Lass es kacheln! Nokia fördert Windows Phone App-Entwickler
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Wie Nokia im hauseigenen Smartphone Blog völlig korrekt feststellt, hängt die Qualität eines Smartphones nicht nur von den technischen Daten ab, sondern auch von den verfügbaren Apps. Und obwohl Windows Phone in diesem Bereich aufgeholt hat, kann der Windows Phone App Store mit seinen derzeit 150.000 Apps rein zahlenmäßig nicht mit Apples App Store (800.000) oder den Google Play Store (700.000, alle Zahlen von Statista) mithalten.

Lass es kacheln!

Damit sich das möglichst schnell ändert, haben Nokia und Microsoft verschiedene Kampagnen aufgelegt, um die Entwicklung von innovativen Apps zu fördern. So bekommen im Rahmen der Lass es kacheln! Aktion interessierte Entwickler Smartphones von Nokia ausgeliehen. Um an eins der Entwicklergeräte zu kommen, muss man ein Formular ausfüllen (http://www.developer.nokia.com/forms/Entwicklergeraet.xhtml) und seine Idee für eine App vorstellen. Hat man Nokia überzeugt, kommt das Device auf dem Postweg ins Haus. Bei den Leihgeräten handelt es sich um Geräte aus der Lumia und der Asha Modellreihe.

Laut Eugen Palnau, Developer Experience/Developer Outreach Manager bei Nokia, wird anhand der eingereichten App-Idee entschieden, welches Modell der Entwickler benötigt. Der Entwickler muss lediglich angeben, ob er ein Lumia- oder Asha-Gerät ausleihen möchte. Die Ausleihfrist beträgt vier Wochen. „Allerdings ist es möglich, formlos ein Verlängerung zu beantragen. Kosten für den Versand oder die Abholung entstehen nicht“, erkläutert Eugen Palnau gegenüber WebMagazin.

Nach Fertigstellung der App und Veröffentlichung im Windows Phone Store verspricht Nokia darüber hinaus Unterstützung bei der Vermarktung der App.

Remote Device Access

Ein weiteres Tool zur Unterstützung der Entwicklerarbeit ist der kostenlose Remote Device Access für Nokia Lumia Smartphones. Mit dem Service erhält man via Internet Zugriff auf folgende Lumia Modelle: 920, 820, 620.

Der Vorteil: Die Notwendigkeit, sich ein umfangreiches Portfolio an Windows Phones aufzubauen bzw. zu halten, entfällt. Beim Remote Device Access handelt es sich um eine Java-Applikation, die das  Installieren und Ausführen von App übers Netz ermöglicht und dem Entwickler erlauben soll, mit dem Gerät so zu interagieren als hielte er es selbst in der Hand. Mitglieder der Premium Developer Program haben können sogar regionale Provider-Unterschiede simulieren.

Remote Device Access Nokia
Eine Übersicht der per Remote Device Access verfügbaren Lumia-Modelle.

Remote Device Access Nokia 2
In dieser Übersicht lassen sich die Gerätemodelle reservieren.

Es liegt in der Natur der Sache, dass diesem Testverfahren Grenzen gesetzt sind. So können beispielsweise NFC- oder Bluetooth-Funktionen, die Überprüfung von Sound-Ausgabe oder die Ausgabe von GPS-Daten nicht simuliert werden.

Premium Developer Program

Mit dem bereits erwähnten Premium Developer Program offeriert Nokia einen finanziellen Anreiz für interessierte Entwickler. Die Kosten für das Angebot betragen 99 Dollar und umfassen Leistungen, die sich einzeln auf bis zu 1.500 Dollar summieren. Darunter fallen die einjährige Mitgliedschaft im Windows Phone Developer Center, zwei Nokia Tech Support Tickets, sogenannte Telerik User Interface Elemente (aufwendiger gestaltet als im Standard-SDK, bpsw. für Bewertungsfunktionen) und der zwölfmonatige Zugriff auf Buddy.com Cloud APIs (bspw. für App-Benutzerverwaltungen, die auf Server zugreifen müssen).

Marketing in a Box

Eine Sammlung von kostenlosen Tools soll Entwicklern darüber hinaus beim Bewerben ihrer Apps helfen. Das Digital Marketing Toolkit enthält unter anderem Templates, um mit wenigen Klicks Marketingkampagnen (inklusive Werbevideo) zu gestalten.

AppCampus

Eine weitere Aktion ist der sogenannte AppCampus-Wettbewerb. Das von Microsoft, Nokia und der Universität Aalto mit 21 Millionen Euro gesponsorte Projekt soll ebenfalls die Entwicklung neuer Apps fördern. Die Bewerbungsphase hat bereits begonnen.

Neben dem internationalen Wettbewerb auf AppCampus.fi, gibt es auch den deutschen. Der hat den Vorteil, dass man sich nur deutschlandweit mit anderen Entwicklerteams messen muss. Hier ist die zugehörige Website

Support für die deutschen Bewerber leistet die kostenlose Hotline von Microsoft. Die Gewinner aus Deutschland erhalten im weiteren Verlauf technische Unterstützung durch das globale AppCampus-Team.

Als Gewinn werden insgesamt 140.000 EUR ausgegeben. Teilnehmen können sowohl Einzelpersonen als auch Teams. Die Apps werden von der Jury in Abhängigkeit der Komplexität der Entwicklung in unterschiedliche Kategorien eingeordnet. Der erste Preis beträgt 70.000 EUR, der zweite 50.000 EUR und der dritte 20.000 EUR, je nachdem wie aufwendig die Entwicklung der App ist.

App-Kriterien

Folgende Kriterien gelten für Einreichungen: Die App muss innovativ sein und darf noch nicht im Store eingestellt worden sein. App-Ideen sollten Features wie beispielsweise Maps, Geolokalisierung, Kamera, Nahbereichskommunikation, Live-Kacheln, Push-Benachrichtigungen, In-App Werbung, Testkäufe oder Abonnements unterstützen. Auch auf ein ansprechendes Design und die technische Qualität der Software wird Wert gelegt. Gerne gesehen sind laut Nokia „innovative Nutzungserlebnisse oder das Erschließen neuer mobilder Anwendungsbereiche“.

Um teilzunehmen, muss man sein App-Konzept inklusive einer Beschreibung des Entwicklerteams bis zum 15.04. eingereicht haben. Alle Einreichungen werden von der Jury geprüft, die die drei überzeugendsten Ideen bis zum 15. Mai 2013 ausgewählt. Als finanzielle Starthilfe für die Realisierung der App bekommen diese Teams direkt 30 Prozent des Gewinns zur Verfügung gestellt.

Auf dem AppCampus…

Wer mag, kann auch am internationalen Wettbewerb teilnehmen. Hierbei wird man zur Schulung und Entwicklung direkt nach Finnland auf den AppCampus eingeflogen. Hier der offizielle Trailer des  AppCampus Wettbewerbs:

Quelle alle Bilder: © Copyright Nokia 2013 All rights reserved

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