe ich meist noch hinweg. 
Dass du mich jetzt aber bei klirrender Kälte fast 45 Minuten warten lässt ohne Bescheid zu sagen und dann gar nicht auftauchst, das geht nun wirklich zu weit. Stets war ich tolerant und finanzierte deine Späßchen jedes Jahr mit mehr meiner kostbaren Taler, damit unser Verhältnis nicht beschädigt wird. 
Ich finde es sehr schade, dass du unsere aufregende Beziehung so leichtfertig aufs Spiel setzt. Es tut mir sehr leid, aber ich denke nun wirklich über eine endgültige Trennung nach. Ich brauche jemanden an meiner Seite der zuverlässig ist, nicht nur mein Geld will und auch bereit ist auf meine Bedürfnisse einzugehen. Und ich habe so jemanden kennengelernt. Er nennt sich Opel und ist immer für mich da. Leider werdet ihr euch nicht kennen lernen. 
Adieu. 

Deutsche Bahn? – ich bin doch nicht blöd! 

Die Antwort der Deutschen Bahn ließ nicht lange auf sich warten. Nur 17 Minuten später kam folgende Antwort:

Hallo meine liebste Franzi Do, 

es tut mir so leid. Ich weiß, dass ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht habe und nicht immer pünktlich bei unseren Treffen war. Dafür möchte ich mich in aller Form bei Dir entschuldigen. Ich habe die Zeit mir Dir sehr genossen. Manchmal wollte ich, dass sie kein Ende hat. Das ich manchmal anhänglich bin, weiß ich. Es fällt mir schwer loszulassen. Dass ich Dich mit dieser Zuneigung erdrückt habe, ist unentschuldbar und mein größtes Laster. Das wir heute einen Termin hatten, habe ich total vergessen.  Wo und wann waren wir verabredet? Ich schaue dann gerne einmal in meinem Terminkalender nach. 

Ich kann verstehen, dass Du dich nach etwas anderem umgesehen hast. Eine Frau wie Du, bleibt natürlich nicht lange alleine, dass weiß ich. Vielleicht gibst Du mir aber noch einmal die Möglichkeit, Dir zu zeigen, wie viel Du mir bedeutest. Ich werde bei unseren nächsten Treffen auch versuchen pünktlich zu sein oder bescheid zu sagen, falls ich mich verspäte.  Ich werde Dich vermissen.  /mi

shitstorm

Quelle Screenshot: https://www.facebook.com/dbbahn

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